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Mörder in „Glass Onion“: Regisseur klärt zwei Irrtümer über den Netflix-Hit auf

Mörder in „Glass Onion“: Regisseur klärt zwei Irrtümer über den Netflix-Hit auf
© Netflix

Rian Johnson bescherte uns zum Jahresausklang noch mal ein Filmhighlight bei Netflix. Dabei gibt es jedoch zwei mögliche Missverständnisse über den Killer, mit denen er jetzt aufräumte.

– Achtung: Es folgen Spoiler für „Glass Onion: A Knives Out Mystery“! –

Nachdem ihm mit dem ersten Streich „Knives Out – Mord ist Familiensache“ bereits ein Kinohit gelang (312 Millionen US-Dollar weltweite Einnahmen bei einem Produktionsbudget von 40 Millionen US-Dollar), sorgt Rian Johnson mit der Fortsetzung jetzt an anderer Stelle für Furore. Schließlich ließ sich Netflix zwei exklusive weitere Fälle von Benoit Blanc (Daniel Craig) satte 469 Millionen US-Dollar kosten. Der erste Nachschlag hört auf den Namen „Glass Onion: A Knives Out Mystery“ein Titel, den Johnson übrigens hasst – und erobert aktuell die Netflix-Charts.

Das ist nur allzu verständlich, immerhin lockt „Glass Onion“ mit einem der spaßigsten Filmerlebnisse des Jahres, hat einen beeindruckenden Cast zu bieten und überrascht mit einigen Wendungen – angefangen damit, dass nicht Miles Bron (Edward Norton) das Opfer der versammelten Runde ist. Der Milliardär lud schließlich all seine vermeintlichen Freunde zu seiner Privatparty ein, um mit ihnen eine Murder-Mystery-Party zu veranstalten, bei der sie seinen fingierten Tod auflösen sollten. Angesichts der Trailer und vermutlich auch nach dem ersten Part des Films dachten sicherlich alle, dass Miles Bron wirklich sterben würde, schließlich ist solche eine aus dem Ruder laufende Murder-Mystery-Party inzwischen fast schon ein Klischee in dem Genre.

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Letztlich kam es natürlich anders; Rian Johnson liebte es immerhin schon im ersten „Knives Out“, mit den Erwartungen der Zuschauer*innen zu spielen. Das gelang ihm auch bei der Fortsetzung, denn sicherlich hatten die wenigsten Miles Bron als den wahren Killer auf dem Zettel. Selbst Meisterdetektiv Benoit Blanc schloss den Milliardär in den Rückblicken aus, als es um den Mord an Andi Brand (Janelle Monáe) ging, da es seiner Analyse nach wirklich dumm wäre, wenn er die Tat selbst begangen hätte. Letztlich folgte jedoch durch Blanc selbst die große Enthüllung: Miles Bron ist tatsächlich ein Idiot. Entsprechend wenig elegant war auch sein Mord an Duke Cody (Dave Bautista) und – was Blanc noch mehr frustrierte – der Milliardär ließ sich von einer Aussage des Meisterdetektivs zu seinem Mordversuch an Helen Brand (ebenfalls Janelle Monáe) hinreißen.

So erschafft Rian Johnson ein „Knives Out Mystery“

Rian Johnson gelang es dadurch garantiert erneut, etliche Vermutungen des Publikums ins Leere laufen zu lassen. Inzwischen wurde der Regisseur und Drehbuchautor zu dem Mörder von „Glass Onion“ in einigen Interviews ausgefragt und nutzte diese Chance, um mit weiteren Irrtümern über Miles Bron aufzuräumen. So erklärte er beispielsweise im Gespräch mit The Wrap, warum er den Milliardär als Killer wählte und es dürfte einige überraschen, wie Johnson dabei vorging:

