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Cake (2014)

Cake Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Cake: Tragikomödie um eine Frau, die von einem Mitglied ihrer Schmerztherapiegruppe besessen ist, das sich kürzlich umgebracht hat.

Claire ist am Boden zerstört, chronisch krank – und zudem eine überaus unangenehme, feindselige Person. Sie lebt alleine in ihrem Bungalow in Los Angeles, alle ihre Freunde haben ihr längst den Rücken gekehrt, nur noch Haushälterin Silvana hält es mit ihr aus. Als sich eines Tages Nina – Mitglied der Selbsthilfegruppe für Schmerzpatienten, der auch sie angehört – das Leben nimmt, beginnt Claire sich obsessiv mit deren Freitod zu beschäftigen und freundet sich in der Folge mit Ninas Mann Roy und dessen Sohn an.

Eine Frau ist von einem Mitglied ihrer Schmerztherapiegruppe besessen, das sich kürzlich umgebracht hat. Wirkungsvolles tragikomisches Drama, in dem Jennifer Aniston ein für allemal mit ihrem Saubermädchen-Image bricht.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Ein Imagewechsel mit der Brechstange: Eigentlich ist die charismatische Hollywoodschauspielerin Jennifer Aniston („Wir sind die Millers“) als Komödiendarstellerin bekannt. Das Drama „Cake“, in welchem die Aktrice nun erstmals entgegen ihre herkömmlichen Rollenauswahl spielt, soll nun ihr Durchbruch im Qualitätssegment werden. Ein wenig verwirrend ist es da fast, dass Aniston ihren geplanten Imagewandel-Film auch direkt selbst produziert hat; hätte die Schauspielerin so eine Rolle sonst vielleicht gar nicht erst bekommen? Ungeachtet dessen ist „Cake“, ein Charakterdrama über eine chronische Schmerzpatientin, tatsächlich so etwas wie ein Wendepunkt in Anistons Karriere und ein gelungener noch dazu. Die geborene Kalifornierin funktioniert ganz hervorragend in einer solch geerdeten Rolle, ganz weit weg von der heilen Welt Hollywoods, ganz nah an den Emotionen ihrer Figur. Aniston stellt sich mit Leib und Seele in den Dienst des Films, dessen Schwächen nicht auf Seiten der Schauspieler, sondern eher im Drehbuch liegen.

    Krankheit und Tod sind verbreitete Themen wenn es darum geht, aus tragischen Ereignissen Filmerlebnisse mit positivem Optimismusappell zu kreieren. Regisseur Daniel Barnz („Beastly“) sowie Drehbuchautor Patrick Tobin („No Easy Way“) verweigern diesen konventionellen Grundgedanken jedoch lange Zeit und kreieren eine noch viel mutigere Message: Subtil und auf handfesten Argumenten basierend erzählen sie von den Beweggründen einer Frau, sich nach reiflicher Überlegung gegen das eigene Leben und für den Freitod zu entscheiden. Zeichnen sie die Hauptfigur Claire Bennett zu Beginn noch vielmehr oberflächlich und lebensmüde weicht dieser Eindruck nach und nach dem eindringlichen Bild einer Patientin, für die das Leben nicht mehr lebenswert ist. Die Botschaft, dass der Zeitpunkt des eigenen Lebens in Ausnahmefällen selbstbestimmt gewählt werden sollte, keimt mit Vorsicht und reift so sukzessive zu einem optimistischen Gedanken an, der das Publikum dazu bringt, Claire in ihrem Vorhaben zu unterstützen. Ein mutiges, im Kino bislang nur sehr untergeordnet auftretendes Statement.

