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Raum - Liebe kennt keine Grenzen (2015)

Originaltitel: Room
Raum - Liebe kennt keine Grenzen Poster
Userwertung (34)
  1. Ø 4.6
Kritikerwertung (3)
  1. Ø 5

Filmhandlung und Hintergrund

Raum - Liebe kennt keine Grenzen: Brillante Adaption des Erfolgsromans von Emma Donoghue über eine Mutter und ihren Sohn, die in einem winzigen Raum leben.

Ein Leben zu zweit auf kleinstem Raum. Der lebhafte Junge Jack (Jacob Tremblay) feiert seinen fünften Geburtstag. Sein gesamtes Leben hat er gemeinsam mit seiner Ma (Brie Larson) in einem vier mal vier Meter kleinen Raum nur mit einer kleinen Dachluke zugebracht. Seine Mutter kümmert sich liebevoll um den neugierigen Jungen und will ihm eine möglichst schöne Kindheit trotz der Einschränkungen bereiten. Sie spielt mit ihm, erzählt ihm Geschichten wie „Alice im Wunderland“ und fördert seine Eigenständigkeit. Das ist gar nicht so leicht, denn die beiden können den Raum nicht verlassen. Also denkt sich Ma einen riskanten Plan aus, um ihrem Sohn doch noch ein erfülltes Leben zu ermöglichen. Das Filmdrama mit Thriller-Elementen wurde zunächst auf dem Toronto International Film Festival 2015 uraufgeführt, wo es mit dem People's Choice Award ausgezeichnet wurde. Schließlich wurde die Hauptdarstellerin Brie Larson 2016 mit dem Oscar als beste Darstellerin ausgezeichnet.Die Newcomerin hat nicht nur in kleinen Indie-Filmen wie „Raum“ und „Short Term 12“, sondern auch in großen Produktionen wie „21 Jump Street“ oder „Don Jon“ mitgespielt. Die Regie wurde von Lenny Abrahamson („Frank“, „Garage“) übernommen, der in “Frank” mit Michael Fassbender zusammenarbeitete. Die Geschichte basiert auf dem gleichnamigen Roman der kanadischen Schriftstellerin Emma Donoghue, die auch das Drehbuch verfasste. Neben den Hauptdarstellern sind Joan Allen („A Good Marriage“, „Das Bourne Vermächtnis“), William H. Macy („Cake“, “Thank You for Smoking“) und Sean Bridgers („Sweet Home Alabama – Liebe auf Umwegen“, “Midnight Special“) zu sehen.

