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James Bond als Vorbild: Hollywood-Regisseur fordert Marvel- und „Star Wars“-Pause

James Bond als Vorbild: Hollywood-Regisseur fordert Marvel- und „Star Wars“-Pause
© Imago / Zuma Press

Im Interview sprach Filmemacher Edgar Wright über die aktuelle Franchise-Flaute und nannte die „James Bond“-Filme als Beispiel, wie man es richtig macht.

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Das Kinojahr 2023 dürfte bei so manchem Filmfan als das Jahr in die Filmgeschichte eingehen, in dem sich Steven Spielbergs Prophezeiung bewahrheiten sollte: 2015, also vor fast schon zehn Jahren, sagte der verdiente Filmemacher gegenüber The Associated Press (via The Hollywood Reporter) voraus, dass der Comicfilm den Weg des Westerns gehen werde:

„Wir waren dabei, als der Western starb. Und es wird eine Zeit kommen, in der die Superheldenfilme den Weg der Western gehen werden. Das bedeutet nicht, dass es nicht noch eine Gelegenheit geben wird, in der die Westernfilme zurückkommen und der Superheld*innenfilm eines Tages wieder aufkommt.“

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Diese Filmzyklen, warnte der 76-Jährige damals, seien endlich. Es werde die Zeit kommen, in der das Ganze implodieren werde. Darauf müssten sich die Studios unbedingt gefasst machen:

„Es wird eine Implosion geben, bei der drei oder vier oder vielleicht sogar ein halbes Dutzend dieser Megabudget-Filme untergehen werden – und das wird das [Kino-]Leitbild verändern.“

Damals erhielt Spielberg viel Kritik vor allem von Filmschaffenden und Schauspielenden, die mit Comicfilmen Erfolge feierten. Acht Jahre später ist es der Schöpfer von großen Meisterwerken wie „Der weiße Hai“ und „Schindlers Liste“, der sich nun endlich damit rühmen kann, dass die Erfahrung aus ihm sprach: Bis auf „Spider-Man: Across the Spider-Verse“ und „Guardians of the Galaxy Vol. 3“ sind alle großen Comicfilme unter Marvel- und DC-Banner im Kinojahr 2023 krachend an den internationalen Kinokassen gescheitert.

Aktuell besonders schmerzhaft mit anzusehen: „The Marvels“ entwickelt sich zum ersten richtigen Flop innerhalb des bis dato quasi unfehlbaren Marvel Cinematic Universe (MCU) von Marvel-Mastermind Kevin Feige. Bei zum Zeitpunkt gerade einmal 188 Millionen US-Dollar an weltweitem Einspiel werden wohl nicht einmal mehr die reinen Produktionskosten in Höhe von knapp 275 Millionen US-Dollar eingespielt. Der letzte MCU-Film des Jahres wird Disney also Hunderte Millionen US-Dollar Verlust einbringen.

Statt Comicfilme und Franchise-Filme – auch „Fast & Furious 10“ blieb hinter den Erwartungen – hat sich das Kinopublikum für gänzlich neue und frische Filmideen entschieden: Die drei erfolgreichsten Filme des Jahres mit „Barbie“, „Der Super Mario Bros. Film“ und „Oppenheimer“ haben allesamt kein Franchise hinter sich. Für Edgar Wright, bekannt für die „Cornetto“-Trilogie mit „Shaun of the Dead“, „Hot Fuzz – abgewichste Profis“ und „The World’s End“, eine Entwicklung, die abzusehen war, wie er im „Happy Sad Confused“-Podcast verriet:

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„Ich wünschte, einige Franchisen würden einfach eine Pause einlegen, um die Leute wieder für sich zu begeistern. Ich habe das Gefühl, dass ich bestimmte Dinge, die ich geliebt habe, nicht noch einmal sehen möchte. Oder ich möchte sie für eine lange Zeit nicht mehr sehen.“

Wright wäre selbst einmal fast Teil des MCU geworden, er hätte ursprünglich „Ant-Man“ inszenieren sollen. In gewisser Weise ist er es auch, denn bei letzterem Film ist er zumindest als Autor für die Geschichte genannt. Namen nannte er im Gespräch bewusst keine, aber es lässt sich aus dem Gesagten schlussfolgern, dass er unter anderem das MCU und auch das „Star Wars“-Universum mit seinen Worten anspricht:

„Eines der Probleme mit Franchisen ist, dass manchmal, wenn sie – ich nenne jetzt keine Namen oder so –, eine große Anzahl von Filmen und TV-Serien ankündigen, die Gefahr besteht, damit die goldene Gans zu erledigen.“

Denn wie heißt es doch so schön nach Paracelsus: „Alle Dinge sind Gift und nichts ist ohne Gift. Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.“ Kein Gift sind definitiv diese Marvel-Outtakes im Video:

MARVEL-Outtakes

Das macht die „James Bond“-Reihe besser als Marvel und Co.

Eine Filmreihe, von der die Verantwortlichen aktueller Franchisen laut Wright lernen könnten, sei die langlebige „James Bond“-Reihe von Eon Productions. Kein schlechter Vergleich, denn die 007-Filme haben sich immer wieder neu erfunden beziehungsweise dem Zeitgeist angepasst, um den Agenten Ihrer und jetzt Seiner Majestät in Bezug auf die Popkultur relevant zu halten. Nach dem Ende der Ära Daniel Craig mit „Keine Zeit zu sterben“ , den ihr über Amazon in grandioser 4K-Auflösung erhaltet, zeigt Produzentin Barbara Broccoli keine Eile bei der Neuerfindung von 007:

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„Ich finde sie ziemlich schlau, weil sie bereit sind, eine Art Pause einzulegen, um Vorfreude zu erzeugen. Sie sind klug genug, auf die Bremse zu treten und die Spannung auf den nächsten Film zu steigern, damit man sich auf den nächsten freuen kann. Ich glaube, eines der Probleme ist, dass ich mir wünsche, dass die Leute bei einigen Filmen und Serien verstehen würden, dass es in Ordnung ist, eine Pause zu machen und Vorfreude zu generieren.“

Zum Vergleich: In 59 Jahren hat es die „James Bond“-Reihe auf 25 Filme gebracht, während im MCU innerhalb von gerade einmal 15 Jahren satte 33 Filme und elf Serien veröffentlicht wurden. Bei den „Star Wars“-Kinofilmen hat Lucasfilm-Präsidentin Kathleen Kennedy bereits eine Schaffenspause verordnet, um nach der Skywalker-Ära eine neue Marschroute zu finden, wenn auch die zahlreichen Serien auf Disney+ dem Ganzen ein wenig den Wind aus den Segeln nehmen. Vielleicht wäre eine solche Kreativpause auch im MCU angeraten. Zumindest wird es 2024 mit „Deadpool 3“ (deutscher Kinostart am 24. Juli 2024) nur einen einzigen Film geben.

Und jetzt könnt ihr uns beweisen, wie gut ihr euch mit der 007-Geschichte auskennt:

James Bond-Quiz: Teste dein Wissen über Agent 007!

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