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Neuer MCU-Negativrekord: „The Marvels“ stürzt jetzt so richtig ab

Neuer MCU-Negativrekord: „The Marvels“ stürzt jetzt so richtig ab
© Disney

Nun hat die Krise das MCU erreicht: „The Marvels“ stellt am dritten Wochenende den nächsten Negativrekord ein und könnte einen Millionenverlust einfahren.

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Hardcore-Fans mögen regelmäßig das Zünglein an der Waage sein, um Rekorde einzufahren, da sie gut und gerne öfter für ein Franchise ins Kino gehen und bei Gefallen entsprechend mehreren Vorstellungen eines einzelnen Films beiwohnen. Aber für einen großen Blockbuster braucht es die breite Masse. Das Gros der Publikums entscheidet sich noch immer nach klassischen Faktoren für oder gegen einen Kinobesuch: Mag ich das Genre? Mag ich die Stars, die den Film tragen? Mag ich das entsprechende Franchise, wenn vorhanden? Und ganz wichtig: Kenne ich die vorherigen Filme?

Bei letzterem Punkt stießen Disney und Marvel Studios mit dem hauseigenen Marvel Cinematic Universe (MCU) auf Gold und dominierten mit einem zusammenhängenden Film-Universum das Kino der 2010er-Jahre. Die Erfolgsformel von Mastermind Kevin Feige war so gut, dass selbst Warner mit dem gescheiterten DC Extended Universe (DCEU) nicht herankam, obwohl das Studio mit Christopher Nolans „Dark Knight“-Trilogie zuvor großen Anteil am Erstarken des Comicfilm-Genres hatte.

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Jede Filmdekade hat ihre Lieblinge, die 2010er-Jahre gehörten zweifellos dem Comicfilm und dem Franchise im Allgemeinen. Und alles deutet darauf hin, dass sich dieser Erfolg nicht in die 2020er-Jahre tragen lässt – jedenfalls nicht ohne Weiteres. Das wird ganz besonders im Kinojahr 2023 deutlich: Während sämtliche DC-Filme („Shazam: Fury of the Gods“, „The Flash“, „Blue Beetle“) gefloppt sind, musste auch das erfolgsverwöhnte MCU bei „Ant-Man and the Wasp: Quantumania“ einen Rückschlag hinnehmen. Obwohl es sich dabei um den groß angekündigten Start der Phase 5 des MCU handelt, spielte der Film nur rund 476 Millionen US-Dollar weltweit ein, fiel damit sogar gegenüber dem ersten „Ant-Man“ zurück. „Guardians of the Galaxy Vol. 3“ konnte mit 845 Millionen US-Dollar wieder die Sektkorken knallen lassen, war aber auch der vermeintliche große Abschied von der liebgewonnenen Truppe.

Doch der ganz große Knall sollte erst noch folgen – aber nicht aus Freude. Tatsächlich erreicht das MCU mit „The Marvels“ im finanziellen Bereich seinen absoluten Tiefpunkt: Am Startwochenende spielte der Film in den Vereinigten Staaten mit 47 Millionen US-Dollar weniger ein, als zuletzt prognostiziert (via Deadline). Dabei ging man im Vorfeld zum Startwochenende in den USA bereits von 90 auf 60 Millionen US-Dollar herunter. Das jetzige Ergebnis ist noch niedriger als die 55 Millionen US-Dollar bei „Der unglaubliche Hulk“, einem der ersten Filme des MCU, der nur allzu gerne vergessen wird. International sah es zum Start auch nicht besser aus, da kam der Film inklusive Nordamerika auf vergleichsweise magere 110 Millionen US-Dollar. Platz 1 der Charts wurde zwar vielerorts erreicht, das aber nur mangels Konkurrenz. Seit dem 17. November 2023 läuft weltweit „Die Tribute von Panem: The Ballad of Songbirds and Snakes“. Und es wurde bereits erwartet, dass dieser sich dann an die Kinospitze setzen würde.

Und es ist tatsächlich so gekommen, wie es erwartet wurde: Wie Deadline berichtet, konnte sich das Prequel zu „Die Tribute von Panem – The Hunger Games“ mit einem Einspielergebnis von 44 Millionen US-Dollar an die Spitze der US-Kinocharts kämpfen. „The Marvels“ hatte hierbei das Nachsehen und konnte gerade einmal 10,2 Millionen US-Dollar einfahren. Das stellt gegenüber der Vorwoche einen unfassbaren Einbruch von rund 80 Prozent in der zweiten Woche dar. Neuer Negativrekord für das MCU. Dieser Trend setzte sich am dritten Wochenende fort und sorgte direkt für das nächste Allzeittief: Mit weiteren Einnahmen von gerade einmal 8,8 Millionen US-Dollar über das eigentlich lukrative Thanksgiving-Wochenende flog der Film aus den Top 5 der US-Charts – schneller als je ein MCU-Film zuvor (via ScreenRant). „Der unglaubliche Hulk“, „Captain America: The First Avenger“ und „Ant-Man and the Wasp“ ereilte dieses Schicksal jeweils erst nach vier Wochen.

