http://images.kino.de/flbilder/max11/auto11/auto13/11130623/b150x150.jpg - Foto: ZDF/Michael Böhme Jannis Niewöhner

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Jannis Niewöhner


"Der Nahkampf war eine geile Erfahrung"

Knarren, Drogen-Geld und fliegende Fäuste: Als "Rocks" leben die "Gangs"-Mitglieder leben Jimi Blue und Wilson Gonzalez Ochsenknecht gemeinsam mit Jannis Niewöhner, Kai Michael Müller und Michael Keseroglu gefährlich. Im Interview zeigen sie, was hinter der harten Fassade steckt.

Großansicht Der König der Welt, oder zumindst von Berlin: Jimi Blue Ochsenknecht (Foto: Walt Disney)

Der König der Welt, oder zumindst von Berlin: Jimi Blue Ochsenknecht (Foto: Walt Disney)

» Was hat euch an "Gangs" gereizt?

KAI MICHAEL MÜLLER: Ich fand es interessant, dass fünf Jungs, man kann schon sagen, Milchbubis, einen Mustang fahren und sich als Gang bezeichnen.

JANNIS NIEWÖHNER: Es ist eine gute Geschichte, die Freundschaft und Zusammenhalt vermittelt. "Gangs" zeigt, dass Leute, die nach außen hin sehr hart sind, doch einen weichen Kern haben können.

» Wie habt ihr euch auf eure Rollen vorbereitet?

JIMI BLUE OCHSENKNECHT: Wir hatten zwei bis drei Wochen vorher ein Coaching, das uns besonders in den schwierigen Szenen geholfen hat. Die Szene, in der ich Chris im Krankenhaus besuche, haben wir immer wieder geübt.

WILSON GONZALEZ OCHSENKNECHT: Die Krankenhausszene war wirklich gewöhnungsbedürftig. Aber nach zwei Minuten war ich so entspannt, dass ich immer wieder eingeschlafen bin. Ich habe einfach vergessen, dass ich einen Schlauch im Mund habe. Das war mal eine andere Erfahrung.

JANNIS NIEWÖHNER: Für "Gangs" gab es außerdem genug Material, von dem wir uns inspirieren lassen konnten. Die Gefühle, die im Film vermittelt werden sollen, haben wir uns aus anderen Filmen wie "West Side Story" und "The Wanderers" geholt.

» Seid ihr am Set zu einer eingeschworenen Gemeinschaft geworden oder blieb jede Gang lieber unter sich?

MICHAEL KESEROGLU: Am Anfang gab es eine große Massenschlägerei, die von den Medien vertuscht worden ist. Nein, das war ein Scherz. Wir haben uns alle gut miteinander verstanden und uns über verschiedene Sachen unterhalten. Die "Killaz" waren ja wie Kai, Wilson und ich auch alle Kampfsportler, so dass wir hauptsächlich darüber geredet haben.

WILSON GONZALEZ OCHSENKNECHT: Wir haben auch privat was unternommen und hatten viel Spaß, aber keiner von denen durfte in unsere Gang.

MICHAEL KESEROGLU: Genau, immerhin waren wir die "Rocks".

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» Ihr alle habt ein spezielles Training für die Kampfszenen absolviert. Wie lange hat das gedauert, die Stunts hinzubekommen, und habt ihr die alle selber gemacht?

JANNIS NIEWÖHNER: Für die Actionszenen haben wir schon einige Tage gebraucht. Wir hatten einen coolen Stunt-Lehrer, Jaymes E. Butler, der auch für "Mission: Impossible III" gearbeitet hat. Die Mitglieder von den "78ern" und den "Killaz" konnten das alles schon. Die waren richtige Fighter. Jimi und ich mussten das alles noch lernen, aber ...

MICHAEL KESEROGLU: ...trotzdem hat es uns allen richtig viel Spaß gemacht. Der Nahkampf war eine geile Erfahrung.

JIMI BLUE OCHSENKNECHT: Die Schlägereien haben wir auch selber gedreht. Beim Motocrossfahren hatten wir teilweise Doubles, zum Beispiel als wir mit den Bikes über die Autos gesprungen sind oder auch in der Szene in dem China-Markt. Ansonsten waren das aber schon wir.

» Musstet ihr für den Film extra lernen, wie man Motocross fährt?

JIMI BLUE OCHSENKNECHT: Wilson und ich konnten es schon durch den Dreh für "Die wilden Kerle 3".

JANNIS NIEWÖHNER: Ich kann es immer noch nicht richtig. Ich würde mich auch nicht direkt wieder auf so ein Teil setzen, um dann wie ein Profi davonzubrettern, sondern müsste noch ein wenig üben.

KAI MICHAEL MÜLLER: Mich hat es ein paar Mal richtig hingeworfen. Hinterher hat man mir gesagt, dass mein Talent eindeutig beim Autofahren und nicht auf dem Motorrad liegt. In einer Kurve bin ich richtig weggerutscht.
WILSON GONZALEZ OCHSENKNECHT: Ich hatte immer Schiss, wenn einer von denen gefahren ist.

» Michael, Du spielst die Rolle des Rambo. Hast Du Dir vorher zur Inspiration die "Rambo"-Filme mit Sylvester Stallone angeguckt?

