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The Walking Dead: 10 Gründe, warum ihr euch Staffel 7 sparen könnt

The Walking Dead: 10 Gründe, warum ihr euch Staffel 7 sparen könnt

„The Walking Dead“ Staffel 7 hat begonnen und die erste Folge wirft sofort eine alles entscheidende Frage auf: Warum tun wir uns das eigentlich noch an? Was als vielversprechende Odyssee in den Abgrund des menschlichen Miteinanders begonnen hat, ist zu einer stumpfsinnigen Karikatur geworden. „The Walking Dead“ ist selbst zum Zombie geworden – Zeit für den Gnadenschuss!

Poster The Walking Dead Staffel 1

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Poster The Walking Dead Staffel 7

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Poster The Walking Dead Staffel 8

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Poster The Walking Dead Staffel 10

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1. Die Charakterentwicklung ist…richtig mies!

Zombies abschlachten hat zweifelsohne einen gewissen Unterhaltungswert. Doch egal wie kreativ, brutal oder facettenreich die Macher der Serie bei der Zerstörung der untoten Körper auch vorgingen – nach über 80 (!) Folgen sind die „Walker“ längst zur beliebigen Beilage verkommen. Umso wichtiger also, dass sich TWD besonders gut um seine Charaktere kümmert. Immerhin sind sie der einzig verbleibende Grund regelmäßig einzuschalten.

Leider ist aber ausgerechnet die Charakterentwicklung zur größten Schwäche der Serie geworden. Neu eingeführte Charaktere blieben zuletzt meist eindimensional und ihrem Ableben begegnete man nur noch mit Gleichmut. Und die bekannten Charaktere? Die treten schon schmerzhaft lange auf der Stelle. Oder sie verändern sich ohne einleuchtende Erklärung von heute auf morgen. Warum entscheidet sich Carol etwa wie aus dem Nichts zu gehen? Warum sind Rick und Michonne plötzlich ein Paar? Keiner weiß es – so sehen schlechte Scripts aus.

2. Cliffhanger und Twists sind zu einer berechenbaren Masche geworden

Natürlich gibt es sie noch, die hochgradig spannenden, intensiven Momente, die zur Popularität dieser Serie beigetragen haben. Gelungene Episode wie etwa „Im selben Boot“ aus Staffel 6 erinnern uns daran, zu was diese Serie trotz all ihrer Probleme immer noch imstande ist. Leider sind Highlights wie diese eine echte Ausnahme geworden. Dass TWD so viel von seiner Intensität eingebüßt hat, ist dabei ein hausgemachtes Problem. Zu oft wurden die Fans von den Schreibern mit lächerlich konstruierten Cliffhangern auf falsche Fährten gelockt. Zu oft fühlten sich die darauffolgenden Wendungen erzwungen und unglaubwürdig an. Zu oft ist TWD in seiner ach so überraschenden ‚Twist-haftigkeit‘ komplett berechenbar gewesen. Die Folge: Das Schicksal von Charakteren wie etwa Carol wird uns dank all der Nebelkerzen und Verzögerungstaktiken irgendwann ziemlich gleichgültig.

3. Nix gegen Gore, aber Sadismus ist einfach keine gute Geschichte

Der Mensch ist sich selbst ein Wolf. Das ist die schlichte Geschichte, die „The Walking Dead“ uns erzählt. Die „Walker“ sind nicht der Untergang der Menschheit, es sind die Menschen selbst, die sich gegenseitig ins Verderben stürzen. Keine schlechte Geschichte. Dumm nur, dass die Serie sie schon vor vielen, vielen Folgen zu Ende erzählt hat.

Das Kampf ums Überleben ist zum Selbstzweck geworden. Die Konsequenz: Ständige Wiederholungen. Um diesem gewaltigen Story-Problem zu begegnen, setzen die Autoren seit nunmehr drei Staffeln nur noch auf stumpfen Sensationalismus. Warum warten wir eigentlich auf Staffel 7? Um was geht es in dieser Serie eigentlich noch? Welche Geschichte wird hier erzählt? Wir warten, um zu erfahren, wer das neuste Opfer sadistischer Gewalt wird. Unabhängig davon, ob man sich an der Gewaltdarstellung in TWD nun anstößt oder nicht – eine gute Geschichte wird anders geschrieben.

