Filmhandlung und Hintergrund

Zweites Münsteraner Teamwork von Kommissar Thiel und Rechtsmediziner Boerne: diesmal soll einem Professor, der ein alter Freund des Forensikers ist, ein Mord angehängt werden.

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Fakten, Fakten: Zweites Münsteraner Teamwork von Kommissar Thiel und Rechtsmediziner Boerne: diesmal soll einem Professor, der ein alter Freund des Forensikers ist, ein Mord angehängt werden.

    Spätestens mit dem zweiten Fall haben sich die Herren Thiel und Boerne aus Münster als „Tatort“-Team etabliert. Mit dem Handlungsort hat das allerdings am wenigsten zu tun: Würde Kommissar Thiel (Axel Prahl) nicht gelegentlich durch die Stadt radeln, der Film „Fakten, Fakten…“ könnte absolut überall spielen. Das werden allerdings bloß die Münsteraner bedauern; allen anderen ist viel wichtiger, dass das Team funktioniert und die Geschichte einigermaßen originell ist.

    Und beides trifft zu, denn Thiel und Pathologe Boerne (Jan Josef Liefers) stehen vor einem Rätsel: Sie haben zwar einen Mörder dingfest gemacht, aber ansonsten bloß einen Tatverdacht. Es gibt keine Leiche, keine Tatwaffe, kein Motiv. Nicht minder rätselhaft ist ein weiterer Mord, bei dem es zwar einen hochgradig Verdächtigen gibt, doch der war der Tat paradoxerweise viel zu nah, um als Täter in Frage zu kommen.

    Besser noch als die von Wolfgang Panzer äußerst geschickt zugespitzte Geschichte ist das Zusammenspiel des Duos Prahl und Liefers. Waren Polizist und Professor gegen Ende ihres ersten gemeinsamen Falls fast schon Freunde, so überwiegt nun wieder die alte Bissigkeit. Weil Prahl, eher ein Mime der Minimalschule, meistens keine Miene verzieht (und dafür bei Großaufnahmen mitunter überagiert), stiehlt ihm Liefers als aufgekratzt dozierender Rechtsmediziner regelmäßig die Show. Immer wenn Boerne durch seinen Seziersaal schlittert, sich bissige Wortgefechte mit „Alberich“, seiner kleinwüchsigen Assistentin (ChrisTine Urspruch) liefert und dann auch noch den gutmütigen Thiel auf den Arm nimmt, wünscht man sich den wahlweise trockenen oder schläfrigen „Tatort“-Einzelgängern aus Hamburg (Robert Atzorn) und Stuttgart (Dietz Werner Steck) auch solch quirlige Kollegen an die Seite.

    Trotzdem muss die Stärke der Filme im Drehbuch stecken. Panzers knifflige Geschichte entpuppt sich als Familiendrama, in das gleich diverse Liebschaften verwickelt sind; auch Panzer setzt auf die bewährten Krimi-Motive Eifersucht und Rache. Mindestens ebenso reizvoll wie die Frage nach dem Mörder sind die Ausflüge ins eigentlich eher kühle Gebiet der Rechtsmedizin. Natürlich machen Belehrungen in Sachen Pathologie erst richtig Spaß, wenn sie von einem Professor mit messerscharfem Verstand und flinker Zunge vorgetragen werden. Prompt klärt Boerne den Fall mit seinen Erkenntnissen fast im Alleingang. tpg.

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