    Leider ziehen die Macher diesen Schritt nicht konsequent durch. Mehr noch: Der lobenswerte Aufbau weicht nach und nach einem nur allzu konventionellen Plot. Natürlich wird sich Claire im Finale ein Herz nehmen, ihr Leben überdenken und neuen Mut für die Zukunft schöpfen. Eine per se vollkommen vertretbare Einstellung, die dem Film jedoch viel Mut raubt. Plötzlich fragt man sich gar, wie gewollt der Suizid-Akzeptanz-Subtext in der ersten Stunde überhaupt war. So ist „Cake“ letztlich – und vor allem dank der großartigen Leistung von Jennifer Aniston – ein immer noch guter, da sehr subtiler und nie rührseliger Film. Dennoch: Die Unentschlossenheit des Drehbuchs raubt der Geschichte viel vom enormen Potenzial.

    Fazit: „Cake“ ist Jennifer Anistons Eintrittskarte in das Dramasegment Hollywoods. Gemeinsam mit Anna Kendrick und Sam Worthington gehört sie zu einem Ensemble, das sich ganz in den Dienst eines feinfühligen Dramas stellt, das zu Beginn verspricht, vielmehr zu sein, nur um gen Ende etwas zu klischeehaft aufgelöst zu werden.
  • “Beastly” ist Jennifer Aniston in Daniel Barnz’ mit humorvollen Momenten aufgelockerten Drama, in dem sie als Schmerzpatientin ins Leben zurückfindet.

    Für böses Blut sorgte Jennifer Aniston, dank “Friends” ein (TV-)Superstar, als sie sich für ihre Rolle in “Cake” selbst für die Oscars ins Gespräch brachte. Die “Monster”-Methode von Charlize Theron sollte der Golden Globe- und Emmy-Gewinnerin zur begehrten Trophäe verhelfen, ein paar Kilo hat sie für ihren Part zugelegt, sich unvorteilhaft schminken und frisieren lassen, den Körper mit hässlichen, aufgemalten Narben “entstellt”. Genutzt hat es nichts, viel Häme wurde über sie ausgegossen, das Independent-Drama von Daniel Barnz (“Beastly”) wurde in keiner Kategorie nominiert.

    Was Anistons Leistung keinesfalls schmälert, denn sie liefert hier definitiv eine der besten schauspielerischen Leistungen ihrer Karriere ab. Ein schwerer Unfall hat Claire aus der Bahn geworfen, sie leidet unter chronischen Schmerzen, die sie zu einer überaus feindseligen Person haben werden lassen. Die Freunde haben sich von ihr abgewandt, der Gatte hat sie verlassen und nun lebt sie alleine, unterstützt von ihrer resoluten Haushälterin Silvana, in ihrem schicken Bungalow, wo sie nachts im Swimmingpool einsam ihre Runden dreht – manchmal beobachtet von einem Opossum.

    Eine simple, durchaus packende und vor allem kluge Story hat sich Drehbuchautor Patrick Tobin ausgedacht, in der es darum geht, wie die depressive (Anti-)Heldin langsam ins Leben zurückfindet. In der Selbsthilfegruppe, die Claire besucht, wird sie mit dem Suizid ihrer Mitpatientin Nina (anrührend: Anna Kendrick) konfrontiert und beginnt sich daraufhin obsessiv mit deren Freitod zu beschäftigen – und nähert sich in der Folge auch deren Ehemann Roy (Sam Worthington).

    Der Schauspielerfilm lebt von den präzise gezeichneten Figuren, bis in die Nebenrollen hinein ist er mit exzellenten Charakterdarstellern besetzt. Felicity Huffman (“Desperate Housewives”) glänzt als Therapeutin mit Hang zum Wodka, Sympathieträgerin ist Silvana (Adriana Barraza), die ihrer Brötchengeberin hilft, an illegale Schmerzmittel zu kommen. Sorgfältig platzierte, milde (Wort-)Witze nehmen dem Drama immer wieder die Schwere, Kamerafrau Rachel Morrison gelingt es, das zerrüttete Innenleben der ewig Pillen schluckenden, bärbeißigen Claire einfühlsam zu bebildern. Bleibt die Frage nach dem Titel gebenden Kuchen – den soll die Protagonistin backen, sie, die ewig die Menschen ausnutzt, soll auch einmal etwas für andere tun. Gutes Arthousekino. geh.

Darsteller und Crew

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