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Ist Kinox.to legal oder illegal & kann Streamen für euch gefährlich werden?

Legal oder illegal – das ist hier die Frage. Um kaum etwas gibt es eine derart anhaltende Unsicherheit wie um das Streamen im Internet bei zwielichtigen Seiten. Mache ich mich bereits durch das Ansehen von Filmen oder Serien strafbar und muss mit Geldstrafen rechnen? Oder schlimmer noch: Kann ich dafür sogar ins Gefängnis kommen? Wir erklären euch in dem folgenden Artikel, wie die rechtliche Lage für Nutzer von Streaming-Portalen aussieht. 

Der Blockbuster “Guardians of the Galaxy 2” läuft in den Kinos an, aber ihr habt keine Zeit, Lust oder nicht das nötige Kleingeld für einen Kinobesuch? Gott sei Dank gibt es das Internet und Seiten wie Kinox.to, wo man den Film direkt nach dem Release kostenlos streamen kann. Die Gewissensbisse, dass man damit Kinobetreiber und deren Mitarbeiter um ihren Lohn bringt, stören dabei die wenigsten Nutzer. Die eigentliche Frage ist: Drohen mir dadurch Strafen?

Update Mai 2017 aufgrund des EuGH-Urteils April 2017

  • Das neue Urteil des EuGH zum Streamen von illegalen Inhalten hat die rechtliche Situation nicht grundlegend verändert, aber eine Grauzone beseitigt.
  • Ihr seid nun in der Pflicht, euch vor Benutzung eines Online-Streams zu informieren, ob dieser Stream legal ist.
  • Verwendet ihr wissentlich einen illegalen Stream macht ihr euch strafbar.
  • Mehr zu den möglichen rechtlichen Konsequenzen lest ihr im oben verlinkten Artikel zum Urteil.

Wie bereits bei movie2k.to und movie4k.to fassen wir für euch die relevanten Informationen zusammen. Im Folgenden lest ihr über die rechtliche Lage vor dem Urteil.

Übersicht – Ist kinox.to legal oder illegal?

  • Die Betreiber solcher Portale wie kinox.to verstoßen gegen das Gesetz, da sie die Inhaber des Urheberrechts nicht nach Erlaubnis fragen und begehen folglich eine Straftat
  • Die vielzitierte “rechtliche Grauzone” kommt für den Nutzer (also euch im Zweifelsfall) durch den technischen Vorgang des Streamens zustande
  • Dabei werden komprimierte Datenpakete eines Filmes oder einer Serie in eurem Zwischenspeicher – dem sogenannten Cache – abgelegt
  • Fraglich ist, ob es sich dabei bereits um eine illegale Kopie handelt
  • Rechteinhaber und Abmahnanwälte argumentieren, dass dieser Vorgang gegen das Urheberrecht verstößt, da ihr eine unerlaube Vervielfältigung vornehmt
  • Laut den bisherigen Entscheidungen vor Gericht handelt es sich dabei jedoch um flüchtige und begleitende Kopien, was rechtlich erlaubt ist
  • Diese Gesetzesauslegung ist aber nicht in Stein gemeißelt. Denn wie man sieht, reicht ein Urteil des EuGH aus, um die rechtliche Situation erheblich zu verändern.
  • Um auf Nummer sicher zu gehen, solltet ihr lieber zu Alternativen wie NetflixAmazon Prime Video oder Maxdome greifen

Soweit die kurze Zusammenfassung, wenden wir uns der detaillierten Version zu.

Warum die Unterscheidung zwischen Betreiber und Nutzer wichtig ist

Die Verantwortlichen hinter Portalen wie Kinox.to begehen eindeutig eine Straftat, da sie geschützte Inhalte wie Filme oder Serien online stellen, ohne die Erlaubnis des Urhebers dafür zu besitzen. Solche Seiten bieten die Inhalte zwar nicht selbst an, dafür aber Links dazu, was laut der überwiegenden Rechtsmeinung ebenfalls illegal ist. Das unterscheidet sie eben auch von kostenpflichtigen Streaming-Diensten, da diese eine Lizenz des Urhebers besitzen, was mit bestimmten Kosten verbunden ist, weswegen ihr dort für den Video-on-Demand-Service eine Gebühr bezahlen müsst.

