Rogue One: A Star Wars Story Poster

Die 31 besten Filme 2016 - Liste mit Highlights quer durch die Genres

Helena Ceredov  

Ob Doku, Animation, Drama, Thriller oder Superhelden-Film: Von Hollywood-Blockbuster bis internationalen Indie-Nischenfilm. Wir haben für euch die bemerkenswertesten und besten Kinofilme des Jahres 2016 zusammengestellt.

Die besten Filme 2016 nach Genre sortiert

2016 war ein bombastisches Kinojahr. Mit Spannung erwartete Fortsetzungen, meisterhafte Neuinszenierungen, tiefgründige Romanverfilmungen – Kinogänger in Deutschland waren der erfreulichen Qual der Wahl ausgesetzt. Auch diese Selektion von den besten Filmen 2016 (geordnet nach Genre und Erscheinungsdatum) ist Folge von Hadern und Ringen. Die Auswahl offenbart eine beeindruckende Riege etablierter Regie-Urgesteine und anerkannter Jungtalente.

Dramen: Lasst euch erschüttern und zum Nachdenken bringen

The Revenant (06.01.2016): Independet-Regisseur Alejandro Iñárritu begibt sich auf Blockbuster-Terrain und inszeniert einen vor Überlebenswillen strotzenden Leonardo DiCaprio, der durch die Eiseskälte zu seinem ersten Oscars kriecht. Zu Recht ist das Meisterwerk mit drei Oscars für Regie, Kamera und Hauptdarsteller ausgezeichnet.

Spotlight (25.02.2016): Journalisten des „Boston Globe“ decken Fälle von Kindesmissbrauch durch Priester auf, die die Kirche und ihre Anwälte zu vertuschen versuchen. Der Thriller erhielt den wichtigsten Oscar als „Bester Film“, ebenso wie einen für das Beste adaptierte Drehbuch. Es basiert auf einer realen journalistischen Enthüllung, die ihrerseits bereits mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde.

Son of Saul (10.03.2016): Der wohl Aufsehen erregendste Holocaust-Film seit langem folgt der Hauptfigur Saul in seinem Alltag als KZ-Häftling. Mit der Handkamera dicht an seinem Gesicht werden seine feinsten mimischen Regungen eingefangen und lassen alle Distanz zwischen Zuschauer und Figur verschwinden. Entwaffnende Ehrlichkeit statt Pathos, die auf dem Filmfest in Cannes für heftige Kontroversen sorgte, dem Drama aber einen Oscar und einen Golden Globe als bester fremdsprachiger Film einbrachte.

Raum – Liebe kennt keine Grenzen (17.03.2016): Die Geschichte einer Mutter (Oscar-prämiert gespielt von Brie Larson), die in der Gefangenschaft eines Psychopathen einen Sohn großzieht. Beruht auf wahren Begebenheiten. Nach fünf Jahren können beide aus ihrem „Raum“ fliehen – doch die Wiedereingliederung ins Leben ist herausfordernd.

Der Schamane und die Schlange (21.4.2016): Mysthisch und Hypnotisierend. Allein mit dem Verstand lässt sich die Qualität von Ciro Guerras kolumbischen Oscarbeitrag nicht fassen. Dabei geht es vordergründig um deutsche Forscher, die im Dschungel auf einen der letzten Überlebenden seines Stammes treffen. Tatsächlich versucht der Schwarz-Weiß-Film eine spirituellen Erfahrung zu eröffnen, die dem modernen Menschen oft verwehrt bleibt.

The Lobster (23.6.2016): Die pechschwarze Satire des griechischen Regisseurs Giorgos Lanthimos widmet sich unserer modernen Vorstellung von Liebe. Singlesein ist unerwünscht. Wer keinen Partner hat, wird in ein Tier seiner Wahl verwandelt. So absurd die Prämisse auch scheinen mag. Unsere aktuelle Realität der Online-Singlebörsen und Paarsuche nach Strichliste ist nicht minder verrückt. Mit Colin Farrell und Rachel Weisz.

