10 Filme, die gefeiert werden – und wir fragen uns: Warum?

Andreas Engelhardt  

Jeder hat ein Recht auf seine Meinung. Diese Binsenweisheit wollen wir hier eingangs noch einmal zum Besten geben, um darauf hinzuweisen, dass wir lediglich unsere subjektive Sicht der Dinge zur Schau tragen. Denn natürlich darf man die folgenden Filme gut finden. Wir fragen uns lediglich: Warum überhaupt?

10 Filme, die zu Unrecht gefeiert werden

Jurassic World (2015)

Ein Milliarden-Erfolg, den viele Zuschauer als einen der besten Blockbuster der letzten Jahre abfeiern. Für uns war „Jurassic World“ hingegen lediglich ein bissloser, lauwarmer Aufguss aus der CGI-Hölle. Der T-Rex in „Jurassic Park“ mag zwar inzwischen 24 Jahre alt sein, aber die handgemachten Effekte sehen heute dennoch zig-fach besser aus als die Retortendinos aus dem Computer im letzten Teil der Reihe. Zusätzlich sollte eigentlich noch die heutige Generation kritisiert werden, die stets nach mehr verlangt, nur um ihr dann ein Finale zu liefern, das genau diesen Fehler begeht. Ein dezenter Widerspruch, möchte man da meinen.

American Hustle (2013)

Kritiker feierten diese Star-besetzte Gauner-Komödie ab, am Ende standen 10 Oscar-Nominierungen auf der Habenseite. Davon konnte „American Hustle“ letztlich keinen gewinnen und wenn man uns vorher gefragt hätte, wären die Nominierungen schon des Guten zuviel gewesen. Denn leider mäandert der opulente Film in seinen über zwei Stunden Laufzeit mit inhaltsleeren, wenig packenden Dialogen vor sich hin und weiß den großartigen Cast leider nicht zu nutzen. Schade.

Fack Ju Göhte (2013)

Ein deutsches Phänomen, dass auch in der Fortsetzung die Kinokassen klingeln ließ und bald zu einer Trilogie vervollständigt wird. Das Abfeiern von Assi-Kultur zieht an uns allerdings vorbei und wir können lediglich ungläubig den Kopf schütteln, warum gerade diese Komödie einen derartigen Hype auslöste. Wir kriegen meist zu hören, man müsse dann den Kopf ausschalten, aber spricht es wirklich für den Film, wenn man ihn lediglich unreflektiert genießen kann?

Fast & Furious

Ganze zehn Filme soll die Action-Reihe am Ende umfassen, für uns hätte nach der „Gefährliche Brandung“-Kopie alias Teil 1 schon Schluss sein können. Die Action mag handgemacht sein, hat aber längst sämtliche Relation verloren und aus illegalen Straßenrennfahrern sind Geheimagenten geworden, die regelmäßig die Welt retten müssen. Geht es noch eine Spur größer? Das Familien-Thema kommt darüber hinaus für uns selten zum Tragen, da die meisten Figuren leider kaum einen existenten Charakter aufweisen können.

Avatar – Aufbruch nach Pandora (2009)

Der erfolgreichste Film aller Zeiten begeisterte damals jeden mit seiner bahnbrechenden 3D-Technologie – doch mit etwas Abstand fällt der Blick auf den Blockbuster deutlich nüchterner aus. Die Geschichte kennen wir zur Genüge aus anderen Werken, „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ fehlt leider ein ikonischer Charakter und der 3D-Trend nervt mittlerweile gehörig. Wir können lediglich hoffen, dass die Fortsetzungen die inhaltlichen Fehler kompensieren.

The Dark Knight Rises (2012)

Nach „The Dark Knight“ waren die Erwartungen an die Fortsetzung immens und deswegen konnte Christopher Nolan hier wohl nur verlieren. Reichlich Spektakel wird zwar weiterhin geboten, allerdings mit ungewöhnlich vielen Logik-Fehlern garniert, die ein wiederholtes Ansehen stark erschweren. Rückblickend hätte man wohl aufhören sollen, als es am schönsten war.

300 (2006)

Ach ja, Zack Snyder. Ein Werk des Regisseurs darf hier natürlich nicht fehlen, denn an ihm scheiden sich bekanntlich die Geister. Optisch macht „300“ einiges her und wem das genügt, der wird hier auf seine Kosten kommen. Die Geschichte selbst hätte durchaus packend sein können, aber genau hier liegt das große Problem von „300“, der mit zunehmender Dauer leider keine Intensität aufbauen kann. Das ist eben nicht das Steckenpferd von Zack Synder, der sein Pulver in den Action-Szenen verschießt.

The Artist (2011)

Hollywood liebt Filme über sich selbst. Das wurde selten derart offenkundig wie bei der Oscar-Verleihung 2012, als der Stummfilm „The Artist“ fünf Preise absahnen konnte, unter anderem für bester Film. Rückblickend wohl nicht die beste Entscheidung, um die Glaubwürdigkeit der Academy zu erhöhen, denn das Werk hinterließ völlig zu Recht keinen bleibenden popkulturellen Eindruck.

Sin City (2005)

Das nächste Werk in unserer Liste, das für uns lediglich durch seinen Stil eine lobende Erwähnung wert ist. Darüber hinaus verliert sich „Sin Ciy“ für uns zu oft in seinem Bestreben, besonders cool, brutal und dreckig zu sein. Die Geschichten für sich selbst betrachtet können uns leider nicht gefangen nehmen und mehr als die Summe seiner Teile ist die Comic-Verfilmung für uns ebenfalls nicht.

American History X (1998)

Wie gut hätte dieser Film sein können. Er hat einen fantastischen Edward Norton zu bieten und ein heikles, aber durchaus spannendes Thema zu bieten. Leider entschied man sich für den einfachen Weg der Sensation und nicht dafür, uns eine ideologische, tiefgründige Diskussion zuzumuten, bei der wir selbst Stellung beziehen müssen. So verpasst „American History X“ es für uns, eine lohnenswerte Diskussion zum Thema Neo-Nazis anzustoßen und lässt uns als Zuschauer leicht urteilen. Da war selbst der oftmals fade Geschichtsunterricht intellektuell herausfordernder.

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