"300" machte ihn zum testosteronstarken Superstar. Schillernde Schurken, elegante Bösewichte und historische Abenteurer gehören zu den Paraderollen des britischen Schauspielers Gerard Butler, der einen Stil zwischen elegantem Dream Boy, laszivem Rock Star und erotischem Verführer entwickelte und wegen seiner Wandlungsfähigkeit auch asiatische Übermenschen verkörpert.
Butlers fiel einem größerem Publikum erstmals als Vampir in "Wes Craven präsentiert Dracula" ins Auge: In die Moderne katapultiert, fühlt sich der Fürst der Finsternis in den Discos von New Orleans zu Hause und erlebt als Judas und ewiger Jude eine unkonventionelle Passionsgeschichte. Als Titelheld in der Musical-Verfilmung "Das Phantom der Oper" gibt Butler erneut einen eleganten Fürsten der Finsternis.
Gerard debütierte 1997 als illegitimer Sohn von Königin Victoria und ihrem Kammerdiener Brown in dem Historiendrama "Ihre Majestät Mrs. Brown" und gehörte zum Ensemble der Anton-Tschechow-Verfilmung "Der Kirschgarten" des Griechen Michael Cacoyannis, der im jugoslawischen Bürgerkrieg angesiedelten Liebesgeschichte "Harrison's Flowers" von Elie Chouraqui und des britischen Thrillers "Shooters", der vom aus dem Ruder laufenden Coup einer Gruppe von Kleingaunern erzählt.
In der Hauptrolle des "Attila" in der gleichnamigen amerikanischen Mini-Serie, die sich auf Attilas Konfrontation mit dem Römer Flavius konzentriert, präsentierte Butler den Hunnen als Raufbold der Völkerwanderung.
Im zweiten Abenteuer um die Amazonen-Archäologin Lara Croft (Angelina Jolie) spielte Butler in "Tomb Raider: Die Wiege des Lebens" den kantigen, unzuverlässigen Ex-Lover Terry, der mit Lara auf die Suche nach einem heiligen Speer und der Büchse der Pandora geht. Neben den eher eindimensionalen Auftritten in Genre-Titeln wie "Tomb Raider" und "Timeline" ist der vielseitige Schotte auch als liebevoller Vaterersatz in der wunderbar gefühlvollen, britischen Sozialtragikomödie "Lieber Frankie" zu sehen.
In der Figur des griechischen Anführers Leonidas hat er es in "300" mit dem Perserkönig Xerxes zu tun, den er in der Schlacht bei den Thermopylen besiegen kann. Seine furiose Spielweise beeindruckte die Juroren des Saturn und Empire Award so, dass sie ihn auf ihre Nominierungslisten setzten.
Gegen Pierce Brosnan als Bösewicht hat er in "Butterfly on a Wheel" wenig Chancen, vor allem nachdem dieser auch noch seine Tochter entführt hat. Als Garry hinterlässt er in "P.S. Ich liebe dich" nach seinem Tod Briefe, die seine hinterbliebene Frau (Hilary Swank) alle vier Wochen erreichen und in "Die Insel der Abenteuer" lebt er als Meeresbiologe Jack mit seiner Tochter auf einer Insel, die von Piraten überfallen wird.
In Guy Ritchies grotesker Krimikomödie "Rock'N'Rolla" klaut er eine gehörige Summe Geld, um seine Schulden begleichen zu können, hat dafür aber auch die russische Mafia auf seinen Fersen. Von seiner komischen Seite zeigt er sich in der spitzzüngigen Romanze "Die nackte Wahrheit" neben Katherine Heigl als (scheinbarer) Supermacho.
Ein Herzensprojekt, das Butler auch selbst produzierte, ist "Gesetz der Rache". In dem knallharten Selbstjustiz-Thriller rächt er die Ermordung seiner Frau und Tochter durch ein zynisches Katz- und Maus-Spiel mit dem Staatsanwalt, der die damaligen Täter nur milde bestrafte. Butler zeigt sich vielschichtig, wirft schwierige ethische Fragen auf, überzeugt als fieser Rächer ebenso wie als gebrochenes Gewaltopfer.
Butler tritt in seiner Heimat in TV-Produktionen auf und fiel auf der Bühne in der Ewan-McGregor-Rolle aus "Trainspotting" und an der Seite von Rachel Weisz in der Bühnenfassung von "Plötzlich im letzten Sommer" als junger Arzt auf.
Gerard Butler zeigt Familienjuwelen unterm Schottenrock
Die nackte Wahrheit…
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Immer schön lächeln, auch wenn's mal peinlich wird: Schottenrock-Opfer Gerard Butler (Foto: Kurt Krieger)
Auch wenn es nur die deutsche Übersetzung des englischen Originaltitels "The Ugly Truth" war: "Die nackte Wahrheit", Gerard Butlers Komödie um einen Supermacho, hat sich als peinliche Prophezeiung herausgestellt. Denn der schottische Superstar hat seine Männlichkeit entblößt - und das ausgerechnet vor den Gästen einer Hochzeitsgesellschaft.
Eingeladen hatte Gerards Schwester Lynn, die im schottischen Paisley, 20 km westlich von Glasgow gelegen, heiratete. Klar, dass der Hollywood-Star das Familienfest nicht versäumen wollte. Natürlich sollte der Star aus "300" auch ein paar Worte sagen. Dabei passierte das Missgeschick.
"Ich musste auf die Bühne und etwas vorlesen, meine Mutter und der Rest der Familie saßen dabei in der ersten Reihe", berichtet Gerard Butler. "Da die Hochzeit in Paisley stattfand, galt natürlich die übliche schottische Regel, dass Du als Mann im Kilt erscheinen musst. Ich setzte mich also oben hin und meine Mom schaute mich völlig entgeistert an und faltete schnell ihre Hände zusammen. Ich dachte, sie meinte, ich sollte beten … bis ich merkte, dass mir alle zwischen die Beine starrten. Also habe ich ganz schnell die Beine übereinander geschlagen. Das ist jedes Mal einmal ein Desaster mit diesen Kilts!"
War Gerard Butler unten ohne?
Wobei Gerard Butler pikanterweise nicht verraten hat, ob er sich auch an die Regel gehalten hat, dass Mann unter dem Kilt keine Unterwäsche trägt. Es spricht jedoch einiges dafür, denn ein Hochzeitsgast soll bei dem Anblick, den Butler bot, laut "Schlampe!" gerufen haben.
Dass er ein ganzer Mann ist, hat Gerard Butler übrigens auch bei den Dreharbeiten zu seinem neuen Film, dem Surf-Spektakel "Mavericks", bewiesen. An einem Strand im Norden Kaliforniens war Gerard Butler in eine Riesenwelle geraten und bis auf den Meeresgrund gedrückt und anschließend von der nächsten Welle an Land gespült worden.
Ein Krankenwagen brachte den Schauspieler daraufhin ins nahe gelegene Stanford Medical Center, doch Butler gab schon beim Transport keine Ruhe - er bat die Sanitäter, umzukehren und ihn sofort ans Set zurückzufahren. Schließlich wurde Gerard Butler aber doch in die Klinik gebracht - die ihn nach umfangreichen Checks allerdings tatsächlich noch am selben Tag wieder freigab.