Thank You for Smoking (2005)

Thank You for Smoking Poster
Nicht mehr im Kino.
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Filmhandlung und Hintergrund

Thank You for Smoking: Regiedebüt von Ivan Reitmans Sohn Julian, eine gallige Satire über die Corporate Culture in den USA, die in alle Richtungen kräftig austeilt und die Zielscheibe selten verfehlt.

Tabakindustrie-Lobbyist Nick Naylor (Aaron Eckhart) versteht sich meisterlich auf das Schwätzen, weshalb man ihn gerne an vorderster Front einsetzt im öffentlich-medialen Meinungsstreit zwischen Befürwortern und Gegnern schärferer Gesetze gegen das Rauchen. Ausgerechnet jetzt aber, wo Naylor nach Kalifornien reist, um den krebskranken Marlboro Man von weiteren Klagen abzuhalten, droht der beinahe entfremdete Sohn und Reisebegleiter ihm ins Gewissen zu reden.

Talent erblich? Jason Reitman, Sohn des Komödienspezialisten Ivan Reitman (“Ghostbusters”, “Kindergarten Cop”), legt ein beeindruckendes Regiedebüt aufs Parkett mit dieser treffsicheren, stark besetzen Gesellschaftssatire.

Nick Naylor ist zur Stelle, wenn die Tabakindustrie einen aalglatten, sauberen und sympathischen Typen braucht, der sie in der Öffentlichkeit vertreten muss. Nick, der keinerlei moralische Probleme mit seinem Posten hat, hat viel zu tun in diesen Tagen: Ein liberaler Senator setzt alles daran, dass jedes Päckchen mit einem Totenkopf-Zeichen versehen wird, und Nick soll Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit leisten, das abzuwenden. Keine leichte Aufgabe, wo doch gleichzeitig der an Lungenkrebs erkrankte Marlboro-Mann Front gegen die Industrie macht, Todesdrohungen gegen ihn ausgestoßen werden und er in der Washington Probe alles andere als positiv dargestellt wird.

Eine neue Herausforderung wartet auf Nick Naylor, den PR-Profi der amerikanischen Tabaklobby. Bei Jeff Megall, einem von Hollywoods Top-Agenten, setzt er sich dafür ein, dass auf der Leinwand wieder ordentlich gequalmt wird – so wie in den guten alten Zeiten. Außerdem muss er noch beim todkranken Marlboro-Mann vorstellig werden, um diesen mit einer satten Schmiergeldzahlung davon abzubringen, weiterhin gegen das Rauchen mobil zu machen. Und ein gesundheitsfanatischer Senator macht Nicks Job auch nicht einfacher.

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Kritiken und Bewertungen

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    Nick Naylor ist einer dieser smarten Typen, denen man aufgrund ihrer aalglatten Art auf Anhieb misstrauisch gegenüber steht. Und wenn man Nick dann auch noch bei seinem Beruf über die Schulter sieht, dann ist alles klar: Hier ist er, der perfekte Lobbyist, frei von Überzeugungen, gesegnet mit der Gabe zu reden und Menschen vom Gegenteil dessen zu überzeugen, was sie glauben.

    Jason Reitman ist mit seinem Langfilmdebüt die perfekte satirische Komödie über all jene gelungen, die mehr Einfluss auf uns haben, als uns lieb ist: die Lobbyisten. Mit ebenso amüsanter Schärfe wie ätzender Bissigkeit, aber ohne jeden pädagogischen Zeigefinger, werden die vielen Facetten des Lobbyisten-Berufs aufgezeigt.

    Immer wieder wird dem Zuschauer vor Augen geführt, wie leicht Informationen manipuliert werden können und wie letztlich alles nur eine Frage der Interpretation ist.

    Die Stärke des Films liegt darin, diese Aufklärungsarbeit in einer komödiantischen Satire zu verpacken, die in den ernsten Momenten genauso zu überzeugen vermag wie in den amüsanten - was am starken Casting ebenso liegt wie am schlüssigen Konzept und Drehbuch.

    Ob es die versteckten Zwischentöne oder direkte verbale Schläge zwischen die Augen der Verbraucher ist, bei Jason Reitman sind all diese Szenen ein Volltreffer und strapazieren die Lachmuskeln der Zuschauer ebenso wie seinen Verstand. "Thank you for Smoking" beweist, dass aufklärend-unterhaltsames Kino keine Domäne des Mooreschen Dokumentarfilms sein muss.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Trotz tausenden Toten jährlich durch Tabakkonsum hat Nick Naylor kaum ein schlechtes Gewissen – er sieht sich als Anwalt der Zigarettenindustrie, die ja schließlich auch einen Verteidiger benötigt. Mit einem ominösen Institut zur Tabakforschung im Hintergrund werden die schädlichen Folgen des Tabakkonsums zwar nicht abgestritten, die Wahrheit aber dennoch gefiltert.

    "Thank You For Smoking" entscheidet sich bewusst dafür, keine Pro- oder Contrastellung zum Rauchen einzunehmen. Stattdessen zeichnet der Film das Bild einer ambivalenten Figur in einem komplizierten gesellschaftlichen Umfeld. Klar steht Nick im Mittelpunkt der Sympathie, obwohl er uns ja eigentlich unsympathisch sein müsste. Doch als ihn der Marlboro-Mann beinahe erschießt und er im Beruf von Vorgesetzten und Mitarbeitern ausgenutzt wird, erkennen wir den mühsamen Kampf dem er sich täglich aussetzen muss. Wir beginnen ihn als Menschen zu sehen und nicht als Kopf eines kapitalistischen Imperiums.

