Filmhandlung und Hintergrund

Kult-Komiker Simon Pegg ("Star Trek") erlebt nach "Hot Fuzz" und "Shaun of the Dead" erneut bizarren Comedy-Irrwitz britischer Art, wenn diesmal die Welt in einem Pub endet...

20 Jahre nachdem Gary King mit seinen drei besten Freunden scheiterte, bei einer Kneipentour in jedem der 20 Pubs seines Heimatdorfes ein Bier zu trinken, plant der ewige Kindskopf eine Neuauflage des juvenilen Spaßes – nur so glaubt er, seiner Lebensmisere zu entkommen. Dafür muss er erst einmal die Kumpels zusammentrommeln, die als Geschäftsmänner und Familienväter längst mit beiden Beinen im Leben stehen. Unter Mühen kann Gary sie überreden. Vor Ort im alten Heimatdorf erwartet sie aber eine faustdicke Überraschung.

Fünf Jugendfreunde stellen bei einer Kneipentour fest, dass in ihrem Heimatdorf nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Abschluss von Edgar Wrights Cornetto-Trilogie, in dem Simon Pegg und Nick Frost wieder zu absoluter Hochform auflaufen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Nach Shaun of the Dead und Hot Fuzz nehmen sich Edgar Wright und Simon Pegg eines weiteren Genres an: Vergnügliche SF-Komödie mit viel nostalgischem Flair.
    2. The World's End: Kult-Komiker Simon Pegg ("Star Trek") erlebt nach "Hot Fuzz" und "Shaun of the Dead" erneut bizarren Comedy-Irrwitz britischer Art, wenn diesmal die Welt in einem Pub endet...

      Abschluss der Cornetto-Trilogie von Edgar Wright, in dem fünf Jugendfreunde bei der Rückkehr in ihr Heimatdorf feststellen, dass nicht alles dort mit rechten Dingen zugeht.

      „Scott Pilgrim gegen die Welt“, Edgar Wrights hyperaktives Hollywood-Debüt von 2011, war vorerst also nur ein Ausreißer – und das ist gut so: Mit „The World’s End“ kehrt der vermutlich innovativste unter den jungen britischen Filmemachern wieder zurück nach England, um seine mit „Shaun of the Dead“ und „Hot Fuzz“ so vielversprechend begonnene Cornetto-Trilogie – benannt nach der beliebten Eiscreme-Sorte, die in allen Teilen zumindest eine kleine Rolle spielt – mit den beiden mittlerweile zu Stars avancierten Hauptdarstellern Simon Pegg und Nick Frost zu vollenden.

      Wieder verbindet Wright einen Standard des Genrekinos mit Comedy, die dem wahren Leben entrissen scheint, fusioniert das Fantastische mit dem Alltag ganz normaler britischer Jungs, denen es schwer fällt, erwachsen zu werden, obwohl sie bereits um die 40 sind. Waren es vormals der Zombiefilm beziehungsweise die Buddy-Cop-Action, die als Sprungbrett ins Abenteuer im allzu wiedererkennbaren Kleinstadtengland dienten, als hätten die Kinks zuviel George Romero und Walter Hill gesehen, werden die fünf Protagonisten auf dem Weg zum World’s End – Name des letzten von zwölf Pubs im verschlafenen Heimatkaff – mit dem buchstäblichen Ende der Welt konfrontiert, in Form einer Außerirdischen-Invasion, die aus dem ohnehin gleichförmigen Dörfchen ein britisches Stepford gemacht haben – „Die Körperfresser kommen“ lässt grüßen! Doch bis der Film überhaupt erstmals Hinweise darauf gibt, dass sich fantastische Elemente einschleichen könnten, haben die ehemaligen Kumpels um ihren Anführer Gary King – nicht nur dem Namen nach die Krönung unter den Kindmännern, die Wrights Filme bevölkern und die Simon Pegg so mühelos zwischen umwerfend komisch bis erschütternd bemitleidenswert darstellt – bereits wenigstens vier Pubs hinter sich gebracht bei der Neuauflage einer Kneipentour, die 1990 kurz vor dem Ziel scheiterte. In der Gegenwart will der notorische Verlierer King die Glorie von einst wiederaufleben lassen und die Scharte auswetzen, die seiner Meinung nach für seine anhaltende Lebensmisere verantwortlich ist.