Café Belgica (23.06.2016) :Das belgische Drama über zwei Brüder (Stef Aerts und Tom Vermeir) besticht nicht nur mit einem elektrisierenden Soundtrack, sondern auch der Symbiose zwischen Bild, Musik, Drama und Moral. Regisseur Felix Van Groeningen gelingt nach dem Oscar-nominierten „The Broken Circle“ das nächste intensive Familiendrama über den Aufstieg einer ranzigen Bar zum Zufluchtsort für unsere rastlose Generation.

American Honey (13.10.2016): Energiegeladenes Roadmovie über eine Gruppe unzähmbarer Außenseiter, die die Welt auf ihre Weise erobern und ihren Träumen nachjagen. Ein Grenzgang zwischen jugendlichem Leichtsinn und dem tief menschlichen Verlangen nach Freiheit, Toleranz, Akzeptanz und Geborgenheit.

Paterson (17.11.2016)Jim Jarmuschs Film verzichtet auf große dramaturgische Höhen und Tiefen und konzentriert sich dafür auf die kleinen Bewegungen in der psychologischen Entwicklung seiner Hauptfigur Paterson (Adam Driver): eBusfahrer, den das Dichten zumindest mental aus seiner Routine ausbrechen lässt.

Ich, Daniel Blake (24.11.2016): Eine Oscar-Nominierung als bester fremdsprachiger Film 2017, eine Goldene Palme in Cannes 2016, den britischen Filmaward Bafta, den César in Frankreich – die Liste der Nominierungen und Gewinne für Ken Loachs Sozialdrama ist noch lange nicht erschöpft und das zurecht. Unpathetisch aber nicht unparteiisch begleitet der durch seine Nüchternheit berührende Film den sozialen Abstieg von Daniel Blake, der durch unglückliche Umstände durch das staatliche Auffangnetz fällt und trotz dem Willen und der Fähigkeit zu Arbeiten aus der produktiven Gesellschaft ausgeschlossen wird.

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Komödie: Von berührend bis urkomisch

 The Nice Guys (2.6.2016): Witzig, temporeich und nicht ohne Intelligenz. „Lethal Weapon“-Autor Shane Black ezählt vor der bunten Kulisse der 1970er eine schräge Krimigeschichte rund um den Tod eines Pornosternchens. Mit Ryan Gosling und Rusell Crowe als von Grund auf verschiedene Privatdetektive.

 

Toni Erdmann (14.07.2016): Die deutsche Dramödie hat weit über die Landesgrenzen hinweg für Verzückung im Kinosaal gesorgt. Berührend, überraschend und urkomisch entwickelt sich der Konflikt grundverschiedener Weltanschauung zwischen ausgeflipptem Vater und disziplinierter Business-Tochter, die wie zwei Magneten umeinander kreisen.

Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück (18.08.2016): Eine Familie lebt in ihrem eigenen Kosmos als Selbstversorger im Wald, bis ein Notfall sie zwingt, die Stadt aufzusuchen. Der Kulturschock für die naturverbundenen Kinder trägt den Witz und die Tragik zugleich, denn er regt zur kritischen Auseinandersetzung mit unseren modernen Lebensgewohnheiten an.

Swiss Army Man (13.10.2016): Genreübergreifende Indie-Komödie über einen Toten (Daniel Radcliffe), der angespühlt auf einer einsamen Insel Freundschaft mit einem lebensmüden Gestrandeten (Paul Dano) schließt. Das Drehbuch sprudelt nur so vor Ideen und lockt zwei Schauspieler, die eher für düstere Genres bekannt sind, aus ihrer Nische.

 

Animationsfilme: Nicht nur für Kinder

Anomalisa (21.01.2016): Der einfühlsame Stop-Motion-Film wurde für den Oscar 2016 als bester Animationsfilm nominiert und schafft es, ganz ohne „echte Menschen“ das wahrhaft Menschliche in unsere anonymen und oft abgestumpften Gesellschaft zu bereifen.

Zoomania (3.3.2016): Der Disney-Film macht mit seiner detailverliebten Welt aus antropomorphen Tierchen einfach Spaß. Neben witzigen Seitenhieben, die auch bei Erwachsenen für den nötigen Spaß sorgen, überzeugt die Krimikomödie mit niedlichen Hauptfiguren und einer berührenden Geschichte, die eine wichtige Botschaft vermittelt.