4. Die Serie wiederholt sich viel zu oft. Die Serie wiederholt sich viel zu oft.

Mit insgesamt sechszehn Folgen pro Staffel fällt TWD deutlich aus dem Rahmen des sogenannten „Qualitätsfernsehens“. Weniger ist mehr, so lautet dort die wichtige Lektion, die die meisten Showrunner dieser Tage auch schon gelernt haben. So gelten viele Script-Regeln des alten, analogen Fernsehens im Golden Digital-Zeitalter der Serie nun nicht mehr. Zum Beispiel ist es schon lange nicht mehr nötig, den Zuschauer mit wiederkehrenden Dialogthemen permanent an den Status Quo zu erinnern. „Game of Thrones“ etwa kommt gänzlich ohne ständige Rückschritte in seinen Dialogen aus und muss dabei doppelt so viele Charaktere und Konflikte verwalten. 2016 darf man dem Publikum also sehr viel mehr zutrauen, als es TWD aktuell tut. Will heißen: Entweder verkaufen die Autoren ihr Publikum mit all den ermüdenden Dialog-Wiederholungen für dumm oder hier wird möglichst viel altes Zeug recycelt, um die sechszehn Folgen voll zu bekommen. Beides irgendwie unschön.

5. Wo ist er hin, der echte, harte Überlebenskampf?

Auch Fans der Serie sehen viele der hier angesprochenen Punkte kritisch, halten ihr aber zugute, dass sie einen „epischen Kampf ums Überleben“ auf besonders eindringliche Weise darstellt. Eine Art „Survival-Romantik“ ist also das größte Ass im Ärmel der Serie. Frag sich, warum „The Walking Dead“ dann in ihrer Kerndisziplin so spürbar nachgelassen hat.

Anstatt uns emotional durch eine harsche Welt ohne fließendes Wasser, ohne Elektrizität, ohne medizinische Versorgung und ohne Bürgerrechte zu führen, bleibt die Härte dieser Welt bloße Behauptung. Irgendjemand muss halt mal wieder umgebracht werden, damit es was zu fressen gibt. Das ist mittlerweile der kümmerliche Survival-Faktor dieser Serie. Immer häufiger bekommt man in TWD wohl genährte Make-Up-Menschen mit gut sitzenden Frisuren in voll betankten PKWs zu Gesicht. Neuwagengeruch inklusive, weil Werbedeal und so. Nur wer die Welt der Walker glaubwürdig porträtiert, macht die Verzweiflung ihrer Bewohner auch wirklich nachvollziehbar.

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6. Eine Horrorserie, vor der niemand mehr Angst hat!

Die Angst gehört unbedingt zum Zombie-Genre dazu. Sei es die Angst zerfleischt zu werden, die Angst vor der apokalyptischen Einsamkeit, die Angst vor der anonymen Masse der wandelnden Toten oder auch die Angst selbst ein Untoter zu werden. Robert Kirkmans Comic-Vorlage mag viele Probleme mit der TV-Adaption teilen, doch anders als die Serienmacher, ist sich Kirkman immer des Genres, in welchem er schreibt, bewusst gewesen.

Die TV-Serie hingegen macht schon lange niemandem mehr Angst. Leichte Besorgnis – mehr vermag die Serie letztlich nicht zu bewirken. Man sorgt sich um Charaktere, an welche man sich nach über 80 Folgen zwangsweise gewöhnt hat. Mehr aber nicht. Keine Angst, nur plakatives Grauen und Gewohnheit. In puncto Angst lässt „The Walking Dead“ – immerhin eine Horror-Serie – so ziemlich alles liegen. Warum?

7. Es gibt kaum noch gutes Drama innerhalb der Kerngruppe

Dem Videogame zur Serie „The Walking Dead“ ist es bestens gelungen. Moralische Dilemmata und fiese Gruppendynamik sind eben seit jeher das A und O einer guten Zombiegeschichte. Wer ist der Verräter, wer dreht als erster durch, wer ist ein Angsthase, wer ein Betrüger, wer hat das Essen gestohlen und welchen Preis hat ein Menschenleben? Es gab mal eine Zeit, in der Rick (Andrew Lincoln), Carol (Melissa McBride), Daryl (Norman Reedus), Michonne (Danai Gurira), Carl (Chandler Riggs) und Maggie (Lauren Cohan) sich sehr oft solchen Fragen stellen mussten. Doch die sind aus unerfindlichen Gründen lange vorbei.

