Stan Lee Poster

Marvel-Legende Stan Lee soll das Opfer von Betrug und Missbrauch sein

Andreas Engelhardt  

Am 26. April 2018 startet in deutschen Kinos „Avengers 3: Infinity War“. In einem Kurzauftritt dürfen sich Fans dabei auch auf ein Wiedersehen mit Marvel-Legende Stan Lee freuen. Der 95-Jährige Comic-Schöpfer steht aktuell allerdings selbst im Zentrum einer unschönen Geschichte, in der er das Opfer von Betrug und Missbrauch ist.

The Hollywood Reporter veröffentlichte jüngst einen umfangreichen Bericht über Stan Lee, der bereits jetzt unter seinen besorgten Fans hohe Wellen schlägt. Der Artikel über Stan Lee, seine Tochter J.C. und die gesamte Entourage des einstigen Comic-Schöpfers zeichnet einen zugleich spektakulären wie erschreckenden Fall, bei dem Stan Lees Gutmütigkeit und Alter ihm wohl leider zum Verhängnis werden.

Der Bericht beginnt mit einem Schreiben, das Stan Lee am 13. Februar dieses Jahres zusammen mit seinem damaligen Anwalt Tom Lallas aufsetze und unterzeichnete. In dem Dokument erklärt Stan Lee, dass seine Tochter J.C. ihn jahrelang finanziell ausgenutzt habe. Jeden Monat solle sie ihre Kreditkarte mit 20.000 bis 40.000 US-Dollar belasten. Diese Ausgaben soll der einstige Comic-Schöpfer anschließend ausgleichen; Stan Lees Vermögen wird auf 50 bis 70 Millionen US-Dollar geschätzt, angeblich erhält er weiterhin eine Million US-Dollar pro Jahr von Marvel.

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Seine Tochter J.C. soll darüber hinaus häufig verlangen, dass Stan Lee seinen Treuhandfond zu ihren Gunsten ändert und beispielsweise seine Immobilien auf ihren Namen überschreibt. Wegen dieser Anliegen komme es häufig zum Streit zwischen den beiden, bei dem J.C. häufig hysterisch schreit und weint, wie das Dokument vom 13. Februar erklärt.

J.C. soll allerdings nicht die einzige Person in Stan Lees Umfeld sein, die ein Stück von seinem Vermögen haben will. Drei weitere Männer versuchten angeblich wiederholt, Einfluss auf die Marvel-Legende auszuüben, um von ihm zu profitieren. Namentlich sind dies sein Manager Max Anderson, seine ehemalige Pflegekraft Jerry Olivarez und sein Pförtner Keya Morgan. Alle drei hätten über J.C. Einzug ins das Leben von Lee erhalten, um die Kontrolle über seinen Besitz und sein Geld zu erlangen. Dabei arbeiten sie allerdings oftmals auch gegeneinander; der Bericht von The Hollywood Reporter liest sich an vielen Stellen wie die Handlung einer komplexen Gangster-Drama-Serie.

Stan Lee bestreitet das von ihm unterschriebene Dokument

Verzwickt wird der ganze Vorfall, weil Keya Morgan zwei Videos an The Hollywood Reporter geschickt hat, in denen Stan Lee zu sehen ist. Der 95-Jährige bestreitet darin, ein schlechtes Verhältnis zu seiner Tochter oder den anderen genannten Personen zu haben. Vielmehr sei sein ehemaliger Anwalt Tom Lallas der Übeltäter. Er soll Lee ein Dokument untergejubelt haben. Lee habe aufgrund einer Erkrankung der Netzhaut nicht erkennen können, was er unterschrieben habe. Lallas wies diese Version seinerseits zurück und gab zu Protokoll, dass er mit Stan Lee jeden einzelnen Abschnitt des Schreibens durchgegangen sei.

Stan Lee soll schon um über eine Million US-Dollar betrogen worden sein

Was genau hinter den Kulissen passiert, ist von außen nur schwer einzuschätzen. Sämtliche involvierte Personen beschuldigen sich oftmals gegenseitig, Stan Lee zu schaden und nur selbst wirklich gute Absichten zu haben. The Hollywood Reporter berichtet allerdings auch, dass das Drama um die Comiclegende mehrmals die Polizei auf den Plan gerufen habe. Unter anderem soll J.C. bei einem Streit über Geld Stan Lees Kopf auf die hölzerne Rückenlehne eines Stuhls geschlagen haben, wie ein ehemaliger Assistent von Lee und ein Gast des Hauses berichteten.

Neben J.C. soll auch der inzwischen geschasste Olivarez Stan Lee finanziell ausgenutzt haben. So hat er sich selbst angeblich einen Scheck über 300.000 US-Dollar ausgeschrieben und sich eine Eigentumswohnung im Wert von 850.000 US-Dollar mit Geld aus dem Treuhandfonds von Stan Lee gekauft.

Auch wenn das Chaos um Stan Lee nicht genau zu durchschauen ist, dürfte eines klar sein: Er selbst ist das Opfer des ganzen Treibens. Es bleibt nur zu hoffen, dass der 95-Jährige sich des allem Anschein nach toxischen Zirkus‘ entledigen kann, um seine letzten Lebensjahre in Frieden und Anstand zu verbringen.

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