      Mit großartigem komischem Timing verfolgt der Film erst, wie King mit ein paar Tricks die Freunde von einst, dargestellt von Peggs Dauer-Buddy Nick Frost, „Hobbit“ Martin Freeman, Paddy Considine und Eddy Marsden, die längst mit beiden Beinen im richtigen Leben stehen, Familie und Karriere haben, wieder zusammenbringt: Wie eine perfekte Mischung aus „Blues Brothers“ („Wir müssen das Team wieder zusammenbringen“) und „Der große Frust“ sind diese frühen Szenen, wenn die Träume von einst mit der Realität von heute aufeinanderprallen, alte Kameradschaften bekräftigt werden und neue Rivalitäten aufflammen, alldieweil die Herrschaften zusehends betrunkener werden – bis schließlich auch noch die Hatz der Gleichgeschalteten auf das Quintett beginnt, das sich trotz etlicher vergnüglicher, schlagkräftiger und zunehmend apokalyptischeren Feindberührungen unverdrossen den Weg von Bierglas zu Bierglas bahnt.

      Es gibt witzige Cameo-Auftritte, verblüffend gelungene Effekte, wüste Prügeleien und schließlich einen Showdown, der pfiffig einer entsprechenden Szene aus Roger CormansDie wilden Engel“ von 1966 mit Peter Fonda nachempfunden wurde – es geht um jenen berühmten Dialog, der 1992 für den Primal-Scream-Song „Loaded“ gesamplet wurde, der wiederum das Erkennungslied der fünf Kumpels ist. Überhaupt steckt der Film voller versteckter Anspielungen für die Gemeinde der Filmgeeks. Spaß macht er aber auch allen, die die Nase voll haben vom seelenlosen Dauergetöse der Zerstörungsorgien der US-Blockbuster und dem Ende der Welt lieber in einem Film zusehen wollen, den man besten Gewissens sofort ins Herz schließt. ts.
      1. Die britische Komödie "The World's End" ist eine eigenwillige Mischung aus trinkfreudigem Buddy-Movie und Science-Fiction. Entsprechend verweist der Filmtitel nicht nur auf eine Alien-Invasion, sondern ist auch der Name einer Kneipe. Diese markiert als Nummer 12 das Ende des legendären Zechermarathons "Die goldene Meile", den die fünf Jugendfreunde in Newton Haven bewältigen wollen. Mit dem Darsteller-Duo Simon Pegg und Nick Frost und dem Regisseur Edgar Wright ist der schwarzhumorige Film der Dritte im Bunde nach der Zombiekomödie "Shaun of the Dead" und der Polizei-Actionkomödie "Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis". Allerdings vermisst man diesmal wirklich zündende Ideen und satirischen Biss.

        Der Plan Garys, mit seinen ehemaligen Schulfreunden der Heimatstadt eine bierselige Visite abzustatten, erinnert an amerikanische Buddy-Komödien wie "Hangover". Vom Feiern wie in alten Zeiten träumt hier jedoch nur der Initiator selbst. Denn Gary hat sich seither kaum weiterentwickelt, nur älter sieht er aus und ein wenig abgewrackt. Seine einstigen Freunde haben ordentliche Berufe, Geld, zum Teil auch Familie – wie sich das für Vierzigjährige gehört. Aber kaum kommen die Fünf unter Garys Führung wieder zusammen, verfallen sie in alte Beziehungsmuster. Diese angeheiterte Gruppendynamik stellt den gelungeneren Teil der Komödie dar.

        Auch als die schon leicht lallenden Männer herausfinden, dass sie von blaublütigen Alien-Marionetten in Menschengestalt umgeben sind, macht das zunächst noch neugierig. Aber anstatt das Thema für eine Parodie auf das Filmgenre zu nutzen, rollen Köpfe. Die vielen Splatterszenen werden durch den Umstand, dass blaue statt roter Tinte vergossen wird, nur teilweise abgemildert. Schnell beginnt sich die Handlung dabei zu wiederholen: Gary und seine Kumpel saufen und prügeln sich tapfer ihren Weg frei. Aber die merkwürdige Alien-Geschichte und die Pubtour fügen sich dabei nicht wirklich zu einer süffigen, spaßigen Einheit.

