Raum - Liebe kennt keine Grenzen (2015)

Originaltitel: Room
Raum - Liebe kennt keine Grenzen Poster
Userwertung (27)
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Kritikerwertung (1)
  1. Ø 5

Filmhandlung und Hintergrund

Raum - Liebe kennt keine Grenzen: Brillante Adaption des Erfolgsromans von Emma Donoghue über eine Mutter und ihren Sohn, die in einem winzigen Raum leben.

Ein Leben zu zweit auf kleinstem Raum. Der lebhafte Junge Jack (Jacob Tremblay) feiert seinen fünften Geburtstag. Sein gesamtes Leben hat er gemeinsam mit seiner Ma (Brie Larson) in einem vier mal vier Meter kleinen Raum nur mit einer kleinen Dachluke zugebracht. Seine Mutter kümmert sich liebevoll um den neugierigen Jungen und will ihm eine möglichst schöne Kindheit trotz der Einschränkungen bereiten. Sie spielt mit ihm, erzählt ihm Geschichten wie „Alice im Wunderland“ und fördert seine Eigenständigkeit. Das ist gar nicht so leicht, denn die beiden können den Raum nicht verlassen. Also denkt sich Ma einen riskanten Plan aus, um ihrem Sohn doch noch ein erfülltes Leben zu ermöglichen. Das Filmdrama mit Thriller-Elementen wurde zunächst auf dem Toronto International Film Festival 2015 uraufgeführt, wo es mit dem People's Choice Award ausgezeichnet wurde. Schließlich wurde die Hauptdarstellerin Brie Larson 2016 mit dem Oscar als beste Darstellerin ausgezeichnet.Die Newcomerin hat nicht nur in kleinen Indie-Filmen wie „Raum“ und „Short Term 12“, sondern auch in großen Produktionen wie „21 Jump Street“ oder „Don Jon“ mitgespielt. Die Regie wurde von Lenny Abrahamson („Frank“, „Garage“) übernommen, der in “Frank” mit Michael Fassbender zusammenarbeitete. Die Geschichte basiert auf dem gleichnamigen Roman der kanadischen Schriftstellerin Emma Donoghue, die auch das Drehbuch verfasste. Neben den Hauptdarstellern sind Joan Allen („A Good Marriage“, „Das Bourne Vermächtnis“), William H. Macy („Cake“, “Thank You for Smoking“) und Sean Bridgers („Sweet Home Alabama – Liebe auf Umwegen“, “Midnight Special“) zu sehen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

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  • Brillante Adaption des Erfolgsromans von Emma Donoghue über eine Mutter und ihren Sohn, die jahrelang Gefangene in einem winzigen Raum sind. “Raum” einen außergewöhnlichen Film zu nennen, wäre eine Untertreibung. Denn nicht nur ist die Prämisse außergewöhnlich und gewagt, von einer Mutter und ihrem Sohn zu erzählen, dessen fünfjähriges Dasein sich einzig und allein auf einen vier mal vier Meter großen Raum beschränkt, ohne Fenster, mit ein paar wenigen Möbeln und einer lichtdurchlässigen Dachluke. Es ist auch außergewöhnlich, eine solche Geschichte auf eine so einfühlsame und bewegende Weise zu transportieren, dass das Publikum sich angesichts der beklemmenden Ausgangssituation nicht sofort quer stellt. Der Publikumspreis beim diesjährigen Toronto International Film Festival, der in den Jahren zuvor an Mainstream-Hits wie “Slumdog Millionär“, “The King’s Speech” und “The Imitation Game” gegangen war, also nicht gerade das, was man als radikale Arthouse-Ware bezeichnen würde, mag belastbares Indiz dafür sein, dass dem irischen Filmemacher Lenny Abrahamson genau das gelungen ist. Dabei schildert die Adaption des Erfolgromans von Emma Donoghue, die selbst auch das Drehbuch schrieb, einerseits ungeschminkt die offenkundig bei den Fällen Fritzl und Kampusch entlehnte Situation, dass eine junge Frau mit ihrer hoffnungslosen Existenz in Gefangenschaft fertig werden muss: Sieben Jahre zuvor war sie von einem nur “Old Nick” genannten Mann entführt und in ein schmuckloses Zimmer gesperrt worden, der sie mit Nahrung, Medikamenten usw. versorgt und der natürlich auch der Vater von Jack ist, um den er sich nicht kümmert. Abrahamson erzählt das komplett aus der Sicht des Jungen. Er hat ein gutes Gespür dafür, die Szenen zu Beginn ganz eng zu gestalten, dass sie einem das Atmen erschweren. Aber weil die Perspektive so ungewöhnlich ist und Jack von seiner Mutter umhegt und geliebt wird und er keine andere Welt kennt außer den Raum, ist sein Blick nicht von Verzweiflung, sondern von dem angeborenen Optimismus eines Fünfjährigen geprägt. Da es dem Film nicht darum geht, wie viel Klaustrophobie man seinem Publikum zumuten kann, ist die Gefangenschaft nur der in dieser nicht immer leicht konsumierbaren Form zwingende Startpunkt einer Geschichte, die den Raum verlässt und von Freiheit erzählt. Und was Freiheit bedeutet. Und wie schwer es ist, Freiheit für sich zu reklamieren, gerade wenn man sich frei bewegen kann. Denn – und damit sei nichts verraten, was nicht auch der Trailer zeigen würde – Ma und Jack gelingt die Flucht, in einer schier euphorischen Sequenz, die es, begleitet von dem atmosphärischen Song “The Mighty Rio Grande” der Post-Rock-Band This Will Destroy You, an Intensität und Spannung mit jedem Thriller in diesem Kinojahr aufnimmt. Es ist ja nicht nur der Moment der Befreiung, sondern auch der Augenblick, in dem Jack die Welt zum ersten Mal in seinem Leben sieht: Blätter, Bäume, Straßen, Autos, andere Menschen. Darum geht es dann auch in der zweiten, noch einmal besseren Hälfte von “Raum”: Was ist eigentlich diese Welt, in der wir uns bewegen, wie finden wir uns in ihr zurecht? Während der Roman an dieser Stelle auf Jacks Gefühlswelt konzentriert bleibt, sieht man im Film, durch Jacks Augen, primär Ma: eine junge Frau, der sieben Jahre ihres Lebens genommen wurden, der aber auch in der Gefangenschaft das geschenkt wurde, was ihr nun am Allerwichtigsten ist. “Raum” ist kein Film der einfachen Antworten. Dass seine Fragen indes so großen Widerhall finden, liegt auch an den Schauspielern: Brie Larson empfiehlt sich als eine der besten jungen Schauspielerinnen Hollywoods, und der Junge Jacob Tremblay bricht einem das Herz in diesem kleinen Film, der das Größte bereithält, was Kino leisten kann: Er transportiert den Zuschauer in eine andere Welt – und wenn man aus ihr zurückkehrt, sieht man die eigene Existenz mit anderen Augen. ts.

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