Kubo – Der tapfere Samurai (27.10.2016): Der Stop-Motion Film aus dem Hause Laika („Coraline„) brilliert  nicht nur mit herzerwärmenden Charakteren und atemberaubenden Set-Pieces (der Metall-Schädel ist mit 5m Höhe die größte Stop-Motion-Figur in der Filmgeschichte!), sondern auch mit einer brillanten Moral zum Ende der Geschichte. Im fernen Japan muss Kubo sein Schicksal selbst in die Hand nehmen und seinen Platz in der großen einsamen Welt finden.

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10 Cloverfield Lane (31.03.2016): Eine junge Frau (Mary Elizabeth Winstead) fährt in eine ungewisse Zukunft und gerät bei strömenden Regen in einen Unfall. Sie erwacht in einem Bunker, angekettet und ohne jegliche Erinnerung, wie sie dorthin gekommen ist. Ein älterer Mann (unheimlich gut: John Goodman) stellt sich als ihr Retter vor und gibt ihr zu verstehen: In der Welt ist die Apocalypse ausgebrochen und sie wurde gerettet. Doch kann sie den Erzählungen Glauben schenken? Intensiv inszeniertes Thrillerdebüt von Dan Trachtenberg.

The Witch (19.05.2016): Neuling Robert Eggers erzählt atmosphärisch dicht von den zeithistorischen Ängsten im 17. Jahrhundert in New England zur Zeit der Hexenpanik. Eine Familie zieht an den Rand eines unheimlichen Waldes um sich eine neue Existenz fernab der verdorbenen Gesellschaft aufzubauen. Unwissend, welche Gefahren in den Wäldern lauern, wird Tochter Thomasin (Anya Taylor-Joy) schnell der schwarzen Magie bezichtigt.

Green Room (02.06.2016): Kompromisslos erzählt schickt Jeremy Saulnier („Blue Ruin„) eine Punk-Musikgruppe durch eine Höllentour, als sie zur falschen Zeit am falschen Ort einen Gig vor Neonazis spielen. Darauf folgt die knallharte, tabulose Abrechnung, die nichts für sanfte Gemüter ist. In einer seiner letzten Rollen sieht man Anton Yelchin, der leider viel zu früh von uns gegangen ist.

Nocturnal Animals (22.12.2016): Modeschöpfer Tom Ford bringt nach „A Single Man“ ein weiteres Drama auf die Leinwand, das sich am Genre des Psychothrillers reibt. In der strengen aber von Farbsymbolik durchtränkten Bildkompositionen ist nichts dem Zufall überlassen: Kostüm, Maske, Ausstattung und Kamerabewegung sind, wie es sich für einen Modeschöpfer gehört, absolute Perfektion. Schön aber kalt, so wie die High-Society-Welt, in der sich Amy Adams Hauptfigur bewegt. Dabei ist die Handlung rund um eine einsame Frau, die den Kontakt mit der Realität verliert, weit von leerem Schein entfernt.

 

Science-Fiction und Action: Von nachdenklich bis actionreich

Hardcore (14.4.2016): Der komplett aus der Ego-Perspektive inszenierte Metzelspaß überzeugt vorallem als Experiment. Cyborg Henry muss seine Liebste vor einem Bösewicht retten. Die eher zweitrangige Story haben wir schon tausendmal gesehen. Doch die wahnwitzige Achterbahnfahrt, in der eine Actionszene die andere jagt, noch nicht. Ein Adrenalin-Genuss, den wir seit „Crank“ nicht mehr erlebt haben.

The Accountant (20.10.2016): Wenn wir eins von „The Accountant“ gelernt haben, dann, dass wir uns lieber nicht mit unserem Steuerberater anlegen sollten. In dem Actioner von Gavin O’Connor („Warrior“) spielt Ben Affleck ein autistisches Superbrain, das zwar im sozialen Miteinander versagt, aber im Notfall zur absoluten Kampfmaschine mutiert. Dabei besticht der Actionfilm nicht nur mit gut choreografierten Kampfszenen, sondern auch mit einer berührenden Geschichte.

