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„Knives Out“-Fortsetzung: „Glass Onion“-Regisseur wegen Netflix-Entscheidung „angepisst“

„Knives Out“-Fortsetzung: „Glass Onion“-Regisseur wegen Netflix-Entscheidung „angepisst“
© John Wilson / Netflix

Rian Johnson kann stolz auf den Netflix-Hit der Stunde sein. Doch in einer Angelegenheit hat ihm der Streamingdienst reingequatscht, was dem Filmemacher gar nicht gefällt.

2019 gelang Drehbuchautor und Regisseur Rian Johnson mit „Knives Out – Mord ist Familiensache“ ein überraschender Kino-Hit. Fast 313 Millionen US-Dollar spielte der erste Fall von Detektiv Benoit Blanc (Daniel Craig) damals weltweit in den Kinos ein, was bei einem Produktionsbudget von moderaten 40 Millionen US-Dollar ein beeindruckender Erfolg ist. Netflix war das mal eben 469 Millionen US-Dollar wert, um sich die zwei Fortsetzungen zu sichern. Für Rian Johnson und Daniel Craig natürlich eine schöne Gelegenheit, um Benoit Blanc künftig beim Streamingdienst auf knifflige Fälle loszulassen – wie das aussieht, könnt ihr aktuell bei Netflix sehen.

Denn mit „Glass Onion: A Knives Out Mystery“ erwartet euch dort der zweite Teil der Murder-Mystery-Reihe, der derzeit auf Platz 1 der Netflix-Charts steht und eines der spaßigsten Filmerlebnisse des Jahres zu bieten hat. Doch eine Sache stört Rian Johnson an seinem Film immens, wie er jetzt im Interview mit The Atlantic (via IndieWire) preisgab:

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„Ich habe sehr versucht, [die Filme] eigenständig zu gestalten. Ehrlich gesagt, ich bin ziemlich angepisst, dass wir ‚A Knives Out Mystery‘ im Titel haben, wisst ihr? Ich wollte, dass es nur ‚Glass Onion‘ heißt. Ich verstehe es und ich will, dass alle, die den ersten Film mögen, wissen, dass das der nächste Teil in der Reihe ist, aber zugleich, ist der ganze Reiz für mich, dass es jedes Mal ein neues Buch ist, das man aus dem Regal nimmt. Aber die Schwerkraft von tausend Sonnen zieht uns zu seriellem Geschichtenerzählen.“

Mit seinen Fällen um Benoit Blanc orientiert sich Rian Johnsons stark an den Whodunit-Klassikern von Agatha Christie um ihren Meisterdetektiv Hercule Poirot, wie der Filmemacher auch selbst immer wieder klarstellte. Entsprechend ist es verständlich, dass er auch hinsichtlich der Titel diesen Werken folgen möchte, was er mit seinem Bezug zu den Büchern, die man aus dem Regal nimmt, deutlich macht. Man stelle sich beispielsweise vor, Christies Titel würden heutzutage aufgrund der gewünschten Wiederkennung in „Tod auf dem Nil: Ein Mord-im-Orient-Express-Fall“ oder dergleichen umgetauft werden. Für einen kreativen Geist, wie es Johnson ist, sind solche Marktargumente zwar nachvollziehbar, aber eben nicht angenehm.

Zumal er ja zu Recht darauf hinweist, dass es sich bei „Glass Onion“ um einen eigenständigen Fall handelt, der mit „Knives Out – Mord ist Familiensache“ außer Benoit Blanc als Detektiv nichts zu tun hat. Entsprechend wäre es passender gewesen, die Fortsetzung „Glass Onion: A Benoit Blanc Mystery“ zu nennen, um ihn als verbindendes Element der Reihe in den Vordergrund zu rücken. Nur erinnerten sich vermutlich mehr Zuschauer*innen, daran, dass der Film, den sie vor drei Jahren mochten, „Knives Out“ hieß, als daran, dass Daniel Craigs Charakter darin auf den Namen Benoit Blanc hörte, womit wir wieder bei den schnöden Marktargumenten sind. Eine kleinkarierte Beschwerde, keine Frage, aber es ist verständlich, dass Rian Johnson bei seinen Projekten gerne so viel kreative Freiheit wie möglich hat.

Darum heißt die „Knives Out“-Fortsetzung „Glass Onion“

Innerhalb der Geschichte erklärt sich der Titel des Films durch die sogenannte Glass Onion, das opulente Glasbauwerk, das der Blickfang auf Milliardär Miles Brons (Edward Norton) griechischer Privatinsel ist. Benoit Blanc nimmt darauf auch mehrfach als Metapher Bezug, da die Glass Onion zwar durchsichtig zu sein scheint, das Innere aber trotzdem verborgen bleiben kann – oder umgekehrt etwas einen komplexeren Anschein hat, als es in Wahrheit der Fall ist.

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Doch es gibt auch einen Meta-Grund, warum Rian Johnson seine Fortsetzung so genannt hat. Genau wie bei „Knives Out“ (Radiohead) handelt es sich bei „Glass Onion“ schließlich um einen Songtitel. The Beatles schrieben „Glass Onion“ sogar, weil es sie nervte, dass Fans Bedeutungen in ihre Lieder hineininterpretierten, die nicht vorhanden waren, weswegen sie absichtlich einen verwirrenden Text verfassten. Dass das äußerst gut zu dem Netflix-Film passt, dürfte allen klar sein, die ihn gesehen haben. Zumal The Beatles ja auch in dem Film selbst erwähnt werden: Wenn Miles seine Gäst*innen auf der Insel begrüßt, spielt er für sie „Blackbird“; laut eigener Aussage sogar auf der Gitarre, mit der Paul McCartney und John Lennon den Song komponiert haben.

Entsprechend dürfen wir gespannt sein, welchen Songtitel Rian Johnson für „Knives Out 3“ in der Hinterhand hat. Dass die Fortsetzung kommt, ist sicher – und genauso sicher wird sie den von Johnson verhassten Zusatztitel haben. Falls ihr jetzt Lust auf mehr Murder-Mystery habt, könnt ihr die neuesten Interpretationen von „Mord im Orient Express“ und „Tod auf dem Nil“ hier bei Disney+ streamen.

Krimi-Quiz: Erkennt ihr 15 Serien anhand der Tatorte?

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