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Die Filme von David Lynch: Die Filmografie des Arthaus-Regisseurs

Die Filme von David Lynch: Die Filmografie des Arthaus-Regisseurs
© IMAGO / United Archives / Arthaus

David Lynch wirbelt seit dem Ende der 70er die amerikanische Filmwelt ordentlich auf. Wir haben die Filme des Kult-Regisseurs für euch aufgelistet.

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Kult-Regisseur David Lynch spaltet die Geister. Die einen lieben seine überaus markanten Storylines, expressionistische Bildsprache und surrealistischen Film-Elemente. Die anderen können mit seinen oftmals verwirrenden, manchmal furchterregenden, aber immer etwas absurden Filmen nichts anfangen. Doch wer Fan von David Lynch ist, der ist dies auch mit Leib und Seele. Für eben diese Fans, aber auch für Menschen, die in die aberwitzige Welt des amerikanischen Regisseurs eintauchen möchten, haben wir die Filmografie von David Lynch im Folgenden aufgeschlüsselt.

„Eraserhead“ (1977)

Jack Nance in David Lynchs Debütfilm. (© IMAGO / Allstar)

Obwohl „Eraserhead“ zunächst von der Kritik verrissen wurde, wurde David Lynchs Regiedebüt erst zum Geheimtipp, dann zum Klassiker. Die Geschichte handelt von dem schüchternen Arbeiter Henry (Jack Nance), der sich nach einer ungewollten Schwangerschaft mit Mary (Charlotte Stewart) pflichtbewusst um deren missgestaltetes Baby kümmert. Auch nachdem Mary die beiden aus Überforderung verlässt, lässt er nicht von dem Kind ab, doch die Situation treibt ihn nach und nach in den Wahnsinn. Der Film greift Elemente aus dem Surrealismus und Expressionismus auf und bringt Protagonist und Publikum mit seiner kafkaesken Handlung regelrecht um den Verstand. Ein Kultfilm, den wahre Filmkenner*innen auf dem Schirm haben sollten.

„Der Elefantenmensch“ (1980)

John Merrick (John Hurt) baut eine Miniatur-Kirche. (© IMAGO / Everett Collection)

London 1881: Der missgestaltete John Merrick (John Hurt) wird auf einer Freakshow ausgestellt und von dessen Betreiber misshandelt. Als sich Chirurg Frederick Treves (Anthony Hopkins) Merrick annimmt und versucht, ihn in die Londoner Gesellschaft einzuführen, verbessert sich zunächst seine Situation. Anders als Lynchs erster Film kam „Der Elefantenmensch“ deutlich besser bei den Kritiker*innen an. Das Schwarz-Weiß-Drama um den sogenannten Elefantenmenschen ist ein Appell an die Menschlichkeit. Eine Erinnerung daran, dass das Äußere nichts über den Charakter eines Menschen aussagt und wahre Monster nicht so einfach zu erkennen sind.

„Der Wüstenplanet“ (1984)

Sean Young und Kyle MacLachlan als Chani und Paul Atreides. (© IMAGO / United Archives)

Mit der Verfilmung von Frank Herberts Sci-Fi-Klassikers „Dune“ wurde David Lynch zum ersten und einzigen Mal mit einem epischen Blockbuster beauftragt. Er übernahm den Regieposten, nachdem sich schon Arthur P. Jacobs, Alejandro Jodorowsky und Ridley Scott an dem Stoff die Zähne ausgebissen hatten. Der Roman handelt vom Kampf um den Planeten Arrakis, angeführt von Paul Atreides (Kyle MacLachlan), der von den Ureinwohner*innen des Wüstenplaneten als eine Art Messias gehandelt wird. „Der Wüstenplanet“ war ein finanzieller Flop und David Lynch hat sich größtenteils von dem Projekt distanziert. Dennoch gibt es einige Fans, die von der ersten Verfilmung des Romans durchaus überzeugt sind. Wem das nicht so geht, dem können wir Denis Villeneuves Version „Dune“ ans Herz legen, die den ersten Teil der Geschichte abdeckt. Der zweite Teil ist aber auch schon in der Mache.

„Blue Velvet“ (1986)

Isabella Rossellini und Kyle MacLachlan im Psychothriller „Blue Velvet“. (© IMAGO / Prod.DB)

In erneuter Zusammenarbeit mit Kyle MacLachlan schaut David Lynch hinter die scheinbar perfekte Fassade des beschaulichen Städtchens Lumberton. Dort geht der junge Unistudent Jeffrey Beaumont (Kyle MacLachlan) dem dunklen Geheimnis der attraktiven Barsängerin Dorothy (Isabella Rossellini) auf den Grund. „Blue Velvet“ gilt als einer der besten Filme Lynchs. Der surrealistische Thriller besticht nicht nur mit einer Geschichte, die unter die Haut geht, auch die mit Symbolen aufgeladene Bildgestaltung und die schauspielerischen Leistungen von MacLachlan, Rossellini, aber auch von Laura Dern und Dennis Hopper machen „Blue Velvet“ zu einem Film, den man als Cineast gesehen haben muss.

  • „Blue Velvet“ findet ihr auf iTunes zum Kauf.