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Kritiken und Bewertungen

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    Es sind nur 9 Quardratmeter, die der fünfjährige Jack in seinem bisherigen Leben kennengelernt hat. Ein einziger Raum, mit einem Bett, einer Badewanne, einer kleinen Küchenzeile, einem Fernseher. Außer durch ein kleines Dachfenster kommt kein Licht herein. Doch für Jack ist das nicht so wichtig, denn da draußen gibt es sowieso nur die "Aliens". Für ihn zählt nur der Raum - und seine Mutter Joy, mit der er glücklich zusammen lebt. Außer nachts. Denn da kommt "Old Nick" in den Raum, und Jack muss sich im Schrank verstecken. Doch eines Tages entschließt sich seine Mutter, Jack die Wahrheit über die Welt "da draußen" zu erzählen. Sie sagt, es gäbe sie wirklich. Sie sagt, sie hätte selbst einmal dort gelebt. Und sie schmiedet einen Plan, wie Jack die Welt kennen lernen kann. Doch Jack weiß gar nicht, ob er das will. Denn "Raum" ist mehr als nur ein Gefängnis. "Raum" ist auch Zuhause. Mit der Verfilmung des gleichnamigen Erfolgsromans von Emma Donoghue - die auch das Drehbuch schrieb - gelingt Regisseur Lenny Abrahamson das Kunststück, eine Welt voller Emotionen, Erinnerungen und auch dramatischen Entwicklungen in nur einem Raum zu erzeugen. Denn von der ersten Minute an, als Jack das beengte Zimmer durchschreitet, wird mit jedem Gegenstand ein Gefühl der Wärme und Geborgenheit verknüpft. Dass hier auch mit Leichtigkeit erzählt wird, liegt vor allen Dingen an dem umwerfenden Spiel von Brie Larson und Jacob Tremblay. Larson zeigt die zermürbte Verzweiflung einer jungen Frau, die von einem Monster aus ihrem Leben gerissen wurde und seit sieben Jahren seine Gefangene ist. Doch im Umgang mit Jack, der ihr einziger Lichtblick und emotionaler Halt in einer Welt der Trostlosigkeit ist, schafft sie es, gelöst und liebevoll umzugehen. Sie ist alles, was Jack hat - und umgekehrt. Unglaublich, was Tremblay diesem Spiel entgegensetzt. Völlig glaubwürdig stellt er die pure Unschuld einer zerbrechlichen Kinderseele dar, mit einem entwaffnenden Blick, in dem die Liebe zur Mutter und die Zuversicht liegt, zusammen mit ihr alles schaffen zu können. So gelingt es, die Situation auch für den Zuschauer aufzufangen, mit Leichtigkeit und dem Glauben an das Gute. In wunderschönen stillen Momenten verschmelzen Mutter und Sohn zu einer unzertrennlichen Einheit, die sich nicht ihrem Schicksal ergibt, sondern sich aus den gegebenen Umständen ein eigenes Schicksal schafft. Auch die Nebendarsteller spielen eindrucksvoll und authentisch, vor allem Joan Allen als Joys Mutter, die behutsam versucht, sich ihrer Tochter und ihrem Enkelsohn zu nähern und dabei selbst die Entführung verarbeiten muss. Dramaturgisch teilt sich der Film auf in die Zeit in und außerhalb des Raums. Als die Flucht nach draußen gelingt, sieht der Zuschauer die Welt mit den Augen eines Fünfjährigen, der sie bisher nur aus dem Fernseher kannte. Farben, Lichter, Bäume, Häuser, Menschen - alles wirkt fremd, wie Aliens eben. Es ist faszinierend, Jack dabei zuzuschauen, wie er dieses Fremde an sich heran und in sich hineinlässt. Kamera, Ton- und Musikebene, die Montage und das gut gewählte Vorstadt-Setting - all die Elemente fügen sich klug und behutsam ineinander, sodass der Zuschauer völlig in die Welt von Joy und Jack eintauchen kann. Das macht RAUM zu einem unglaublich berührenden und meisterlichen Kino-Erlebnis, das sensibel und mit großer Zärtlichkeit erzählt und mit ungeheurer erzählerischer Kraft beeindruckt. Jurybegründung: Mit Grausen erinnern wir uns an den Fall Fritzl, der vor einigen Jahren nicht nur Österreich, sondern die ganze Welt erschütterte. Über viele Jahre hatte der Mann seine eigenen Tochter in einen Kellerraum eingesperrt und sich vielfach an ihr vergangen, insgesamt sieben Kinder hatte die junge Frau geboren (von denen vier überlebten), bis das Martyrium ein Ende hatte. Emma Donaghue hat in ihrem Roman "Room" diesen und andere Fälle aufgegriffen und zu einem beeindruckenden Stück Literatur geformt, was wiederum als Grundlage für Lenny Abrahamsons nicht minder eindrucksvolles Drama diente, das in den USA bereits für Furore sorgte. Bereits sieben Jahren dauert die Gefangenschaft von Joy (Brie Larson) an, die als Siebzehnjährige von ihrem Peiniger entführt wurde (hier erinnert der Film eher an den ebenfalls in Österreich angesiedelten realen Fall der Natascha Kampusch). Vor fünf Jahren hat sie einen Sohn geboren, Jack (beeindruckend: Jacob Tremblay), der nichts von der Welt kennt außer dem "Raum", wie er ihn nennt: Keine Welt da draußen, keine Tiere, keine Menschen außer seiner Mutter und dem Entführer, den sie beide nur "Old Nick" nennen. Wenn der Peiniger zu seinen gelegentlichen Besuchen kommt, muss das Kind in den Schrank, eine Beziehung gibt es nicht zwischen dem Jungen und seinem Vater, der nicht einmal weiß, wie alt sein Sohn ist. Und so kann der Junge es kaum glauben, dass sich außerhalb dieser vier Wände noch etwas befindet, denn alles, was er davon kennt, ist der Blick in den Himmel (ein Oberlicht lässt etwas Tageslicht in den Raum) und in den Fernseher, von dem Jack aber glaubt, dass alles, was sich darin befindet, nicht "real" ist. Wie soll er es auch besser wissen? Doch Joys Widerstand ist immer noch nicht gebrochen und so ersinnen die beiden eine