I Am Legend Poster

Diese 7 Film-Enden brachten Zuschauer zum Ausrasten

Andreas Engelhardt  

„Fight Club“, „Sieben“, „Oldboy“ – viele Filme haben vor allem wegen ihres Endes Geschichte geschrieben und sich damit ins kollektive Gedächtnis erhoben. Doch wo Licht ist, da ist auch Schatten. Denn für jedes meisterhafte, überraschende Finale gibt es quasi als Ausgleich die Enden, die Zuschauer zur Verzweiflung getrieben haben. Für die folgenden Filme gilt natürlich eine Spoiler-Warnung!

Diese 7 Film-Enden brachten Zuschauer zum Ausrasten

I Am Legend (2007)

Was mit dem Kampf des scheinbar letzten Überlebenden auf Erden (Will Smith) beginnt, endet nach guten Ansätzen leider in einem seelenlosen und Action-geschwängerten Feuerwerk an Spezialeffekten. Umso bitterer ist das Ende von „I Am Legend“, wenn man weiß, dass der Wissenschaftler Robert Neville eigentlich am Ende erkennen sollte, dass er in den Augen der neuen Zivilisation der Böse ist. Ein zu dunkles Finale, das es nicht ins Kino schaffte und uns wurde damit ein durchaus zum Nachdenken anregender Film verwehrt.

Man of Steel (2013)

Angesichts des eskalierten Streits um „Batman v Superman: Dawn of Justice“ könnte man glatt vergessen, dass bereits der Vorgänger kontrovers diskutiert wurde. Die ausgedehnte Action-Einlage, bei der sich Superman (Henry Cavill) und General Zod (Michael Shannon) durch Metropolis prügeln, schmeckte schon nicht jedem. Das Publikum entzweite sich dann völlig, als Superman den Kampf mit einem Nackenzwirbler beendete. Der ikonische Superman, Symbol des Guten, nun ein rücksichtsloser Wüterich, der eine halbe Stadt in Schutt und Asche legt, unzählige Zivilisten und seinen Widersacher tötet? Das war für viele Fans zu viel.

Planet der Affen (2001)

Tim Burtons Remake des gleichnamigen Klassikers ließ vor dem Finale einiges vermissen – doch zu voller Größe entfaltete sich der Flop erst auf den letzten Metern. Die Vorlage endete seinerzeit mit dem berühmten Twist, dass die Geschichte die ganze Zeit auf der Erde spielte, wo die Affen nach einem Atomkrieg die Herrschaft über die Menschen errungen haben. Die Neuverfilmung wollte diese Wendung wiederaufleben lassen, ohne sie direkt zu kopieren und scheiterte damit grandios. Der von Mark Wahlberg gespielte Protagonist reist durch die Zeit zurück zur Erde, nur um dort festzustellen, dass ihm der böse Affen-General Thade (Tim Roth) zuvor kam und die Kontrolle über den Planeten erlangte. Die Überraschung misslang völlig und sorgte eher für fragende Gesichter, sofern sich an diesem Zeitpunkt überhaupt noch jemand für den Film interessiert haben sollte.

Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs (2003)

Spätestens jetzt wird es kontrovers. Während die einen nichts an dem Ende der „Der Herr der Ringe“-Trilogie ändern würden, beschweren sich viele noch heute über die Flut an verschiedenen Enden. Nach einem gewaltigen Epos wollte man jeden einzelnen Faden genüsslich verknüpfen, was für manchen zu einer Geduldsprobe wurde. Vor allem die Szene, in der die Gemeinschaft am Krankenbett von Frodo (Elijah Wood) wiedervereint wird, ist einigen ein Dorn im Auge, da sie wie das Ende einer Sitcom wirkt, in der jeder einzelne Charakter seinen kurzen Auftritt erhält.

A.I. – Künstliche Intelligenz (2001)

Als Steven Spielberg sich des unfertigen Projektes seines verstorbenen Freundes Stanley Kubrick annahm, erwartete ihn wahrlich keine leichte Aufgabe. Für viele Fans scheiterte Spielberg, da er nicht den Ton der Regie-Legende Kubrick getroffen habe und besonders häufig wird das doch recht kitschige Märchen-Ende als Grund genannt – das ironischer Weise in Kubricks ursprünglicher Fassung enthalten war. Die meisten waren neben dem schmalzigen Abschluss vor allem durch die vermeintlichen Aliens irritiert, denn der Film klärte einen leider nicht darüber auf, dass es sich dabei in Wahrheit um die Androiden handelt, die sich weiterentwickelt hatten.

Interstellar (2014)

Memento“, „Prestige – Die Meister der Magie“, „Inception“ – Christopher Nolan bewies mehrmals, dass er packende Film-Enden inszenieren kann. Umso enttäuschter waren viele, als dies für sie nicht auf sein letztes Werk „Interstellar“ zutraf. Ein beachtlicher Teil der Zuschauer konnte sich nicht damit anfreunden, dass Cooper (Matthew McConaughey) durch ein schwarzes Loch flog, um hinter dem Bücherregal seiner Tochter zu landen und ihr via Morse-Code das Geheimnis des Universums verriet. Zumal für einige der emotionale Abschluss nicht ganz rund war, immerhin machte sich Cooper gefühlt zwei Minuten, nach dem er endlich mit seiner Tochter wiedervereint war, erneut aus dem Staub.

Signs – Zeichen (2002)

Rückblickend kann man wohl sagen, dass mit diesem Film der (zwischenzeitliche) Abstieg des M. Night Shyamalan begann. Nach „The Sixth Sense“ und „Unbreakable – Unzerbrechlich“ hatte er sich einen Ruf als genialer Twist-Regisseur erarbeitet, doch mit „Signs“ und den meisten nachfolgenden Werken überspannte er den Bogen. Was als stimmungsvoller Science-Fiction-Thriller begann, kippte im Finale ins Lächerliche ab, denn die große Schwäche der außerirdischen Invasoren war – Wasser. Dass man bei diesen Voraussetzungen wohl besser nicht die Erde angreifen sollte, die nicht ohne Grund den Spitzennamen ‚Blauer Planet‘ trägt, dürfte sich eigentlich von selbst verstehen.