Gilmore Girls Staffel 8, Folge 3: Der Sommer bringt hitzige Streits

Ines Nowotnick  

Am 25. November 2016 hat Netflix endlich die lang herbeigesehnte achte und damit finale Staffel der „Gilmore Girls“ veröffentlicht. Ich habe mir alle vier Folgen sofort für euch angesehen. Erfahrt an dieser Stelle, was in Folge 3 „Sommer“ passiert ist. Die Reviews der anderen drei Folgen findet ihr im nachstehenden Beitrag verlinkt.

Natürlich könnte ich über die dritte Folge meckern. Irgendwie ist bei fast jeder Serie diese eine Folge dabei, die auf den ersten Blick total nichtssagend erscheint. Noch dazu mussten wir uns in Folge 3 der „Gilmore Girls“ Staffel 8 Taylors unsinniges Musical ansehen. War es wirklich nur schlechte Unterhaltung? Oder hat uns dieses Schauspiel etwas offenbart, was wir lange geahnt haben, und das eine ganz bestimmte Person bis jetzt nicht wahrhaben wollte?

Das geschah in „Gilmore Girls“ Staffel 8, Folge 3, Sommer:

Die inzwischen 22-jährige April kam zu Besuch in Stars Hollow. Irgendwie erschien sie mir sympathischer als in Staffel 6. Da hatte sie ja auch nichts Besseres zu tun, als Luke (Scott Patterson) und Lorelai (Lauren Graham) auseinander zu bringen. Ansonsten gab es einen – leider viel zu kurzen – Gastauftritt von Jess (Milo Ventimiglia). Wie schön, dass er und Rory (Alexis Bledel) sich so gut verstanden haben, nach all der Zeit. Jess hatte auch gleich einen guten Rat für Rory parat. Passenderweise war Lorelai darüber nicht sehr erfreut. Aber Jess war ohnehin nie ihr Favorit gewesen.

Rory

Rory sollte endlich einmal ihr Leben aufräumen. Hierzu gehört es auch, mit Paul (Jack Carpenter) Schluss zu machen. Der spielt in ihrem Leben nämlich überhaupt keine Rolle. Wenn sie Probleme hat, dann ruft sie Logan (Matt Czuchry) an, ganz so, als wären die beiden noch immer ein Paar. Allerdings ist Logan mit der Französin Odette verlobt, die inzwischen bei ihm eingezogen ist. Höchste Zeit also, die Affäre mit ihm zu beenden. Genau das hat Rory am Ende der dritten Folge allem Anschein nach auch getan. Logan wiederum scheint Rory nicht loslassen zu wollen.

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Außerdem hat Rory in dem Versuch, der Kleinstadt-Langeweile zu entkommen, einen Job angenommen – wenn auch unbezahlt. Sie ist die neue Herausgeberin der Stars Hollow Gazette. Allerdings sind nicht alle langjährigen Leser damit einverstanden, dass sie einfach das Gedicht von der ersten Seite gestrichen hat. Hier muss sie den Einwohnern von Stars Hollow nachgeben. Ob es sie langfristig in Stars Hollow halten wird? Immerhin glauben die anderen Einwohner anscheinend fest daran, dass Rory zurück ist.

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Rory & Lorelai

Folge drei der achten Staffel der „Gilmore Girls“ ist die, in der es wirklich in jeder Beziehung knallt. Auch bei Rory und Lorelai fliegen die Fetzen. Immerhin hat Rory, durch den Vorschlag von Jess inspiriert, vor, ein Buch über ihre und Lorelais Geschichte zu schreiben. Die Veränderung im Gesicht ihrer Mutter war wirklich bemerkenswert. Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass Lorelai nicht möchte, dass diese Geschichte an die Öffentlichkeit gelangt. Zumal sie noch immer daran zu knabbern hat. Auch ist ihre Befürchtung, dass es einen Schatten auf sie wirft, nicht allzu weit hergeholt.

Hoffentlich hat Rory wirklich begriffen, dass sie das Buch nicht ohne das Einverständnis ihrer Mutter schreiben kann. Außerdem ist auch Großmutter Emily (Kelly Bishop) davon betroffen. Denn auch ihre Geschichte würde zum Teil darin vorkommen. Was die wohl von der Idee hielte, wenn sie davon wüsste?

Lorelai

Lorelai ist dem Musical-Komitee von Taylor (Michael Winters) beigetreten. Wir waren dabei, als sie sich das joviale Meisterwerk angesehen und nichts als Kritik dafür gefunden hat. Die anderen fanden das Stück großartig und wollten von Lorelais Anmerkungen nichts hören. Nun, ich war auf ihrer Seite, denn auch ich hatten den einen oder anderen What-the-Fuck-Moment.

