Mord mit Ansage Poster

Klage gegen Sat.1: Neue TV-Show soll vom Bildschirm verschwinden

Marek Bang  

Seit März flimmert auf Sat.1 eine neue Impro-Comedy-Show namens „Mord mit Ansage“ über den Bildschirm. Das könnte sich aber bald ändern, sollte eine nun angestrengte Klage tatsächlich von Erfolg gekrönt sein.

Comedians wie Luke Mockridge, Kaya Yanar, Wigald Boning und Bernhard Hoëcker erhalten über einen sogenannten Knopf im Ohr Regieanweisungen und müssen sich komplett auf ihr Improvisationstalent verlassen. Bill Mockridge fungiert als Erzähler, Ziel der spontanen Kabbelei ist es, ein zuvor verübtes Verbrechen aufzuklären. Bis auf letzteren Twist kommt uns die Situation sehr bekannt vor und damit schreibt sich der Übergang zur Klage von Spielleiterin und Produzentin Maike Tatzig wie von selbst. Die Dame ist Erfinderin der Impro-Comedy „Schillerstraße“ und verklagt ihren ehemaligen Arbeitgeber wegen Verstößen gegen das Urheber-, Vertrags- und Wettbewerbsrecht.

Wie die Kollegen von DWDL berichten, hat sich mittlerweile der Kölner Medienanwalt Ralf Höcker der Sache angenommen. Beim Landgericht München I wurde eine Unterlassungs- und Schadensersatzklage gegen Sat.1 eingereicht. Ziel ist, die weitere Produktion von „Mord mit Ansage“ zu stoppen und eine Entschädigung für die bereits ausgestrahlten Episoden an die Klägerin zu entrichten. Verkürzt zusammengefasst geht es darum, dass den Verantwortlichen von Sat.1 vorgeworfen wird, das Konzept der „Schillerstraße“ ohne Erlaubnis kopiert zu haben. Dabei lief die Impro-Comedy zwischen 2004 bis 2011 ebenfalls auf Sat.1, mit Maike Tatzig als Produzentin und Spielleiterin.

Schwere Vorwürfe gegen Sat.1

Ich bin entsetzt, aber auch ehrlich enttäuscht über das Verhalten von Sat.1“, so Maike Tatzig gegenüber DWDL. Die Erfinderin der „Schillerstraße“ fühlt sich bestohlen und verlangt eine Entschädigung. Sie habe bereits 2017 das Gespräch mit ihrem ehemaligen Arbeitgeber gesucht, doch ihr soll versichert worden sein, dass „Mord mit Ansage“ auf einem gänzlich anderen Konzept basiere. Nachdem sie das Ergebnis im Fernsehen sah, entschied sich Maike Tatzig, juristische Schritte einzuleiten. Dazu gehört auch eine Strafanzeige gegen den Sender, so Rechtsanwalt Ralf Höcker.

Klartext: Diese Schauspiel-Kollegen können sich im echten Leben nicht ausstehen!

Auf Anfragen von DWDL reagierte die Sendersprecherin von Sat.1 mit einem Statement. Dies besagt, dass es außergerichtlichen Schriftverkehr zwischen Maike Tatzig und dem Sender gäbe, die Ansprüche der Autorin aber abgelehnt wurden. Von einer Klage sei dem Sender derzeit (noch) nichts bekannt.

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