Filmhandlung und Hintergrund

Gelungene Verfilmung des Skandalromans Vladimir Nabokows über die Liebe eines reifen Mannes zu einer unreifen 14jährigen.

Professor Humbert Humbert, ein Gentleman alter Schule, verliebt sich haltlos in die 14jährige Tochter seiner Zimmerwirtin. Nach deren Unfalltod zieht das vom großen moralischen Tabu bedrohte seltsame Pärchen durch das Amerika der späten vierziger Jahre. Eine für beide quälende Erfahrung, die Humberts Liebe unerwidert läßt und ihn am Ende zum Mörder macht.

Im Sommer des Jahres 1947 verliebt sich Professor Humbert, ein Gentleman alter Schule, in Lolita, die erst 14jährige Tochter seiner Zimmerwirtin. Tatsächlich gelingt es dem kultivierten Europäer, das Mädchen zu seiner Geliebten zu machen. Als Lolitas Mutter bei einem Unfall ums Leben kommt, ziehen die beiden ziellos durch Amerika, stets in der Angst, ihre skandalöse Beziehung könne entdeckt werden. Zu spät erkennt Humbert, daß Lolita seine Liebe unerwidert läßt und sie es ist, die ihn schließlich gar zum Mörder macht.

Gelungene Verfilmung des Skandalromans Vladimir Nabokows über die Liebe eines reifen Mannes zu einer unreifen 14jährigen.

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Kritikerrezensionen

  • Lolita: Gelungene Verfilmung des Skandalromans Vladimir Nabokows über die Liebe eines reifen Mannes zu einer unreifen 14jährigen.

    Sechs Buchstaben, die einst nicht nur die literarische Welt erschütterten, bringen moralische Sorgenfalten ins Kino zurück: 35 Jahre nach Stanley Kubrick wagt sich Adrian Lyne an eine Adaption von Vladimir Nabokovs Klassiker „Lolita“. Trotz vorausgehender Startverschiebungen verunsicherter Verleiher erweist sich der zweite Anlauf weder als der erwartete Skandal, noch als die befürchtete Schaumschlägerei, sondern als respektable Literaturverfilmung, die in ihren Motiven relativ eng der Vorlage folgt und im Unterschied zu Kubrick weniger humoristische, denn dramatisch-psychologische Akzente setzt.

    Voreiligen Vorwürfen aus bestimmten Lagern, eine Altherrenfantasie mache sich hier im pseudokünstlerischen Mantel öffentlich, dürfen, wie schon bei Bertoluccis „Stealing Beauty“, als Fehleinschätzung gewertet werden. Sowohl Nabokov als auch Stephen Schiffs Drehbuch-Adaption zeigen deutlich die durch den Verlust der ersten großen Liebe erfolgte Neurotisierung der Hauptfigur Humbert Humbert, die in eine lebenslange, verklärte Sehnsucht nach Unreife mündet. Die Beziehung des Literaturprofessors (Jeremy Irons) zur 14jährigen Lolita (viel näher am Vorbild als Kubricks Sue Lyon: Dominique Swain, derzeit als John Travoltas Tochter in „Im Körper des Feindes“ zu sehen), der Tochter seiner Wirtin und späteren Frau (ideal als geistig und sexuell defizitäre Amerikanerin: Melanie Griffith), zeichnet ein vernichtendes Bild von Demütigung, Abhängigkeit, Selbstaufgabe und unerwiderter Liebe, das (für beide Parteien) wohl nur Masochisten als erstrebenswerte Option interpretieren können. In der Visualisierung von Erotik und sexueller Arrangements (nie Liebesbeweise, sondern finanziell geregelte Deals) zeigt Lynes vorliegende, unzweifelhaft aller riskanteren Szenen bereinigte Fassung, daß das moralische Klima sich in den 35 Jahren nach Kubrick nur unwesentlich verändert hat. Ein paar zwischen Leidenschaft und Unbeholfenheit balancierende Küsse, ironisch mit symbolischen Phrasen spielende Bilder (Lolitas Bananenvorliebe) - der Rest geht über Andeutungen nicht hinaus. Die sexuelle Beziehung setzt sich weitgehend im Kopf des Betrachters zusammen, dessen moralisches Urteil Lyne durch Irons Reue und seine psychologische Disposition zu steuern versucht. Humbert ist eine lächerliche wie auch tragische Figur, die Irons, nach zahlreichen, ähnlich angelegten Charakteren mittlerweile im Schlaf spielen kann. Seine Besetzung nimmt diesem Film jede Unberechenbarkeit, ist aber in den Kinos ein wichtiger Vermarktungsfaktor. Vergleichsweise ein No-Name-Akteur ist Frank Langella, der in der Rolle von Humberts Rivalen, seinem wörtlichen wie auch metaphorischen Schatten (Quilty ist skrupellos, dekadent, amoralisch), Irons gelegentlich in denselbigen stellt. Seine Figur repräsentiert das wahre Verwerfliche in dieser durchaus gelungenen, eher braven als skandalösen Literaturverfilmung, die weder Voyeuristen noch Moralisten bedient, aber an der Kinokasse auf sechs Buchstaben setzen kann, die offensichtlich noch immer die Welt erschüttern. kob.

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