Fifty Shades of Grey - Befreite Lust Poster

Filme wie „Fifty Shades of Grey“ – noch heißer, erotischer & skandalöser

Sebastian Werner  

Wer nach dem Kinobesuch von „Fifty Shades of Grey 3“ noch nicht genug hat, für den haben wir eine Liste ähnlich heißer Liebesfilmen zusammengetragen. Einiger dieser mittlerweile zu Klassikern des Genres avancierten Filme lassen Anastasia und Christian sogar fast prüde aussehen.

Ähnliche Filme wie „Fifty Shades of Grey

Belle de Jour“ – F/It, 1967

Der surrealistische Künstler Louis Buñuel inszeniert die noch junge Catherine Deneuve als zurückhaltende Hausfrau, die der Langweile ihres Alltag mit einem pikanten und obendrein finanziell lukrativen Hobby zu entgehen sucht: Sie arbeitet tagsüber in einem Edel-Bordell. Das erotische Drama verhalf der Hauptdarstellerin zum Durchbruch und gilt heute als Meisterwerk des impliziten, subtilen erotischen Erzählens, das die Spannung auch ohne skandalöse Nacktszenen halten kann.

Wie der Trailer schon zeigt, liegen Erotik und Erniedrigung oftmals nah beieinander. Wie man in „50 Shades of Grey“ sieht, sind die Grenzen selbst 50 Jahre und viele Emanzipationsbewegungen später noch verschwommen. Dabei ist die Grenzüberschreitung ebenjenes erotisierende Element, das die Macht- und Dominanzverhältnisse der Figuren definiert und aus welchem der Film seine Dynamik schöpft.

Shame“ – UK, 2011

Das kraftvolle Psychodrama erzählt die Geschichte des erfolgreichen Werbeprofis Brandon (Michael Fassbender), den seine Sexsucht in eine Abwärtsspirale treibt. Der Film gehört laut der BBC zu den 100 bedeutendsten Filmen des 21. Jahrhunderts.

Nymphomaniac Teil 1“ & „Teil 2“ – Dänemark/D/F/Schweden, 2013

Der für unbequeme bis skandalträchtige Filme berüchtigte Regisseur Lars von Trier liefert das monumentalere und auf zwei Filme aufgeteilte Pendant zu „Shame“, denn hier wird die Frauenperspektive der Sexsucht dargestellt. Seine weibliche Hauptdarstellerin Charlotte Gainsbourg ist dabei in ihrer Rolle von ebenso selbstzerstörerischen Zweifeln geplagt, doch schlägt der Film noch düstere Töne an als „Shame“.

Immer auf der Suche nach erotischen Kicks, verliert die Hauptfigur den Bezug zur Realität und zu den Menschen, die sie liebt.

Wegen dieser 16 Filme verließen Zuschauer vorzeitig den Kinosaal

Wegen dieser 21 Filme verließen Zuschauer vorzeitig den Kinosaal!

Secretary“ – USA, 2002

Dieser komödiantische Film vergleicht sich in seinem eigenen Trailer mit „50 Shades“ und thematisiert die freiwillige Unterwerfung einer Sekretärin (Maggie Gyllenhaal) unter die sadomachistischen Vorlieben ihres Chefs (James Spader).

Love“ – F/Belgien, 2015

Regisseur Gaspar Noé spaltet auf dem Filmfest in Cannes regelmäßig den Kinosaal: Die Hälfte der Zuschauer verlässt die Filme frühzeitig und entrüstet schnaubend, die andere Hälfte ehrt das ästhetische Farbspiel, die extravaganten Kamerabewegungen und den Mut zum Tabubruch seiner Filme mit stehenden Ovationen. Als erster 3D-Film seines Genres bietet „Love“ ein immersives und sehr körperliches Erlebnis und stellt uns erneut vor die Frage, welchen Stellenwert Sex in einer Beziehung hat. Wie schon in seinem Film „Enter the Void“ sind die Aktszenen nicht gestellt.

Blue Valentine“ – USA, 2010

Ein Liebesfilm wird zum Drama: Ryan Gosling und Michelle Williams spielen ein Paar, dessen Ehe unter der Last der gemeinsamen Jahre leidet und nun durch eine experimentelle Nacht in einem Love-Motel revitalisiert werden soll. Der Film lotet alle Untiefen einer Beziehung aus, wofür die beiden Darsteller an die Grenzen des Erträglichen gehen.