        Fazit: Die britische Komödie "The World's End" entführt die Fans filmischer Saufgelage zu einer eigenwilligen Kneipentour, die reicher an Splatterszenen als an witzigen Einfällen ist.
      2. „Wertvoll”

          Gary King war in seiner Jugend sprichwörtlich der König von Newton Haven. Jeder wollte sein Freund sein, jedes Mädchen konnte er haben. Praktisch gehörte ihm die Welt. Nun, zwanzig Jahre später, kehrt Gary King zurück in sein Heimatstädtchen, zusammen mit seinen vier besten Freunden von damals. Gemeinsam wollen sie die „Golden Mile“ schaffen: 12 Pubs, je ein Bier, und das bis zum Ende der Nacht. Schon damals haben die Jungs das versucht, doch es gelang nicht ganz. Und auch jetzt verläuft nicht alles reibungslos. Denn bald stellen die Heimkehrer fest, dass Newton Haven sich verändert hat. Aber was genau ist es? Oder besser gesagt: Wer? Nach SHAUN OF THE DEAD und HOT FUZZ kehrt Edgar Wright mit dem dritten Teil der „Cornetto-Trilogie“ auf die Leinwand zurück. Und erneut gelingt es ihm mit seinem Co-Autor und Hauptdarsteller Simon Pegg, die Standards des Genre-Kinos, in diesem Fall Science-Fiction und Endzeitfilme, zu parodieren und ihnen gleichzeitig eine Hommage zu erweisen. Dominiert in der ersten Hälfte noch die Beziehung der auseinander gedrifteten Freunde untereinander, so beginnt in der zweiten Hälfte ein Action-Feuerwerk, das sich sehen lassen kann und für Fans keine Wünsche offen lässt. Perfekt choreographierte Kampfszenen, Special Effects und zündende Dialoge lassen keine Minute Langeweile aufkommen bis hin zum grandiosen Showdown. Den Spaß am Set merkt man der gesamten Darstellerriege an, die bis in die Nebenrollen großartig und treffend besetzt ist. Ob die Jungs das Ende der Welt verhindern können, soll offengelassen werden. Aber wenn es so lustig, so spannend und so genial durchkomponiert erzählt wird, dann haben wir vollstes Vertrauen.

          Jurybegründung:

          Auch im dritten Film seiner Cornetto-Trilogie bürstet Edgar Wright wieder populäre Filmgenres mit viel absurd britischem Humor gegen den Strich. THE WORLD’S END beginnt als eine von jenen Buddy-Komödien, in denen eine Gruppe von Freunden zwar alt aber nicht erwachsen geworden sind und ohne Rücksicht auf Verluste zusammen feiern wollen. In einer brillant vorbereiteten und deshalb sehr überraschenden Wendung wird er dann im zweiten Akt zu einem jener Paranoia-Science-Fiction-Triller, in denen alle Einwohner eines Ortes von Außerirdischen entweder ersetzt oder kontrolliert werden und diese Jagd auf die immer kleiner werdende Gruppe von unangepassten Menschen machen. Der Film endet in einem Weltuntergangs-Szenario, bei dem die menschliche Gesellschaft, wie wir sie kennen, zerstört wurde, aber die Überlebenden, zu denen natürlich auch die fünf Helden zählen, in einer friedlichen, mittelalterlich wirkenden Idylle neu anfangen. Eigentlich passen diese Genres mit ihren ganz verschiedenen Konventionen und Dramaturgien nicht zusammen, aber weil Wright sie genau kennt und offensichtlich liebt, gelingt es ihm, sie erstaunlich elegant und schlüssig miteinander zu verbinden. Gleichzeitig hinterfragt er sie. So untergräbt er die Wirkung der parodistisch übertriebenen Gewaltszenen dadurch, dass die Außerirdischen blaues Blut haben und sich nach jeder Zerstörung wieder selber (wenn auch einmal nur mit vier Oberschenkeln) reparieren können. So läuft die ?Blutrünstigkeit‘ des Genres ins Leere. THE WORLD’S END wirkt trotz seiner so unterschiedlichen Elemente auch deshalb wie aus einem Guss, weil Wright wieder eine Gruppe von komischen, liebenswerten und sehr präsenten Helden agieren lässt, die von seiner inzwischen aufeinander eingeschworenen Schauspielergang verkörpert werden. Dabei sind Simon Pegg und Nick Frost wieder das perfekte Paar, dessen Gegensätze sich sehr effektiv und komisch ergänzen. Aber auch Martin Freeman, Paddy Considine und Eddy Marsden geben ihren Figuren soviel Substanz, dass durch ihr Zusammenspiel der Film geerdet wird, und man auch die absurdesten Wendungen nachvollziehen kann, weil sie ja diesen fünf alten Kumpels passieren, die nur in den zwölf Pubs des Örtchens ein Bier trinken wollen. Und wenn dann die Welt untergeht – too bad.

          Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)
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