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Ein Club-Promoter der Berliner Technoszene gerät zwischen die Fronten von Geheimdienst und Organmafia.

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Kritikerrezensionen

  • Beat: Ein Club-Promoter der Berliner Technoszene gerät zwischen die Fronten von Geheimdienst und Organmafia.

    Großartige deutsche Serie von Marco Kreuzpaintner, in der ein Berliner Nachtschwärmer mit der internationalen Organhandelmafia konfrontiert wird.

    In der gleichen Konstellation entstanden wie zuvor schon „You Are Wanted“, ist „Beat“ die zweite Großserie von Warner Bros, die exklusiv bei Prime Video an den Start geht. Wie das Matthias-Schweighöfer-Vehikel, das es auf zwei Staffeln brachte, bietet auch dieser in zehn Folgen erzählte Thriller Kino für den Bildschirm – oder das, was Warner-Chef Willi Geike als „High-Class-Serie“ bezeichnet: Wenn deutsches Genre nicht im Kino funktioniert, muss man nicht die Flinte ins Korn werfen, man muss es nur anders konfektionieren. Wie Regisseur Marco Kreuzpaintner, von dem die Idee zu „Beat“ stammt und der mit diesem Stoff nach ein paar Jahren eher unentschlossener Kinofilme wie „Coming In“ oder „StadtLandLiebe“ jetzt endlich das mit seinen frühen Erfolgen „Sommersturm“ oder „Krabat“ gegebene Versprechen einlöst, einer der aufregendsten deutschen Filmemacher zu sein.

    Nach Büchern von Norbert Ebelein (viel „Großstadtrevier„, fast so viel „Neues aus Büttenwarder„) taucht die von Hellinger/Doll („Traumfrauen“, „SMS für dich“, in Kürze „Sweethearts“) mit Unterstützung der Pantaleon umgesetzte erste Staffel gleich ein in die Berliner Nachtszene und folgt dem von Jannis Niewöhner gespielten Titelheld durch einen Technoclub mit Drogen, Sex und zuckenden Stroboskopblitzen. Es ist nicht so, als hätte sich der einstige Kinderstar nicht schon längst freigeschwommen vom „Wilde Kerle“-Image, aber hier legt er das hin, was Amerikaner einen „starturn“ nennen: Man kann den Blick einfach nicht von ihm wenden, wie er voll zugedröhnt und zutiefst glücklich durch seine Welt treibt. Der Einstieg ist so überwältigend, dass man fast enttäuscht ist, als kurz darauf ein Krimiplot in den Mittelpunkt rückt, in dem es um die Machenschaften der Menschen- und Organhandelmafia geht. Der Plot braucht eine gewisse Zeit, bis er Fahrt aufnimmt. Man kann aber ziemlich genau sagen, ab wann er faszinierend wird: mit dem Auftritt von Alexander Fehling als Vosberg in der dritten Folge. Er ist das Trumpfass von „Beat“, die deutsche Serienantwort auf De Niros Louis B. Cypher in „Angel Heart“, oder einfach gesagt: der Teufel. Begleitet von einer von Anna Bederke gespielten, wortkargen Killerin, die nicht nur optisch an die Figur von Sofia Boutella in „Kingsman“ erinnert, ist Vosberg ein Strippenzieher ohne Gewissen, Moral oder erkennbare Emotion – und ein großartiger Gegenspieler des ihm in allen Belangen unterlegen scheinenden Beat, den eine internationale Geheimpolizei anheuern will, um den unfassbaren Vosberg zur Strecke zu bringen. Die Stars geben sich hier die Klinke in die Hand: Karoline Herfurth, Christian Berkel, Kostja Ullmann, Hanno Koffler, Claudia Michelsen. Nicht jeder ist hundertprozentig überzeugend, aber allen sieht man gerne zu bei diesem sich in alle Richtungen entfaltenden Verwirrspiel, das Kreuzpaintner mit großem Gespür für die gezeigte Welt und erkennbarer Lust am Sujet in einem Kraftakt inszeniert hat. Grelle Oberflächenreize findet man hier ebenso wie Tiefgang: Wie hier der Hedonismus des Westens mit Ausbeutung hilfloser Menschen aus weniger reichen Ecken der Welt konterkariert wird, sitzt wie ein Stachel in der sonst so gut geölten Storymaschine, in der auch noch die mysteriöse Figur von Kostja Ullmann gegen den Strich gebürstet wird: Bisweilen wirkt er, als wäre er dem Örtchen Winden durch eines der Portale in der Höhle von „Dark“ in Richtung Berlin entflohen. Der Horrorakzent schadet nicht: Eine Serie von diesem Format verlangt nach einem tonalen Mix, nach verschiedenen Kriegsschauplätzen, die sich clever überkreuzen. Staffel zwei kann kommen! ts.

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