Avengers: Infinity War Poster

„Avengers 3“-Regisseure erklären den vermeintlich größten Fehler des Marvel-Films

Andreas Engelhardt  

In Rekordzeit hat „Avengers 3: Infinity War“ die magische Hürde von einer Milliarde US-Dollar an Einnahmen übersprungen und ist wenig überraschend weiterhin das Maß aller Dinge an den Kinokassen dieser Welt. In den Freudentaumel meisten Zuschauer mischt sich allerdings auch Kritik an vor allem zwei Marvel-Helden. Jetzt sind die Regisseure des Films den gescholtenen Helden zur Seite gesprungen und haben eine Erklärung für ihre vermeintlichen Fehler abgegeben.

– Achtung: Es folgen Spoiler zu „Avengers 3: Infinity War“! –

Seit „Marvel’s The Avengers“ wurde Thanos (Josh Brolin) im Hintergrund des Marvel-Universums als Oberbösewicht aufgebaut. „Avengers 3: Infinity War“ erfüllte dieses Versprechen jetzt nach sechs Jahren Warten und der Titan wurde seinem vorauseilenden Ruf zum Ende des Films gerecht: Dank der sechs Infinity-Steine konnte er mit nur einem Schnippen die Hälfte allen Lebens im Universum auslöschen.

Die Avengers konnten dies letztlich nicht verhindern und die Fanbasis hat dafür zwei Sündenböcke ausfindig gemacht: Star-Lord (Chris Pratt) und Thor (Chris Hemsworth). Ihre Fehler seien Schuld am Tod des halben Universums, lautet der gängige Tenor. Einer der beiden Regisseure von „Avengers 3: Infinity War“, Joe Russo, widersprach dieser Ansicht zwar nicht. Er lieferte im Gespräch mit comicbook.com aber eine Erklärung, die den Fans helfen könnte, Star-Lord und Thor zu verzeihen.

Die beiden Superhelden trafen diese Entscheidungen, weil sie immensen Schmerz in diesen Situationen gefühlt haben, argumentierte Joe Russo. Er hoffe, dass das Publikum Empathie zu diesen Charakteren aufbauen kann, weil sie durch Geschichten wie diese wachsen werden. Genau dafür seien laut seiner Sicht Geschichten da: Sie zeigen uns Entscheidungen aus der Sicht der Person, die sie getroffen hat.

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Kann Thor seine Schuld in „Avengers 4“ begleichen?

Vor allem Star-Lord hat viel Hass von den Fans zu spüren bekommen. Der Plan der Avengers, auf Titan Thanos zu überwältigen und ihm den Handschuh abzunehmen, ging eigentlich auf. Weil Star-Lord vom Tod Gamoras (Zoe Saldana) erfuhr, verlor er allerdings die Kontrolle, ging auf Thanos los und sabotierte dadurch den Plan entscheidend.

Thor wiederum trieb Thanos seine neue Axt Storm Breaker in die Brust, anstatt ihn mit einem Schlag in den Kopf direkt zu töten. Der Gott des Donners wollte Thanos eben wissen lassen, dass er seine Rache für den Tod von Loki (Tom Hiddleston) und all der Asen erhält. Dadurch konnte Thanos doch noch mit den Fingern schnippen und anschließend entkommen.

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Wie Joe Russo korrekt anmerkte, sind diese Entscheidungen aufgrund der Charaktere von Star-Lord beziehungsweise Thor aber nachvollziehbar. Peter Quill war stets ein Hitzkopf, der meist handelt, bevor er nachdenkt. Entsprechend passt sein rücksichtsloser Ausraster zu ihm.

Thor hingegen erlitt offensichtliche enorme Schmerzen. Er hat erst seinen Vater verloren, kurz darauf seine Heimat Asgard und jetzt durch Thanos seinen Adoptivbruder Loki sowie die Hälfte seines Volkes. Da ist es durchaus verständlich, dass er Thanos so zur Rechenschaft ziehen will, dass dieser es mitbekommt.

Mit etwas Abstand können die Fans den beiden Superhelden vielleicht verzeihen, wenn sie es eh nicht schon getan haben. Ansonsten kann Thor zumindest dank „Avengers 4“ in gut einem Jahr vielleicht seine Schuld abgleichen. Star-Lord leider nicht. Denn wie Joe Russo selbst anmerkte, ist der ja schließlich tot.

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