The Upside Poster

US-Remake von „Ziemlich beste Freunde“ leidet unter Weinstein-Skandal

Andreas Engelhardt  

Im Oktober des vergangenen Jahres erschütterten Enthüllungen um den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein die US-Filmindustrie. Neben den gesellschaftlichen Diskussionen über strukturellen Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung hat der Niedergang von Weinstein Auswirkungen auf das Filmgeschäft. Einer der Leidtragenden ist jetzt das US-Remake von „Ziemlich beste Freunde“.

Eigentlich sollte „The Upside“, die Neuverfilmung von „Ziemlich beste Freunde“, in den USA am 09. März 2018 starten. Eigentlich. Wie Deadline berichtet, hat The Weinstein Company den Kinostart der Tragikomödie ersatzlos gestrichen. Die Kinoveröffentlichung soll noch in diesem Jahr erfolgen, wann genau ist allerdings offen.

2011 wurde das französische Original „Ziemlich beste Freunde“ zu einem internationalen Hit. In der US-Neuverfilmung schlüpft Bryan Cranston in die Rolle des wohlhabenden, aber querschnittsgelähmten Phillip, während Kevin Hart den Part seines unkonventionellen Pflegers Dell übernimmt.

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„The Upside“ steht in Deutschland vor besonderer Schwierigkeit

„The Upside“ ist nicht der einzige Film, der aktuell seinen Kinostart auf unbestimmte Zeit verschieben muss. The Weinstein Company hat zusätzlich die Komödie „War with Grandpa“ mit Robert De Niro aus seinem Terminplan gestrichen; eigentlich sollte der deutsche Kinostart am 17. Mai erfolgen. Auch das Bibelstück „Maria Magdalena“ mit Rooney Mara und Joaquin Phoenix, das in Deutschland am 15. März 2018 starten sollte, verlor seinen US-Release.

Ob damit gleichbedeutend auch die Veröffentlichungstermine in Deutschland ausgesetzt sind, ist aktuell ungewiss. Die deutschen Vertriebsrechte für „Maria Magdalena“ und „War with Grandpa“ haben jedenfalls andere Firmen inne. „The Upside“ hatte allerdings keinen deutschen Kinostart und ein deutscher Verleih ist für das Remake ebenfalls nicht bekannt. Hier könnte das ungeklärte Vertriebsrecht einer deutschen Veröffentlichung einen Strich durch die Rechnung machen.

The Weinstein Company sucht einen Käufer

Die Aussetzung der Termine erfolgt, da The Weinstein Company wenig überraschend direkt vom Skandal seines Mitgründers Harvey Weinstein betroffen ist. Die Firma entließ ihn zwar unmittelbar nach den Enthüllungen, allerdings leidet sie unter einem Schuldenberg in der Höhe von über 500 Millionen US-Dollar. Hinzu kommt jetzt der immense Imageschaden, der Name Weinstein ist aktuell in Hollywood ein rotes Tuch.

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The Weinstein Company sucht deswegen einen Käufer. Bis dieser gefunden ist, bleibt die Zukunft der genannten Filme ebenso wie der von „The Current War“ unklar. Das Thomas-Edison-Biopic mit Benedict Cumberbatch sollte Ende 2017 erscheinen, der Kinostart wurde dann jedoch ebenfalls abgesagt. Wenn sich der Verkauf von The Weinstein Company zieht, könnten „The Upside“ und Co. auch erst im kommenden Jahr veröffentlicht werden. Studios wie MGM und Lionsgate haben aber zumindest bereits Interesse bekundet.

Vorstellbar ist auch, dass The Weinstein Company mit „The Upside“ und den anderen ausstehenden Filmen verfährt wie mit „Paddington 2“. Die Rechte am Familienfilm verkaufte das Studio an Warner Bros., wodurch der Kinostart doch vollzogen werden konnte. Ob dies für das US-Remake von „Ziemlich beste Freunde“ ebenfalls möglich ist, muss die Zukunft zeigen.

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