MICHEAL KESEROGLU: Nein, nicht zur Vorbereitung. Aber ich bin ein großer "Rambo"-Fan und kenne alle Teile.

» Konntet ihr während der Dreharbeiten eigentlich eure eigenen Vorschläge einbringen?

MICHAEL KESEROGLU: Mit Rainer Matsutani kann man fantastisch arbeiten, weil er wirklich auf jeden eingeht, der etwas zum Film beitragen möchte. Alle Ideen werden ausprobiert und wenn es passt, auch umgesetzt.

JIMI BLUE OCHSENKNECHT: Wir haben am Set oft über Satz- oder Dialogänderungen gesprochen, wenn wir der Meinung waren, dass das nicht wirklich zu uns passt. Das finde ich wichtig, damit wir uns als Schauspieler wohl fühlen können. Am Ende entscheidet aber der Regisseur. Schließlich ist er der Chef am Set.

»War Rainer Matsutani denn sehr streng mit euch?

JIMI BLUE OCHSENKNECHT: Eigentlich nur dann, wenn wir zu viel gelacht haben.

JANNIS NIEWÖHNER: Klar, wurde er mal streng, wenn er gemerkt hat, dass wir uns nicht richtig konzentrieren. Insgesamt gesehen hat er uns aber sehr viel Freiheit gegeben, so dass wir uns kreativ austoben konnten. Das war schon sehr gut.

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» Wie waren die Dreharbeiten mit einem Hund?

JANNIS NIEWÖHNER: Anstrengend.

MICHAEL KESEROGLU: Ich habe privat auch einen Hund, von daher fiel es mir nicht so schwer, mit ihm zu spielen. Am Anfang hat er ein paar Faxen gemacht: Wir haben eine Szene im Auto in Kreuzberg gedreht und da habe ich richtig mit ihm gekämpft, weil es ihm hinten zu eng war und er immer rausspringen wollte. Gott sei Dank bin ich nicht der Schwächste und habe ihn mit ein paar Wrestling-Runden gezähmt.

KAI MICHAEL MÜLLER: Danach war er so eingeschüchtert, dass er, selbst, wenn nur die Filmklappe zugefallen ist, sofort weggerannt ist.

» Kai, Du hattest auch eine Rolle in "Beyond the Sea". Wie war die Arbeit mit Kevin Spacey?

KAI MICHAEL MÜLLER: Bei "Beyond the Sea" stand ich noch ganz am Anfang. Das war eine meiner ersten Rollen als Komparse. Ich habe ihn nur kurz kennengelernt und hatte einen Satz. Das war nix Besonderes, aber es war schön, ihn kennenzulernen. Er ist eine interessante Person.

» Wie fandet ihr eure Kostüme? Im Gegensatz zu den anderen Gangs seid ihr ja noch glimpflich davon gekommen.

JANNIS NIEWÖHNER: Ich glaube, wir waren alle relativ zufrieden. Gerade im Vergleich zu anderen Filmen sind die echt okay gewesen.

MICHAEL KESEROGLU: Ich fand sie nicht gut. Ich hätte lieber die Sportklamotten der "78er" angezogen. Meine Hose fand ich ganz furchtbar. Die sah richtig ...

WILSON GONZALEZ OCHSENKNECHT: ...schwul aus.

MICHAEL KESEROGLU: Danke.

WILSON GONZALEZ OCHSENKNECHT: Ich finde, die Klamotten haben zu uns gepasst.

MICHAEL KESEROGLU: Euch steht das ja auch. Ich komme aus Köln und jetzt denken alle, ich wäre schwul. Ich hätte viel liebe eine Jogginghose mit Lederjacke getragen. Das sind für mich Gang-Klamotten.

» In "Gangs" ist die Dönerbude ein zentraler Treffpunkt. Wie esst ihr euren Döner am liebsten?

JIMI BLUE OCHSENKNECHT: Meinen Döner esse ich am liebsten mit allem, außer Tomaten.

WILSON GONZALEZ OCHSENKNECHT: Ich esse meinen Döner am liebsten, wenn ich weiß, dass ich mich am selben Tag mit meiner Freundin treffe, mit Zwiebeln und scharf. Eigentlich auch mit allem, außer Tomaten.

JANNIS NIEWÖHNER: Ich mag Döner sehr gerne. Kalbfleisch, süße Soße, Salat. Aber Tomaten, Schafskäse und Oliven und so, das mag ich alles gar nicht. Wichtig ist auf jeden Fall, dass er gut gesalzen ist.

MICHAEL KESEROGLU: Für mich ist warmes Brot ganz wichtig. Wenn es zu kalt ist, gebe ich ihn weg. Ich will viel Fleisch, und wenn die Bude zwei Spieße hat, immer gemischt. Du merkst dann auf der Zunge den Unterschied zwischen Lamm und Hühnchen, das ist voll lecker.

» Jimi, in "Gangs" hat Chris auf Flo einen großen Einfluss. Sein Wort ist praktisch Gesetz. Ist das bei Dir und Wilson auch so?

JIMI BLUE OCHSENKNECHT: Nein, auf gar keinen Fall. Ich lebe mein eigenes Leben.


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