Soviel zu den Betreibern. Kommen wir nun zu den Nutzern: Um zu klären, ob und inwieweit diese eine Straftat begehen, müssen wir uns zunächst mit dem technischen Vorgang des Streamens beschäftigen. Schaut ihr euch einen Film oder die Folge einer Serie per Stream an, wird der Inhalt in Form komprimierter Datenpakete auf euren PC übertragen. Dort werden sie im Cache für eine bestimmte Zeit abgespeichert; die Dauer selbst hängt von den Einstellungen eures Browsers ab. Ein Player spielt nun die Daten ab, sodass ihr das Produkt anschließend sehen könnt.

Wenn man es genau nimmt, wird also eine Kopie des urheberrechtlich geschützten Inhalts auf eurem PC gespeichert. Berücksichtigt man § 16 des Urheberrechtsgesetz (UrhG), dann hat aber lediglich der Urheber das Recht, eine Kopie seines Werkes anzufertigen; wobei es unerheblich ist, ob diese Kopie nur von kurzer Dauer sein wird. Würden wir hier jetzt aufhören, wäre demnach jeder Nutzer von Streaming-Portalen wie Kinox.to ein Verletzer des Urheberrechts. Allerdings gibt es weitere Paragraphen, die die Angelegenheit etwas komplizierter machen.

Greift das Recht auf Privatkopie beim Streamen?

Schaut man sich § 53 des UrhG an, wird euch dort nämlich das Recht eingeräumt, eine Vervielfältigung vorzunehmen. Diese muss aber privat und nicht-kommerzieller Natur sein. Wobei es hier wiederum die Einschränkung “soweit nicht zur Vervielfältigung eine offensichtlich rechtswidrig hergestellte oder öffentlich zugänglich gemachte Vorlage verwendet wird”  gibt. Kinox.to ist jedoch offensichtlich eine rechtswidrige Quelle, wie wir eingangs bereits geklärt haben.

Ist der Nutzer also doch ein Straftäter? Nein, denn man muss letztlich auch § 44 UrhG berücksichtigen: “Zulässig sind vorübergehende Vervielfältigungshandlungen, die flüchtig oder begleitend sind und einen integralen und wesentlichen Teil eines technischen Verfahrens darstellen”.

In den bisherigen Verfahren wurde stets entschieden, dass die komprimierten Daten im Cache lediglich flüchtige und begleitende Daten sind. Damit ist auch das Streamen auf solch zwielichtigen Seiten wie Kinox.to zulässig. Dennoch kann euch eine Abmahnung ins Haus flattern, denn die Urheber und deren Anwälte argumentieren weiterhin, dass es sich bei den Daten im Zwischenspeicher um eine illegale Kopie handelt.

Geht lieber auf Nummer sicher

Wählt besser den sicheren Weg und nutzt nur Streaming-Dienste, bei denen ihr sicher sein könnt, dass das Urheberrecht nicht verletzt wird. Beispiele dafür sind Anbieter wie  Amazon Prime VideoMaxdomeWatchever oder Netflix, die die Inhalte in der Regel in besserer Qualität zur Verfügung stellen. Fast alle dieser Portale bieten kostenlose Probezeiten an, das reicht, um einiges legal zu sehen, ohne einen Cent zu bezahlen. Dann kann man entscheiden, ob man lieber einmal im Monat ins Kino geht, oder eine legale Flatrate für unzählige Serien und Filme kauft. Am besten kann man sich hoffentlich sogar beides leisten. Für eine vielfältige Film- und Kinokultur muss auch Geld fließen und ein Kino, dass man mag, will man vielleicht auch gerne materiell unterstützen.

Beachtet bitte außerdem, dass diese Erläuterungen hier nur für Streaming-Seiten gelten. Wenn ihr Filesharing nutzt, sieht die Sache ganz anders aus. Dort speichert ihr Kopien dauerhaft ab, ohne das Urheberrecht zu beachten, was definitiv strafbar ist und empfindlich für euren Geldbeutel enden kann.

 

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