Secretary

  1. Ø 5
   2002
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Filmhandlung und Hintergrund

Secretary: Überraschend liebevolle und zärtliche Komödie über die sadomasochistische Beziehung zwischen einer Sekretärin und ihrem Chef.

Die zur Selbstzerstörung neigende Geschäftsfrau Lee (Maggie Gyllenhaal) kehrt nach einem Kurzaufenthalt in der Psychiatrie in ihre Heimatstadt zurück und nimmt einen Job als Sekretärin bei dem als exzentrisch geltenden Rechtsanwalt Edward Grey (James Spader) an. Der hat ganz eigene Vorstellungen von den Rechten und vor allem Pflichten einer Sekretärin und verstrickt die diesbezüglich nicht besonders abgeneigte Lee bald in ein erotisches Demütigungs- und Unterwerfungsspiel.

Nach der Vorlage eines Comics für Erwachsene wagt sich Steven Shainberg mit seiner entwaffnend charmanten und überraschend zärtlichen Beziehungskomödie auf das – im Sinne der Political Correctness – dünne Eis der SM-Erotik.

Zurück aus einer psychiatrischen Klinik und wieder im Kreis ihrer Familie, fällt die unsichere Lee in ihre alten Gewohnheiten und den Zwang zurück, sich selbst zu verletzen. Um Normalität in ihr Leben zu bringen, nimmt sie einen Job als Sekretärin bei einem exzentrischen Anwalt an – und findet in der von Erniedrigung und Bestrafung dominierten sexuellen Beziehung zu ihrem Chef ihre Erfüllung.

Lee Holloway leidet gerne, auch körperlich. Auch nach einem Aufenthalt in der Psychiatrie, in die sie wegen Suizid-Verdachts – ein Schnitt war ein wenig zu tief geraten – eingeliefert worden war, bleibt alles beim alten. Als Lee einen Job als Sekretärin bei dem exzentrischen Rechtsanwalt E. Edward Grey annimmt, scheinen sich zwei verwandte Seelen gefunden zu haben. Denn die beiden beginnen eine ebenso lustvolle wie intensive S/M-Affäre. Da bekommt Grey Angst vor der eigenen Courage und kündigt seiner devoten Angestellten.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Nur auf den ersten Blick ist „Secretary“ ein Film über Erniedrigung und Bestrafung, vorgeführt am Beispiel der sadomasochistischen Beziehung zwischen einer Sekretärin und ihrem Chef. Regisseur Steven Shainberg umgeht geschickt das in dem Verhältnis angelegte tragische Potential und überrascht mit einer entwaffnenden, liebevollen und zärtlichen Komödie über eine verunsicherte, junge Frau, die in ihrer devoten Rolle ihre Erfüllung und zu sich selbst findet. Nicht zuletzt gelingt dies dank der brillanten Hauptdarsteller Maggie Gyllenhaal und James Spader. Und nicht umsonst erhielt Shainberg für seinen dritten Spielfilm in Sundance den Special Prize der Jury für Originalität.

    Eine junge Frau, die Hände mit Handschellen an eine Stange auf ihren Schultern gefesselt, schreitet langsam durch Bürogänge, mit der einen Hand eine Kaffeetasse, mit der anderen Papiere balancierend, und verschwindet hinter der Tür ihres Chefs. Was zunächst einer krankhaft sexistischen Fantasie entsprungen zu sein scheint, ist tatsächlich als aufreizender Teaser zu einem erstaunlich zärtlich und liebevoll erzählten Märchen zu verstehen, das ungefähr sechs Monate zuvor beginnt, als die junge Lee Holloway (Maggie Gyllenhaal) aus einer psychiatrischen Klinik entlassen wird. Zurück in den Armen ihres dem Alkohol ergebenen Vaters, der sich ganz offensichtlich an Lee vergangen hat, und einer Mutter, die sie mit ihrer Liebe und Sorge um so mehr erdrückt, fällt Lee schnell in ihre alten Gewohnheiten zurück. Diese verstecken sich in einem pinkfarbenen Mädchenköfferchen zusammen mit all den Accessoires, mit denen diskret Schnitte in den Oberschenkel geritzt oder andere Schmerzen zugefügt werden können, die Lees innere Qualen an die Oberfläche bringen. Mit naiver Entschlossenheit, die ihr leidvolles Leben in eine normale Richtung lenken soll, nimmt Lee einen Sekretärinnenjob bei dem exzentrischen, strengen Anwalt E. Edward Grey (James Spader) an, der sie allerdings warnt, dass ihre Arbeit anders sein könnte, als sie sich verspricht. Doch Lee protestiert auch dann nicht, als die von ihr verlangten Aufgaben immer demütigender werden. Die Suche nach verlorenen Papieren in einem Müllcontainer ist nur der Anfang einer von Erniedrigung und Bestrafung dominierten Beziehung zwischen der Sekretärin und ihrem Chef, die in der vorweggenommenen Anfangsszene einen vorläufigen Höhepunkt findet.

    Das Interesse von Steven Shainberg, der eine Kurzgeschichte von Mary Gaitskills aufgreift, liegt darin, die Psychologie hinter dem Verhalten der beiden verlorenen Seelen begreiflich zu machen, wobei in der Darstellung des Arbeitsverhältnisses als S/M-Beziehung allerdings auch eine leise anklingende Kapitalismuskritik liegt. Gleichzeitig finden die Protagonisten eine lang ersehnte Erfüllung in ihrer Beziehung – besteht zwischen beiden doch eine stille Übereinkunft. Die gegenseitigen Blicke sprechen Bände – von ihrem eigenem Begehren, das Teilen der Qualen und einer höchst erotischen Anziehung. Edward beginnt, jeden lustvollen Tippfehler und jede Nachlässigkeit Lees zu bestrafen und entwickelt absurde Spanking-Rituale, die Shainberg beinahe comichaft illustriert. Durch die einfühlsame Inszenierung und die brillanten Darsteller erhält selbst die eingangs geschilderte Szene eine neue Wertigkeit. James Spaders Edward bleibt die meiste Zeit unerreichbar und unzugänglich, füllt jedoch mit Präzision und kontrollierter Intensität besonders die Schlüsselszenen aus und trägt entscheidend zur Überzeugungskraft des Films bei. Beeindruckend in ihrer bisher größten und höchst anspruchsvollen Rolle gibt Maggie Gyllenhaal, Schwester von Jungstar Jake Gyllenhaal, behutsam den Blick darauf frei, wie Lee Edwards Welt und damit ihr eigenes Begehren erfährt und schließlich ihren neu gewonnenen Mut zusammennimmt, um zu bekommen, was sie will. Shainberg trägt all dem Rechnung und gönnt seinen Protagonisten einen befriedigenden, zutiefst romantischen Ausgang seines Märchens: Am Ende einer langen Reise hat Mauerblümchen Lee eine Form für ihre Obsessionen und zu sich gefunden und erblüht in verblüffender Schönheit. Nichts anderes liefert die Antwort auf die Frage nach den Inhalten dieser schwer zu definierenden Beziehung, die sich zwischen gegenseitiger Ausnutzung und Liebe nicht festlegen will, als das Gesicht von Maggie Gyllenhaal, das während eines einzigen Herzschlags Nervosität und Unterwürfigkeit, Anzüglichkeit und Romantik widerspiegeln zu vermag. Dies nennt man denn wohl auch „Starqualität“. cm.

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