„Nun, es ist nicht so, als würde ich mir eine Gruppe an Verdächtigen ausdenken und dann entscheiden, wer der/die Mörder*in ist und von da aus rückwärts arbeiten oder so ähnlich. Auf gewisse Art, wenn ich mit der Arbeit an etwas anfange, spiele ich Schach mit drei Figuren: Ich denke im Grunde über das Opfer, über den/die Protagonist*in und den/die Killer*in nach und nicht einmal ich weiß, wer sie sein werden. Aber ich weiß, wer der/die Mörder*in ist, denn ich kenne seinen/ihren Platz in der Dramaturgie und die Beziehung zum/zur Protagonist*in – nicht zum Detektiv, das spielt sich außerhalb dessen ab – denn die Protagonistin war Marta (gespielt von Ana de Armas, Anm. d. Red.) im ersten Teil und Helen in diesem. Es geht also darum, über die grundlegende Struktur nachzudenken, was ist der entscheidende Schachzug, den wir hier mit dem Mord vollführen wollen? Und dann kommt damit irgendwie alles zusammen, ich ergründe die Form, bevor ich die Details darüber festlege, wer die Verdächtigen sind und sogar zwangsläufig, was die Details über den Charakter des/der Killer*in sind. Es beginnt also alles sehr konzeptionell, will ich vermutlich sagen. Und dann drehe ich an dem Fokus und stelle alles praktisch scharf, Schritt für Schritt, wenn das Sinn ergibt.“

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Ein wirklich interessanter Einblick, den Johnson da in seinen Schaffensprozess gewährt. Immerhin könnte man als außenstehende Person auf die Idee kommen, dass er sich tatsächlich erst einmal eine Gruppe von Verdächtigen überlegt und dann ausarbeitet, wer das beste Motiv hat und wie sie die Tat begangen haben könnten. Genau über dieses Vorgehen macht sich allerdings wohl nicht ohne Grund Benoit Blanc in „Glass Onion“ lustig, als er meint, dass echte Fälle komplexer sind als eine Runde „Cluedo“, die genau nach diesem Prinzip funktioniert.

Miles Bron basiert nicht auf Elon Musk… zumindest nicht direkt

Einen weiteren Irrtum über Miles Bron klärte Rian Johnson wiederum im Interview mit Wired auf. Denn aufgrund der Darstellung des zunächst auf viele wie ein Genie wirkenden Tech-Milliardärs, der sich mit schrecklichen Geschäftsentscheidungen und unberechenbaren, wohl nicht so gut durchdachten Aktionen selbst zu Fall bringt, fühlten sich viele an die aktuelle Twitter-Übernahme und das daraus folgende Chaos um Elon Musk erinnert. Wegen der Frage nach dem Fall, der uns in „Knives Out 3“ erwarten wird, schlug Wired vor, den Untergang von Twitter zu behandeln, woraufhin Johnson lachend erwiderte: „Twitters Untergang. Habe ich das nicht gerade gemacht?“, bevor er zu der angesprochenen Parallele zu Musk meinte:

„[‚Glass Onion‘] beinhaltet eine Menge allgemeiner Sachen über diese Spezies an Tech-Milliardär*innen, die direkt hineingeflossen sind. Aber natürlich, es hat fast schon eine komische Relevanz in genau diesem aktuellen Moment. Ein Freund von mir meinte: ‚Mann, es fühlt sich an, als wäre es diesen Nachmittag geschrieben worden.‘ Und das ist einfach nur ein schrecklicher, schrecklicher Unfall, wisst ihr?“

Da habt ihr es also: Miles Bron basiert nicht direkt auf Elon Musk, aber quasi auf seiner ganzen Zunft. Die Twitter-Übernahme war für Johnson auf gewisse Art fast schon ein glücklicher Zufall, da sie „Glass Onion“ noch relevanter wirken lässt, dabei ist die Erkenntnis, dass Tech-Milliardäre stets skeptisch zu betrachten und nicht zu verehren sind, natürlich zeitlos. Wir dürfen entsprechend gespannt sein, wen Johnson mit „Knives Out 3“ aufs Korn nimmt. Wenn ihr bis dahin bei anderen Murder-Mystery-Filmen miträtseln wollt, bieten euch „Mord im Orient-Express“ und „Tod auf dem Nil“ bei Disney+ die Chance dazu.

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