Weltweit steht die Marvel-Produktion bei vergleichsweise mageren 188 Millionen US-Dollar (via Box Office Mojo). Das schmerzt vor allem angesichts der Produktionskosten in Höhe von unfassbaren 275 Millionen US-Dollar. Bei einer Laufzeit von 105 Minuten sind das 2,61 Millionen US-Dollar pro Filmminute. Das bedeutet, dass der Film mindestens 550 Millionen US-Dollar einspielen muss, allein um die Produktionskosten wieder einzufahren, Marketingkosten sind hier noch nicht einmal inbegriffen. Alles andere bedeutet ein Minus. Und das ist jetzt sehr wahrscheinlich. Falls ihr zu den noch Unschlüssigen gehört, die nicht wissen, ob sie über das nötige Rüstzeug verfügen, um „The Marvels“ in seiner Gänze zu verstehen, im Video fassen wir euch zusammen, was ihr für einen Kinobesuch wissen müsst:

The Marvels: Was bisher geschah

„The Marvels“: Was sind die Gründe für den Marvel-Flop?

Es gibt drei gewichtige Gründe für das miserable Abschneiden; an einem tragen die Verantwortlichen von Disney und Marvel Studios nur bedingt Mitschuld, die anderen beiden haben sie jedoch gänzlich selbst (mit) zu verantworten:

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Die Qualität bei den Genrevertretern hat in jüngster Zeit merklich nachgelassen. Man kommt nicht umhin, zu glauben, dass den Verantwortlichen die Geschichten ausgehen und sie die gleiche Handlung quasi mit anderen Figuren wieder von vorne beginnen. Alles wirkt irgendwie austauschbar. Das hat sogar die Anime-Serie „Dragon Ball“ besser gelöst – und das will etwas heißen. Schlimmer noch, auch die Computereffekte werden dabei (gefühlt) immer schlechter, obwohl man meinen könnte, dass diese bei fortschreitender Technik besser werden sollten. Die Konsequenz hieraus sieht man am fernbleibenden Publikum. Zugleich werden diejenigen verprellt, die bis zuletzt noch Comicfilme im Kino geschaut haben.

Bei all den Flops über das gesamte Jahr hinweg hat „The Marvels“ einfach das Nachsehen, was das Interesse eines allgemeinen Publikums betrifft. Das Geld sitzt einfach nicht mehr so locker in diesen Tagen – Weihnachten steht auch bevor! – und man gibt es noch weniger aus, wenn man keine gute Unterhaltung erwartet. Hier trifft die Verantwortlichen also nur bedingt Schuld, wenn man bedenkt, dass Andi und Celina den Film von Regisseurin Nia DaCosta als Rückkehr zu alter Form loben und auch das Publikum ihn auf Rotten Tomatoes mit 85 Prozent richtig gut bewertet.

Anders sieht es dagegen bei der Expansion des MCU aus. Im Kampf um die Streaming-Hoheit hat Disney seine eigentlich starken Marken „Star Wars“ und Marvel über Gebühr ausgereizt, wenn man so will. Zahllose Serien auf Disney+ haben diese Marken verwässert und ihren Reiz geschmälert. Zum Vergleich: Die „James Bond“-Reihe hat innerhalb von 59 Jahren 25 Filme hervorgebracht, im MCU sind es bereits 33 Filme und 11 Serien innerhalb von 15 Jahren (!). Man kann durchaus davon ausgehen, dass selbst Fans dieser Marken nicht mehr alles gesehen haben, was zuletzt veröffentlicht wurde – wenn sie denn überhaupt den Streamingdienst abonniert haben. Dieses Problem zeigt sich ganz besonders bei den Marvel-Produktionen. Die ursprüngliche Stärke des MCU als zusammenhängendes Universum erweist sich jetzt als Manko – ganz besonders bei „The Marvels“.

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Um dem Film folgen zu können, sollte man neben „Captain Marvel“ noch die Disney+-Serien „WandaVision“, „Ms. Marvel“ und „Secret Invasion“ gesehen haben. Doch nicht alle Kinofans haben Disney+. Dass man überhaupt voraussetzt, dass man gewisse Serien, die buchstäblich hinter einer Bezahlschranke stecken, gesehen haben muss, um einen entspannten Kinoabend genießen zu können, ist schon ein inhärenter Fehler, den sich die Verantwortlichen ankreiden lassen müssen.

Dann spielt Star-Power selbst im MCU eine nicht zu verachtende Rolle, auch wenn Kritiker Quentin Tarantino dem filmischen Universum vorwirft, keine Stars zu haben: Manche von ihnen mögen zu Beginn noch über keine zugkräftigen Namen verfügt haben, dennoch sind etwa die drei Namensvetter Chris Evans (Captain America), Chris Hemsworth (Thor) und Chris Pratt (Starlord) durch ihre Rollen im Laufe ihrer Marvel-Zeit zu Stars geworden. Waren es am Anfang ihre Charaktere, für die das Publikum ins Kino ging, waren sie später mit ein Grund für den Kinobesuch. Bei „The Marvels“ gibt es – ganz streng betrachtet – keine zugkräftigen Stars, zumindest nicht in den Hauptrollen.