List, die sie schließlich in die Freiheit führt. Ein anderer Filmemacher hätte die tragische und hochspannende Geschichte hier wohl enden lassen, mit einem vermeintlichen Happy End. Nicht aber Lenny Abrahamson, für den der schmerzvolle Weg in die Freiheit, in die Welt, auf gleicher Ebene steht wie die Gefangenschaft selbst. Sein leises und dennoch unglaublich intensives Drama ist voller Interesse und Zärtlichkeit für die beiden tapferen Protagonisten, die um ihren Platz in der Welt kämpfen. Unterstützt von einem exzellenten Drehbuch, zwei herausragend agierenden Hauptdarstellern, einer trotz der Enge der RAUMverhältnisse überaus flexiblen Kamera und einer überaus variablen und einfühlsamen Filmmusik gelingt ihm ein echtes, stets überraschendes und niemals auch nur eine Sekunde langweiliges Meisterwerk, das auf ganzer Linie begeistert und das durch unendlich viele Feinheiten und Nuancen überzeugt. Es ist ein Film, der seine Zuschauer ebenso wie seine Figuren ernst nimmt und der ihnen trotz einer harschen Ausgangssituation letztendlich eine große Freiheit, vielleicht die größte überhaupt - zugesteht: Die Freiheit, die Welt und diesen Film selbst entdecken zu können - in aller Pracht und in jedem Detail. Ein Werk, das einem die Augen öffnet für die Kostbarkeiten des Lebens und dessen Beschränkungen. Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Videokritik anzeigen
  • Brillante Adaption des Erfolgsromans von Emma Donoghue über eine Mutter und ihren Sohn, die jahrelang Gefangene in einem winzigen Raum sind. “Raum” einen außergewöhnlichen Film zu nennen, wäre eine Untertreibung. Denn nicht nur ist die Prämisse außergewöhnlich und gewagt, von einer Mutter und ihrem Sohn zu erzählen, dessen fünfjähriges Dasein sich einzig und allein auf einen vier mal vier Meter großen Raum beschränkt, ohne Fenster, mit ein paar wenigen Möbeln und einer lichtdurchlässigen Dachluke. Es ist auch außergewöhnlich, eine solche Geschichte auf eine so einfühlsame und bewegende Weise zu transportieren, dass das Publikum sich angesichts der beklemmenden Ausgangssituation nicht sofort quer stellt. Der Publikumspreis beim diesjährigen Toronto International Film Festival, der in den Jahren zuvor an Mainstream-Hits wie “Slumdog Millionär“, “The King’s Speech” und “The Imitation Game” gegangen war, also nicht gerade das, was man als radikale Arthouse-Ware bezeichnen würde, mag belastbares Indiz dafür sein, dass dem irischen Filmemacher Lenny Abrahamson genau das gelungen ist. Dabei schildert die Adaption des Erfolgromans von Emma Donoghue, die selbst auch das Drehbuch schrieb, einerseits ungeschminkt die offenkundig bei den Fällen Fritzl und Kampusch entlehnte Situation, dass eine junge Frau mit ihrer hoffnungslosen Existenz in Gefangenschaft fertig werden muss: Sieben Jahre zuvor war sie von einem nur “Old Nick” genannten Mann entführt und in ein schmuckloses Zimmer gesperrt worden, der sie mit Nahrung, Medikamenten usw. versorgt und der natürlich auch der Vater von Jack ist, um den er sich nicht kümmert. Abrahamson erzählt das komplett aus der Sicht des Jungen. Er hat ein gutes Gespür dafür, die Szenen zu Beginn ganz eng zu gestalten, dass sie einem das Atmen erschweren. Aber weil die Perspektive so ungewöhnlich ist und Jack von seiner Mutter umhegt und geliebt wird und er keine andere Welt kennt außer den Raum, ist sein Blick nicht von Verzweiflung, sondern von dem angeborenen Optimismus eines Fünfjährigen geprägt. Da es dem Film nicht darum geht, wie viel Klaustrophobie man seinem Publikum zumuten kann, ist die Gefangenschaft nur der in dieser nicht immer leicht konsumierbaren Form zwingende Startpunkt einer Geschichte, die den Raum verlässt und von Freiheit erzählt. Und was Freiheit bedeutet. Und wie schwer es ist, Freiheit für sich zu reklamieren, gerade wenn man sich frei bewegen kann. Denn – und damit sei nichts verraten, was nicht auch der Trailer zeigen würde – Ma und Jack gelingt die Flucht, in einer schier euphorischen Sequenz, die es, begleitet von dem atmosphärischen Song “The Mighty Rio Grande” der Post-Rock-Band This Will Destroy You, an Intensität und Spannung mit jedem Thriller in diesem Kinojahr aufnimmt. Es ist ja nicht nur der Moment der Befreiung, sondern auch der Augenblick, in dem Jack die Welt zum ersten Mal in seinem Leben sieht: Blätter, Bäume, Straßen, Autos, andere Menschen. Darum geht es dann auch in der zweiten, noch einmal besseren Hälfte von “Raum”: Was ist eigentlich diese Welt, in der wir uns bewegen, wie finden wir uns in ihr zurecht? Während der Roman an dieser Stelle auf Jacks Gefühlswelt konzentriert bleibt, sieht man im Film, durch Jacks Augen, primär Ma: eine junge Frau, der sieben Jahre ihres Lebens genommen wurden, der aber auch in der Gefangenschaft das geschenkt wurde, was ihr nun am Allerwichtigsten ist. “Raum” ist kein Film der einfachen Antworten. Dass seine Fragen indes so großen Widerhall finden, liegt auch an den Schauspielern: Brie Larson empfiehlt sich als eine der besten jungen Schauspielerinnen Hollywoods, und der Junge Jacob Tremblay bricht einem das Herz in diesem kleinen Film, der das Größte bereithält, was Kino leisten kann: Er transportiert den Zuschauer in eine andere Welt – und wenn man aus ihr zurückkehrt, sieht man die eigene Existenz mit anderen Augen. ts.

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