Als wir am Ende der Folge allerdings noch einmal ein sehr berührendes – von den anderen als langweilig empfundenes – Lied hören durften, ist mir ein Licht aufgegangen. Während die anderen ihr Leben in Stars Hollow genießen und glücklich und zufrieden sind, ist es Lorelai nicht. Auch sie hat darüber nachgedacht und sich für eine besondere Reise entschieden, die ihr dabei helfen soll, zu sich selbst zu finden. Es ist eine Parallele zum Ende der 6. Staffel. Auch hier hat Lorelai ein Ultimatum an sich selbst gestellt, um ihr Leben zu ändern.

Lorelai & Luke

Das war ein Krach! Ich habe darauf gewartet. Irgendwann mussten einmal die Fetzen zwischen Lorelai und Luke fliegen. Und dieses Mal knallte es gehörig. Ich hatte in einer vorhergehenden Review schon angedeutet, dass ich den Eindruck hatte, Luke würde es vor allem Lorelai recht machen wollen. Und genau das sprach er an. Sie hätte von vornherein über deren gemeinsames Leben bestimmt. Das traf bei ihr wahrscheinlich denselben Nerv, den schon Emily eine Folge zuvor ins Visier genommen hatte.

Angefangen hat es bereits in der zweiten Folge, als Luke herausfindet, dass Lorelai ihm nichts davon erzählt, dass die gemeinsame Therapie mit Emily vorbei ist. Anders als von mir erwartet, regte ihn das sehr auf. Er fühlte sich hintergangen. Er seinerseits hatte allerdings Lorelai verschwiegen, dass er sich Grundstücke gemeinsam mit Emily angesehen hatte. Emilys Frage, ob die beiden überhaupt miteinander reden würden, war also durchaus berechtigt. Am Ende der dritten Folge kam Lorelai dann Heim und präsentierte Luke ihre Entscheidung darüber, weg zu gehen. Schade, dass er auch hier wieder nicht gefragt wurde. Eine gleichberechtigte Beziehung sieht so leider nicht aus.

Emily

Grabstein Nummer fünf war Emily auch nicht recht. Der Steinmetz schien schon ganz verzweifelt zu sein. Richards (Edward Herrmann) Tod belastet sie also weiterhin. Da hilft es auch nicht, wenn Lorelai ihr unterstellt, einen neuen Freund zu haben. Obwohl ich die außerordentliche Freundlichkeit von Jack (Ray Wise) auch etwas merkwürdig fand. Ich möchte Emily allerdings nichts unterstellen. Es ist gut zu wissen, dass sie sich mit anderen Menschen trifft und nicht nur ihr Haus mit vielen Angestellten füllt, um der Einsamkeit zu entgehen.

Ihre neuesten Verrücktheiten aus Folge drei waren ein überdimensionierter Fernseher, ein Klapptisch zum Essen und die Tatsache, dass sie bis zur Mittagszeit schlief. Und um noch einmal auf die Hausangestellten zurück zu kommen: So kanntet ihr Emily sicherlich auch noch nicht. Sie hat seit drei Folgen dasselbe Dienstmädchen. Darüber hinaus hat sie Verständnis und lässt die ganze Familie im Haus arbeiten und wohnen. Wird es in Folge vier den Moment geben, indem sie alle vor die Tür setzt, weil sie endlich wieder zu sich selbst gefunden hat?

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Michel

Michels (Yanic Truesdale) Abschied von Lorelai fand ich ebenfalls sehr traurig. Immerhin verliert sie einen Freund und Geschäftspartner. Schade, dass sie keine Möglichkeit hat, ihn weiter zu beschäftigen. Freudig und zeitlich wirklich komisch ist die Tatsache, dass Michel tatsächlich versucht, sich mit dem Thema Kinder anzufreunden. Immerhin glaubt er, dass sein Ehemann Frederic bereits eines „bestellt“ hätte. Sein Interesse an anspruchsvolleren Aufgaben und mehr Lohn ist also nicht unbegründet. Adieu Michel.

Stars Hollow Craziness

Dieses groteske Musical, dass alle bis auf Lorelai großartig fanden, war nur eine der Stars-Hollow-Verrücktheiten. Wirklich amüsant ist die „Geheimbar“, die flashmobartig zugemacht wird, sobald Taylor vorbeigeht. Wenn der wüsste, was die Einwohner hinter seinem Rücken so treiben.

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Mein Fazit zu Folge 3 der 8. Staffel von „Gilmore Girls“

Diese Folge hat mich in melancholische Stimmung versetzt. Obwohl ich den Sommer sonst eher mit Sonnenschein und Lebensfreude in Verbindung setze, hat er in Stars Hollow eher Streit und jede Menge Veränderung gebracht. Ob sich Alles am Ende zum Guten wenden wird, lässt sich nicht sagen. Ich kann mir allerdings denken, dass Amy-Sherman-Palladino und Daniel Palladino die finale Season nicht auf diese Art enden lassen werden.

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