Arrival (24.11.2016): Philosophischer Alien-Film von Denis Villeneuve („Sicario“, “Prisoners“, “Blade Runner 2049“), der vorrangig die Kommunikationsstrategie mit den Außerirdischen als ethische und politische Frage diskutiert. Villeneuve beweist sich als Meister des Suspense, dehnt den Spannungsbogen bis zum äußersten und löst die Handlung über mehrere Zeitebenen gekonnt und überraschend intelligent auf. 

Rogue One: A Star Wars Story (15.12.2016): Die weltweite „Star Wars„-Fangemeinde hat das erste „Star Wars“-Anthology Film heiß erwartet. Das hinreißend inszenierte Spektakel, spinnt die Geschichte des bekannten Universums weiter, un erzählt von einer Gruppe von Außenseitern, die auf eine unmögliche Selbstmordmission gehen.

Superhelden/Fantasy: Blockbuster-Feeling und Indie-Ansatz

Deadpool (11.02.2016): In den USA und Deutschland unter den Top 10 der Kinocharts 2016, kann sich dieses „X-Men„-Spinoff als gelungen etabliert bezeichnen. Ryan Reynolds spielt Wade Wilson, einen Krebsleidenden, dem in einem dubiosen Wissenschaftsexperiment die Heilung angeboten wird. Was ihm verheimlicht wird: Er soll eine Kampfmaschine werden, die sklavenähnlich für ihre Schöpfer wütet. Wilson aka. Deadpool kann entkommen und geht auf Rachefeldzug.

Doctor Strange (27.10.2016): Die Marvel-Comicverfilmung zentriert sich um Neurochirurg Dr. Stephen Strange, lobenswert gespielt von Benedict Cumberbatch, der im tiefen Nepal zum Magier ausgebildet wird. Virtuos wird seine Magie mit visuellen Spezialeffekten in Szene gesetzt, die ästhetisch an „Inception“ erinnern. Hier lest ihr, wo ihr „Doctor Strange“ im Stream und als DVD oder Blu-ray erhaltet, und ob es jemals eine Fortsetzung von „Inception“ geben wird.

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (17.11.2016): Das erste Spin-off aus dem „Harry Potter„-Universum erzählt den turbulenten Werdegang des sympathisch-schrulligen Zauberers Newt Scamander (Eddie Redmayne), der bedrohte Zauberwesen schützt und erforscht. Das Spin-off situiert sich 60 Jahre vor Harry Potters Geburt und ist in New York angesiedelt, wo Muggels „No-Maj“ (=no magic) heißen und das Amerikanische Zaubereiministerium die Zügel fest in der Hand hält.  

Dokumentarfilme nah an der Realität

Im Strahl der Sonne (10.3.2016): Eine Filmcrew wagt sich in eins der abgeschottensten und pressefeindlichsten Ländern überhaupt. In Nordkoreas Diktatur ticken die Uhren anders. Dass es das großartigste Land der Welt ist, will die menschenfeindliche Regierung mit pompösen Inszenierungen und gestellten Interviews beweisen. Noch interessanter sind die vielen Szenen, die die Crew unter Lebensgefahr mit heimlich angeschalteter Kamera macht. Ein seltener Blick hinter die fröhlich grinsenden Maske des Regimes.

Seefeuer (28.7.2016): In dem aufrührenden Zeitdokument wird die Brisanz der westlichen Flüchtlingspolitik verdeutlicht. Dabei geht es um die kleine Insel Lampedusa, die wie keine andere zwischen die Fronten der Flüchtlingskrise geraten ist. Das traurige Schicksal der gestrandeten Fremden, für die die Insel Schutz vor Verfolgung, Hunger und Tod bietet, berührt die Bewohner der Insel. Doch nicht jeder ist gut auf die Neuankömmlinge zu sprechen.

Raving Iran (29.09.2016): Zwei DJs verfolgen ihre Leidenschaft für Techno in einem Land, das Rave-Partys und elektronische Musik mit Prügelstrafen ahndet. Als sie auf die größte Techno-Parade der Welt nach Zürich eingeladen werden, stehen sie vor der Entscheidung, ihr Land für immer zu verlassen.

 

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