Lolita“ – F/USA, 1997

Der Film bebildert den gleichnamigen Bestsellerroman von Vladimir Nabokow, der wegen seiner pädophilen Tendenzen große Wellen der Empörung schlug. Gelobt wurde er aber ebenso für seinen Mut, seine Ehrlichkeit und die künstlerische Qualität. Die unmögliche Liebe eines erwachsenen Mannes (Jeremy Irons) für eine 14-Jährige ist ein Tabubruch, sie streckenweise nachzuvollziehen umso mehr.

Zuvor wurde der „Lolita“ -Stoff 1961 von Großmeister Stanley Kubrick verfilmt.

Eyes Wide Shut“ – USA, 1999

Ob sich die Kostümparty in „Fifty Shades of Grey 2 – Gefährliche Liebe“ wohl an diesem Werk inspiriert hat? Stanley Kubricks letzter Film zieht Nicole Kidman und Tom Cruise als Ehepaar Alice und Bill in eine Krise, als sie ihm ihre sexuellen Fantasien mit anderen Männern offenbart. Von der Situation überfordert stürzt Bill daraufhin aus dem Haus und landet auf einer großen Orgie.

Jung & Schön“ – F, 2013

Frankreichs Regie-Größe François Ozon überrascht in seinen Autorenfilmen immer wieder mit unerwarteten Plot-Twists, die den Film schlagartig in eine neue Stimmung versetzen, ihm gar eine neue Genrefärbung verleihen. So wird ein Comig-of-Age Film zum Krimi, ein Liebesfilm zum Psychodrama. „Jung & Schön“ ähnelt thematisch „Belle de Jour“: Eine 17-jährige wird freiwillig zum Edel-Callgirl und will sich auch als sie auffliegt nicht in die Opferrolle drängen lassen, sondern ihren Lebenswandel als emanzipierte Entscheidung respektiert wissen.

Basic Instinct“ – USA, 1992

Der legendäre Erotik-Thriller darf in dieser Aufzählung natürlich nicht fehlen. Hat Catherine (Sharon Stone) ihren Geliebten wirklich mit einem Eispickel umgebracht? Der Film zeigt die abgründige Kehrseite sexueller Manipulation: Hauptverdächtige Catherine verführt den Officer (Michael Douglas), der gegen sie ermittelt. Wenn sein geheimes und verbotenes Verlangen zur Besessenheit wird, leidet seine Ermittlung darunter. Wie lang kann er ihr Widerstehen? Sharon Stones lasziv gekreuzte Beine und der Moment, da sie ihrem Gegenüber im Polizeiverhör doch Einblicke gewährt, haben Filmgeschichte geschrieben.

Der letzte Tango in Paris“ – F/I, 1972

Ein Klassiker von Bernardo Bertolucci mit Marlon Brando und Maria Schneider. Wie in „50 Shades of Grey“ ergibt sich auch hier die Problematik aus dem Ungleichgewicht zwischen den Figuren, wenn ihr rein körperliches Verhältnis zueinander mit Gefühlen „belastet“ wird. Als das erotische Drama erschien, war die darin explizit und nicht zu knapp gezeigte Affäre zwischen einem 19-jährigen Mädchen und einem reiferen Mann ein Skandal. So sehr, dass Regisseur Bertolucci und sein Hauptdarsteller Brando in Italien 1972 sogar wegen „Obszönität“ zu Bewährungsstrafen verurteilt wurden. Die eigentliche Tragweite des Skandalösen (denn die Sexszenen sind es aus heutiger Sicht vielleicht weniger) offenbarte sich 2016: Die Vergewaltigungsszene geschah ohne Einverständnis der Darstellerin. Zwar fand keine Penetration statt, aber Maria Schneider wurde von Brando und Bertolucci überrumpelt, statt vorher in die Pläne eingeweiht zu werden. Die Szene stand nicht im Drehbuch und Marias Verzweiflung war echt. Dem ansonsten gut gemachten Film darf man sich also ruhig mit sehr kritischem Blick nähern.