„Wild at Heart – Die Geschichte von Sailor und Lula“ (1990)

Sailor (Nicolas Cage) und Lula (Laura Dern) treten einen wilden Roadtrip an. (© IMAGO / Allstar)

Mit „Wild at Heart – Die Geschichte von Sailor und Lula“ verfilmte David Lynch den gleichnamigen Roman von Barry Gifford. Das Roadmovie handelt von dem jungen Liebespaar Sailor (Nicolas Cage) und Lula (Laura Dern), das nach Sailors Knast-Aufenthalt in den Süden der USA flieht. Auf der Reise werden dem Pärchen einige Steine in den Weg gelegt. Ob die beiden letztendlich beieinanderbleiben werden? Eine hochstilisierte, abgedrehte Love Story mit einem fantastischen Soundtrack, die 1990 mit der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet wurde. Ein Muss für alle, die eine unkonventionelle Liebesgeschichte mögen – und für alle Lynch-Fans sowieso.

  • „Wild at Heart – Die Geschichte von Sailor und Lula“ ist auf Amazon als Leih- und Kaufoption verfügbar.

„Twin Peaks – Der Film“ (1992)

„Twin Peaks – Der Film“ erzählt die letzten Tage von Laura Palmer (Sheryl Lee). (© IMAGO / United Archives)

In einer amerikanischen Kleinstadt taucht die Leiche der jungen Prostituierten Teresa Banks (Pamela Gidley) auf. Zur gleichen Zeit begibt sich das Mädchen Laura Palmer (Sheryl Lee) in eine Abwärtsspirale aus Drogen und Prostitution, der sie nicht mehr entkommen wird. „Twin Peaks – Der Film“ erzählt die Vorgeschichte der meisterhaften Kult-Serie „Twin Peaks“. Der Film kam zwar nicht sehr gut bei der Kritik und beim Publikum an, doch alle Fans, die nicht genug von der ihrer Lieblingsserie „Twin Peaks“ bekommen können, bekommen einen noch tieferen Einblick in die geheimnisvollen Geschehnisse, die deren Handlung in Gang setzt. 

„Lost Highway“ (1997)

Patricia Arquette im rätselhaften Thriller „Lost Highway“. (© IMAGO / Everett Collection)

David Lynch ist nicht nur bekannt für surrealistische Elemente und traumartige Szenarien. Auch unvorhersehbare Plottwists stehen beim amerikanischen Regisseur auf der Tagesordnung. So auch in „Lost Highway“. Wer den Film also noch nicht gesehen hat, sollte hier zu lesen aufhören. Dort dreht sich die Geschichte zunächst um die unglückliche Ehe von Saxofonist Fred Madison (Bill Pullman) und Renée (Patricia Arquette), die mit dem Tod der Ehefrau und der Inhaftierung des Mannes endet. Fred sitzt in der Zelle und wurde zum Tode verurteilt, doch eines Morgens sitzt seiner statt der unschuldige Pete Dayton (Balthazar Getty) im Todestrakt. Die Polizei steht vor einem Rätsel und dann taucht auch noch die Gangsterbraut Alice auf, die genau so aussieht wie Renée. Ein rätselhafter Psychothriller, der einem Albtraum gleicht.

„Eine wahre Geschichte – The Straight Story“

Richard Farnsworth und „Carrie“-Star Sissi Spacek in „The Straight Story“. (© IMAGO / Allstar)

In „Eine wahre Geschichte – The Straight Story“ hat sich der 73-jährige Sturkopf Alvin (Richard Farnsworth) in den Kopf gesetzt, mit seinem alten Rasenmäher zu seinem kranken Bruder zu fahren. Mit diesem möchte er sich nämlich nach Jahren endlich aussöhnen, bevor es zu spät ist. Ein ungewöhnlich ruhiger Film von David Lynch, der trotzdem mit allerlei ungewöhnlicher Figuren und Begegnungen aufwartet. Auch die schauspielerische Leistung von Richard Farnsworth muss hier Erwähnung finden, denn diese wurde auch mit einer Oscar-Nominierung gewürdigt.

„Mulholland Drive – Die Straße der Finsternis“

Betty (Naomi Watts) und Rita (Laura Harring) sind auf einer Mission. (© IMAGO / Everett Collection)

Mit „Mulholland Drive – Die Straße der Finsternis“ hat David Lynch erneut einen Kult-Klassiker geschaffen. Diesmal taucht er in die düstere Welt Hollywoods ab. Realität und Traum stehen sich in dieser Geschichte gegenüber. Die Traumwelt gibt hier Einblick in die Psyche der erfolglosen Schauspielerin Diane (Naomi Watts), die als ihre Traumversion Betty in ein Netz aus Tod und Liebe verstrickt wird. Ein absolutes Meisterwerk, das viele Filmkenner*innen bis ins Detail analysiert haben. In unserem Artikel haben wir uns selbst an einer Erklärung von „Mulholland Drive“ versucht.

„Inland Empire“ (2006)

Laura Dern als Schauspielerin am Rande des Wahnsinns. (© IMAGO / Allstar)

Mit der Rolle in „On High in Blue Tomorrows“ möchte die Schauspielerin Nikki Grace (Laura Dern) ihre Karriere neu beleben. Dass der Film ein Remake eines nicht fertiggestellten Projekts aus den 30ern ist, bei dem die Hauptdarsteller ums Leben kamen, stört sie wenig. Doch die Dreharbeiten werden immer mehr zum Horrortrip und Realität und Fiktion verschwimmen für Nikki zunehmend. Mit „Inland Empire“ erzählt David Lynch eine verschachtelte Geschichte und desorientiert das Publikum über drei Stunden. Laura Dern brilliert in dieser Rolle, doch seid gewarnt: Besonders dieser Lynch-Film ist nichts für schwache Nerven.

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