Statt uns mit harten moralischen Fragen persönlich zu involvieren, wurde die Gruppe zuletzt immer häufiger aufgeteilt, um allein ihren vorhersehbaren Storylines zu folgen. Ein bisschen Sinnkrise bei Carol, eine kleine Exkursion bei Daryl und so weiter. „The Walking Dead“ war immer dann besonders gut, wenn es um die Dynamik in der Gruppe ging. Warum also die Gruppe ständig aufteilen?

8. Wie Fernsehen von Vorgestern: Gut gegen Böse

Was würdest du tun? In den ersten beiden Staffel „The Walking Dead“ gelang es der Serie regelmäßig diese Frage auf eindringliche Weise in unsere Richtung zu stellen. Würdest du dich so wie Herschel mit seinen Töchtern am Arsch der Welt verkriechen und versuchen, das Grauen da draußen zu ignorieren? Oder würdest du, so wie Shane, selbst zum Wolf werden und auf alles und jeden schießen, das dir vor die Flinte läuft?

TWD gab seinen Zuschauern zu Beginn ein breit gefächertes, buntes Spektrum an moralischen und überlebenstechnischen Fragen an die Hand, aus welchen man seine persönliche Wahl treffen konnte. Das war es, was der Serie zu Beginn eine gewisse Faszination gab. Mittlerweile ist dieses Spektrum schwarz-weiß geworden. Es gibt die Guten und es gibt die Bösen. Und dazwischen ganz viel Langeweile.

9. Es ist besser auszubrennen als zu verblassen

Wenn es nach Robert Kirkman geht, dann wird TWD noch viele, viele Jahre laufen. Material gibt es dank der Comic-Vorlage bekanntlich genug. Doch was in den Comics noch lange Zeit funktionieren wird, dürfte der Serie extrem zu schaffen machen. Die Kerngruppe um Rick hat nämlich alle im Fernsehen üblichen Storylines und Konflikte bereits hinter sich. Heldensagen, gebrochene Herzen, Affären, Verrat, Verlust, Tod und die dunkle Seite der Macht – den Hauptcharakteren bleibt nicht mehr viel zu tun. Eigentlich wäre es also an der Zeit, einen radikalen Schnitt zu machen und ein paar der Hauptcharaktere (und deren sichtbar ermüdete Schauspieler) mittels dramatischem Finale gehen zu lassen. Für immer.

Doch das wird nicht passieren. So will es die Industrie, so haben wir es schon unzählige Male erlebt und so wird es auch in „The Walking Dead“ kommen. Wer bereits weiß, was in den Comics passiert, der weiß auch – weltbewegend ist das nicht. Wirklich befriedigend auch nicht. Hier und da gibt es zweifelsohne interessantes Material, doch der große Aha-Effekt, er wird nicht kommen. Kurz: TWD wird mit großer Wahrscheinlich auch weiter an Qualität einbüßen. Die Serie wird daraufhin Zuschauer verlieren, in der Folge sinkt dann das Budget und schließlich wird „The Walking Dead“ selbst ein langsam verwesender Untoter sein. Es ist also Zeit, ihr den Gnadenschuss zu geben und es gar nicht erst so weit kommen zu lassen.

10. Es gibt soooooo viele Serien, die besser sind!

Schon klar, einmal dabei – immer dabei. Wer von Anfang an dabei war, der macht als echter Fan eben auch bis zum bitteren Ende mit. Die Macht der Gewohnheit. Und man will ja auch irgendwie mitreden können. Und überhaupt - vielleicht wird Staffel 7 ja überraschend gut. Wird sie nicht. Das ist uns allen irgendwie auch schon klar. Deshalb: Kopf hoch und jenseits des Tellerrands schauen. Dort warten nämlich mindestens 50 Serien, die besser sind als das, was „The Walking Dead“ mit Staffel 7 bietet. Versprochen!