Okja Poster

Ärger für Netflix: Darum wird „Okja“ in Südkorea jetzt boykottiert

Marek Bang  

Damit hat der südkoreanischen Regisseur Bong Joon-ho sicher nicht gerechnet. Ausgerechnet in seinem Heimatland wird sein neuster Film in kaum einem Kino zu sehen sein, denn der fantasievolle Kinderfilm „Okja“ wird von den größten Kinoketten des Landes, denen fast alle Lichtspielhäuser gehören, boykottiert. Grund dafür ist ein Streit mit dem Video-Streaming-Anbieter Netflix.

Am 28. Juni 2017 können alle Nutzer des Streamingdienstanbieters Netflix in den Genuss des Fantasy-Abenteuers „Okja“ kommen, so auch wir in Deutschland. Doch das schmeckt nicht jedem. Schon während der Filmfestspiele von Cannes hagelte es Proteste von Seiten der französischen Filmbranche, nun kommt es in Südkorea zum Äußersten und der Film wird gar nicht erst im Kino gezeigt. Die drei größten Ketten und Netflix konnten sich nicht über die Modalitäten verständigen und so bleibt dem Film der Ausflug auf die große Leinwand verwehrt.

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Der Konflikt zwischen traditionellem Kino und Streaming dauert an

Ob in Cannes oder jetzt in Südkorea: Der Streitpunkt ist immer der gleiche. Es geht um die simultane Veröffentlichung von Netflix-Produktionen auf der Plattform des Anbieters und im Kino. Diese stößt bei vielen Kinobetreibern auf Ablehnung, da sie nicht einsehen, einen Kinosaal für einen Film zur Verfügung zu stellen, der zeitgleich auch bequem zu Hause von der Couch aus gestreamt werden kann.

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In Frankreich reagierten die Festival-Leiter von Cannes mit einer Verordnung, die besagt, dass alle im Wettbewerb laufenden Filme auch in den dortigen Kinos laufen müssen. Da bei unseren Nachbarn allerdings auch noch die Regel greift, dass ein Film erst drei Jahre nach Kinostart als Video-on-Demand zur Verfügung stehen darf, geriet die Situation außer Kontrolle. Netflix beschloss daraufhin, den Film gar nicht erst in die Kinos zu bringen, was für die dortigen Proteste sorgte. In Südkorea gilt zwar nur eine Sperrfrist von drei Wochen, dennoch konnten sich beide Seiten auch auf diese Regelung nicht einigen. Das führte nun zum Boykott des Films in Südkorea. Wir sind gespannt, ob in Zukunft eine Lösung für dieses Problem gefunden werden kann oder ob sich Video-Streaming-Anbieter und traditionelle Kino-Ketten weiter feindlich gegenüberstehen.

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