Die größten Sex-Skandale der Filmgeschichte

Die Träumer“ – F/GB/I, 2003

Bevor Eva Green als Bond-Girl bezirzte, zeigte sie sich von der vorteilhaftesten Seite und wie sie die Natur geschaffen hat im Coming-of-Age-Film „Die Träumer“. Ein Pariser Geschwisterpaar und ihr bohemischer amerikanischer Freund experimentieren in einem schicken Pariser Apartment mit Freundschaft, Sex und Liebe, während vor der Tür die 68er-Revolution tobt. Sie sind Filmfans und wollen so ungezügelt leben, wie ihre Vorbilder auf der Leinwand. Ihre Freude am Unbekannten ist naiv und beinah unschuldig, obwohl sie ebendiese verlieren. Doch was als „Wahrheit oder Pflicht“ beginnt wird schnell ernst, wenn Gefühle verletzt werden. Die drei Protagonisten des „Ménage-à-trois“ ziehen daraus eine drastische Konsequenz.

Untreu“ – USA, 2002

Erotik-Thriller und Psychodrama: Der Regisseur von „Eine verhängnisvolle Affäre“ lässt sich erneut auf diesen Stoff ein. Edward (Richard Gere) ahnt, dass seine Frau Connie fremdgeht und setzt einen Privatdetektiv auf sie an. Doch Connie kann sich einfach nicht von ihrem Liebhaber lösen.

Ein unmoralischen Angebot“, USA, 1993

Eheleute Diana (Demi Moore) und David (Woody Harrelson) haben sich beim Hausbau verschuldet und wissen sich nicht anders zu helfen, als das unmoralische Angebot von Milliardär Gage (Robert Redford) anzunehmen: Er bietet 1 Millionen Dollar für eine Liebesnacht mit Diana. Was wie eine rational getroffene Entscheidung des Ehepaars beginnt, endet in einer Krise aus Eifersucht und Gewissensbissen.

 „Die Twilight-Tetralogie“ – USA, 2008-2012

Echte Fans wissen wahrscheinlich, dass die „Fifty Shades of Grey“-Story ursprünglich als Fan-Fiction zu Stephanie Meyers „Twilight Saga“ geschrieben wurde. Erst später entwickelte Autorin E. L. James daraus die „Fifty Shades“-Bücher und wurde damit äußerst erfolgreich.

Beziehungskiller: Diese 10 Filme sollte man auf keinen Fall mit dem Partner schauen

9 1/2 Wochen“ – USA, 1985

Thriller-Klassiker mit Mickey Rourke und Kim Basinger, in der es um die Besitzergreifung in einer Affäre geht. Hingabe bedeutet Leidenschaft, doch darf die Selbstbestimmung dabei nicht untergraben werden. Als dies doch geschieht, muss Elizabeth einen Weg aus Johns Klammergriff finden.

9 Songs“ – GB, 2004

Ein Film als Experiment mit echten Sexszenen und für die damalige Klatschpresse der „schmutzigste Film aller Zeiten“: Regisseur Michael Winderbottom filmt ein Paar bei Konzertbesuchen, aber vor allem auch beim Akt. Doch neben den heißen Bettszenen erzählt der Film, wie aus der Leidenschaft eine auf Sex reduzierte Beziehung wird, bei der die emotionalen Bedürfnisse beider Partner auseinander driften.

Weitere Alternativen zu „50 Shades of Grey“ sind:

  • „Eine dunkle Begierde“
  • „Tagebuch einer Nymphomanin“
  • „The Colour of Night“
  • „White Things“
  • „Original Sin“
  • „Wilde Orchidee“
  • „Geschichte der O“
  • „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“
  • „Bitter Moon“
  • „L’Ennui“
  • „Le Sentiment de la Chair“
  • „Nathalie“
  • „Intimacy“
  • „Blue Velvet“
  • „Femme Fatale“
  • „Stille Tage in Clichy“

Diese Liste der erotischer Filme könnte noch um einiges wachsen, denn die Genregrenzen verlaufen fließend. Mal tendieren die Filme in Richtung Psychothriller, mal entwickeln sie sich zum Liebesdrama oder sie nähern sich dem Thema komödiantisch. Auch geografisch und zeitgeschichtlich sind keine Grenzen gesetzt.

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