Durch die Tatsache, dass der Film auch die Fortführung gleich mehrerer Disney+-Serien darstellt, können viele weder mit den Charakteren Monica Rambeau und Ms. Marvel noch mit deren Darstellerinnen Teyonah Parris und Iman Vellani etwas anfangen. Am ehesten dürfte Brie Larson durch Filme wie „Kong: Skull Island“, „Raum – Liebe kennt keine Grenzen“ sowie ihre vorherigen MCU-Leinwandauftritte im Solofilm „Captain Marvel“ und „Avengers: Endgame“ bekannt sein. Aber „The Marvels“ heißt nicht „Captain Marvel 2“. Mit dieser Assoziation zum Milliardenhit von 2019 hätte man eventuell mehr Leute abgeholt. Allerdings ist es auch denkbar, dass der Erfolg des ersten Films in erster Linie aufgrund seiner Sandwich-Position zwischen „Avengers: Infinity War“ und „Avengers: Endgame“ zustandekam.

Zu allem Übel konnten Larson, Vellani und Parris im Vorfeld zum Kinostart keinerlei Werbung in Form von PR-Tour, Interviews und einer großen Weltpremiere betreiben, um sich und den Film in das Bewusstsein von Kinofans zu bringen. Grund war der jüngst beigelegte Arbeitskampf der Gewerkschaft SAG-AFTRA, die unter anderem Disney schlechte Arbeitsbedingungen für Schauspielende vorwarf. Disney-Chef Robert Allen „Bob“ Iger, der dabei in erster Linie den Kinosommer in Gefahr sah, verdeutlicht die Mitschuld des Micky-Maus-Konzerns an dieser misslichen Lage. Da dürfte es nicht mehr viel geholfen haben, dass ganz kurz vor dem Kinostart das Redeverbot endlich aufgehoben wurde:

Haben die Hater*innen Schuld am schlechten Einspielergebnis Startwochenende?

Das ist sicherlich eine berechtigte Frage. Strittig bleibt dennoch, ob die Hater*innen wirklich über so einen Einfluss verfügen, um über Wohl und Wehe eines Films zu entscheiden. Boykottaufrufe in solcherlei Fällen haben auch in der Vergangenheit im Grunde nie eine allzu nennenswerte Auswirkung gehabt. Anders sieht es dagegen aus, wenn sich Fans hintergangen fühlen, „Phantastische Tierwesen 3: Dumbledores Geheimnisse“ lässt sich hier als Paradebeispiel nennen – und zwar in gleich mehrerer Hinsicht: Johnny Depps Rolle als Gellert Grindelwald wurde bekanntermaßen mit Mads Mikkelsen neu besetzt. Man nahm den Fans also ihren Star. Als Grund vermuten die meisten den hässlichen, öffentlich ausgetragenen Streit zwischen dem „Fluch der Karibik“-Star und seiner Ex-Frau Amber Heard, die ihm unter anderem häusliche Gewalt vorwarf. Doch während Depp gehen musste, blieb Ezra Miller trotz ähnliche Vorwürfe im gleichen Film unangetastet, eine unverständliche Entscheidung. Zugleich verprellte Joanne K. Rowling, Autorin des „Harry Potter“-Universums, zu dem die „Phantastische Tierwesen“-Filme gehören, Außenstehende und ihre eigenen Fans mit trans*feindlichen Aussagen.

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Angesichts dessen kann man durchaus gespannt darauf sein, wie „Aquaman 2: New Kingdom“ abschneiden wird. Auch hier spielte der erste Teil zum Höhepunkt des Genres über eine Milliarde US-Dollar ein. Aber im Gegensatz zu „The Marvels“ muss das Publikum da nur das Wissen zum ersten Film mitbringen und erhält im Gegenzug mit Jason Momoa einen Star in seiner größten Rolle geboten. Zudem kommt der DC-Film am 21. Dezember 2023 in die Kinos: Ein Kinobesuch mit der ganzen Familie und/oder Kinogutscheine als Weihnachtsgeschenk dürften da wie so oft die Performance befeuern. Eine Stolperfalle wäre neben der Genrezugehörigkeit die Anwesenheit von Amber Heard. Aber da wären wir wieder beim strittigen Punkt, welchen Einfluss Hater*innen und Boykottaufrufe auf das Sehverhalten des allgemeinen Kinopublikums überhaupt haben.

Eines ist jetzt klar: „The Marvels“ wird zum Verlustgeschäft für Disney, könnte hunderte Millionen US-Dollar Miese bedeuten. Und er beweist: Die Expansion des MCU auf Disney+ und die Fortführung von Serien-Handlungssträngen auf der großen Leinwand geht nicht auf.

Erinnern wir uns lieber mit diesem Quiz an schönere Tage, als Marvel-Legende Stan Lee noch Cameo-Auftritte hatte:

Das Stan-Lee-Quiz: Erkennst du den Marvel-Film anhand des Cameos?

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