Die ersten Trailer und Bilder versprechen einen Joker, wie man ihn seit langem nicht mehr auf der Leinwand gesehen hat – wenn überhaupt. Nicht von ungefähr kamen bereits Vergleiche etwa mit Martin Scorseses „Taxi Driver“ auf. Doch obwohl ihm die Rolle wie auf dem Leib geschnitten scheint, wollte Joaquin Phoenix die Rolle zunächst gar nicht annehmen, wie er nun in einem Interview verriet.

Nach dem – für manche – verkorksten Versuch, den Joker Jahre nach der brillanten Darbietung Heath Ledgers ins DC Extended Universe einzubringen, hätte wohl niemand damit gerechnet, dass Batmans Erzfeind Nummer eins einen eigenen Solofilm erhält. Aber was noch überraschender kam, war die Besetzung mit Joaquin Phoenix. Der Charakterdarsteller ist schließlich bekannt dafür, seine Rollen mit Bedacht auszusuchen.

Und eigentlich wollte der 44-Jährige zunächst auch gar nicht zusagen, wie er nun in einem Interview mit Total Film gestand, schließlich habe er auch schon Rollen wie die des Doctor Strange im Marvel Cinematic Universe ausgeschlagen. „Ich habe eine Weile gebraucht, mich darauf einzulassen. Wenn ich heute zurückblicke, weiß ich nicht, wieso. Da war eine Menge Angst, ja. Aber ich sage immer, es gibt motivierende Angst und lähmende Angst. Da ist die Sorte Angst, bei der man nicht einen verdammten Schritt mehr wagt, und dann ist da die Sorte, bei der man sagt, ‚Okay, was tun wir? Das ist nicht gut genug.‘ Und man taucht tiefer und tiefer ein. Ich liebe diese Sorte Angst. Sie leitet uns an, lässt uns härter arbeiten.“

Aber sein Zögern hing auch mit der Darstellung der Superhelden in den meisten Filmen zusammen. Viel zu oft würden diese zu vereinfacht und auf ihre Grundzüge reduziert dargestellt. So distanziere sich das Publikum von den Charakteren, so Phoenix; sie würden zu Abziehbildern von Gut und Böse. Das sei aber bei Todd Phillips‘ Film überhaupt nicht der Fall. Dieser sei mehr eine Charakterstudie denn Blockbuster, etwas, das Phoenix sehr gereizt habe. „Es gibt Momente, in denen man sich ihm verbunden fühlt und ihn anfeuert“, so Phoenix über seine Rolle des Arthur Fleck, „und dann gibt es Momente, in denen man von ihm angewidert ist. Ich liebe diese Idee, das Publikum herauszufordern, aber auch mich selbst herauszufordern, einen solchen Charakter zu erforschen.“ Die Gelegenheit, das zu tun, sei ohnehin selten genug, geschweige denn im Superhelden-Genre.

Für Regisseur Phillips, der sich einen Namen mit der Anarcho-Trilogie „Hangover“ gemacht hatte, stand von Beginn an fest, dass er nur Phoenix in dieser Rolle haben wollte. Auch aus diesem Grund sollte „Joker“ eine Art Experiment sein, ein vom filmischen DC-Universum losgelöster Solofilm fast ohne Verpflichtungen. Eine Fortsetzung stand daher auch nie zur Debatte. Das heißt aber nicht, dass der Regisseur/Drehbuchautor/Produzent einem zweiten Teil nicht abgeneigt wäre: „Eins kann ich euch sagen: Ich würde alles mit Joaquin Phoenix machen, jederzeit. Es gibt niemanden wie ihn. Wenn er dazu bereit wäre, und wenn genug Leute diesen Film schauen, und Warner Bros. zu uns kommen und sagen würde, ‚Wisst ihr was? Wenn ihr euch etwas ausdenken könntet…‘ Nun, ich habe das Gefühl, dass er und ich, wir beide etwas wirklich Cooles auf die Beine stellen könnten.“

Aber zunächst werden Phillips und Phoenix abwarten müssen, wie sich „Joker“ in den Kinos schlägt. In Deutschland startet der Film, der im Gotham der 1970er-Jahre spielt, ab dem 10. Oktober dieses Jahres in den Kinos. Neben Phoenix als Arthur Fleck/Joker spielen noch Robert De Niro („Taxi Driver“), Zazie Beetz („Deadpool 2“), Brian Tyree Henry („Hotel Artemis“), Shea Wigham („Kong: Skull Island“) und Brett Cullen („The Dark Knight Rises“) mit.

Ihr denkt, ihr kennt den Joker in und auswendig? Kennt ihr dann auch diese zehn Fakten?

Bilderstrecke starten(11 Bilder)
10 unglaubliche Fakten über den Joker, die ihr bestimmt noch nicht kanntet

Von Cesar Romero bis hin zu Jared Leto

Irgendwo kann man Phoenix‘ Bedenken auch verstehen: Kein Comic-Bösewicht wurde schon so häufig von so vielen begnadeten Schauspielern auf eine so einzigartige Weise dargestellt wie der absolute Erzfeind Batmans. Auf Cesar Romeros übertriebene und dennoch comichafte Darstellung in der Batman-Fernsehserie folgte Jack Nicholsons Joker in Tim Burtons „Batman“ von 1989 – eine schwarzhumorige Iteration. Unerreicht dann Heath Ledgers Version in Christopher NolansThe Dark Knight“. Seine vorletzte Rolle vor seinem plötzlichen Ableben bescherte Ledger 2009 posthum den Oscar als bester Nebendarsteller. Jared Leto, der ihn als letzter Darsteller auf der großen Leinwand verkörpern durfte – wenn man von den Animationsfilmen absieht – hatte in David AyersSuicide Squad“ leider nicht den Raum, den er zum Entfalten benötigt hätte. Ein geplanter Film, der den Leto-Joker und Margot Robbies Harley Quinn in den Mittelpunkt gerückt hätte, soll bereits wieder eingestellt worden sein.

Aber wer weiß, vielleicht gelingt Phoenix ja das fast Unmögliche und er spielt all diese großen Namen an die Wand. Dann werden sich zukünftige Darsteller nicht mehr länger an Ledger, sondern an Phoenix messen lassen müssen.

Ihr wollt doch lieber ein Superheld statt ein Antiheld sein? Dann testet, welcher ihr wärt:

Welches Mitglied der „Justice League“ bist du?

Hat dir dieser Artikel gefallen? Dann hinterlasse uns einen Kommentar auf dieser Seite und diskutiere mit uns über aktuelle Kinostarts, deine Lieblingsserien und Filme, auf die du sehnlichst wartest. Wir freuen uns auf deine Meinung.

Zu den Kommentaren

News und Stories

Kommentare