    Zweifelsohne pendelt "Thank You For Smoking" dabei zwischen dramatischer Ironie und absurdem Galgenhumor. Figuren wie der überzeichnete Senator Finistirre leiten von einer Lachnummer zur nächsten und so bewegen wir uns in einer locker verbundenen Episodenstruktur fort. Immer wieder findet sich Nick Naylor in neuen komischen oder bedrohlichen Situationen wieder, verbunden durch harte Schnitte oder gelegentliche Voiceovers der Hauptfigur. Nicht alles ergibt immer einen Sinn, sorgt aber dennoch meist für einige wunderbare Lacher.

    Da bleibt letztlich zu hoffen, dass das Kino auch voll besetzt ist, denn dann erzielt dieser unverblümte Zynismus bekanntlich den besten Effekt. Der Erfolg des Films ist allerdings nur schwer vorhersehbar. Als eine Art stilistische Mischung aus "Lord of War" und "I Heart Huckabees" sollte er aber auch in Deutschland ein interessiertes Publikum finden und bald zum Kultfilm avancieren. Mit der starken Independent-Orientierung des amerikanischen Kinos in den letzten Monaten bedeutet dies zwar nicht mehr viel (denn das Wort "Kult" wird ja bald zur Vermarktung jedes anspruchsvollen Films verwendet), "Thank You For Smoking" fügt sich jedoch bestens in die bestehende Kinoströmung ein und schafft sich einen denkwürdigen Platz an der Seite des Blockbuster-Kinos.

    Doch zurück zu Nick Naylor und seinem aufwändigen filmischen Werbeprogramm für "Zigaretten im Weltraum". Recht hat er ja, dass im Kino nur noch die "Bösen" und die "Verlierertypen" rauchen (außer, es handle sich um einen europäischen Film). Worauf sich Nick hier bezieht ist äußerst interessant, denn er spricht den starken Einfluss des Kinos auf das Verhalten seiner Zuschauer an. So ist es doch unklar, welche macht Product Placement im Vergleich zu konventioneller Werbung hat. Falls Nick's (anhand realer Zahlen dargestellte) Fakten stimmen, ließe sich das Kino dann auch noch heute zur Massenbeeinflussung nutzen? Trinken wir durch James Bond mehr Martinis oder änderte "2001" unsere Einstellung gegenüber IBM Computern? Und würde es die Welt verändern, wenn Patrick Stewart in X-Men 3 auf einmal z.B. ein Warsteiner trinken würde? Nun, die Tiefen der Kinoleinwand scheinen oft nur für den Zuschauer unergründlich, nicht aber für die Marktforschung.

    Fazit: Lustig und vielschichtig, ohne dabei aufdringlich zu wirken. "Thank You For Smoking" gelingt es gleichwohl locker wie auch spannend zu unterhalten.
  • Weil eine Sexszene mit Katie Holmes angeblich auf Drängen von Tom Cruise aus der Kopie verschwand, machte dieses Regiedebüt in Sundance Schlagzeilen. Boulevard-PR, die diese bissige, dialogstarke Komödie in keinster Weise nötig hatte.

    Satire war bisher nicht das Etikett, das Filme aus dem Hause Reitman angemessen beschrieb. Jason Reitman ist mit den eher grobgestrickten Komödien seines Vaters Ivan (“Kindergarten Cop”, “Ghostbusters”) aufgewachsen, ohne sichtbaren Schaden genommen zu haben. Nach einer Reihe von ungewöhnlichen Kurzfilmen, darunter “Consent” und seine absurde sexuelle Vertragsverhandlung unter Teenagern, hat er auch mit seinem ersten Langfilm den komödiantischen Gencode seines Vaters gelöscht. “Thank You For Smoking”, von Reitman selbst nach einem Roman von Christopher Buckley adaptiert, ist ein glänzend besetzter Ensemblefilm mit rabenschwarzem Humor, frei von Betroffenheitspathos, geradezu durchtrieben amerikakritisch und gleichzeitig in seinen verteidigten Werten (Meinungsfreiheit, Familie) doch sehr amerikanisch. Perfide und frech benutzt der Film Mittel der Rhetorik, die mit nationaler Begeisterung in Schulen und Universitäten trainiert, in Debattier-Zirkeln und -Wettbewerben überprüft werden, um sie für Tabu-Themen einzusetzen. Lobbyisten der Waffen-, Alkohol- und Tabakindustrie erweisen sich als giftig-humorvolle, wort- und redegewandte Argumentierungskünstler in der Promotion der Produkte, die in Amerikas Gesellschaft zunehmend unter Beschuss geraten. “Wir wollen ihn leben und rauchen sehen”, verteidigt Nick Naylor (Aaron Eckhart), Sprecher von Big Tobacco, seine Auftraggeber, als er in einer TV-Talkshow mit einem krebskranken Jungen konfrontiert wird. Nach dieser zynisch parierten Attacke sieht das väterliche Urgestein von Big Tobacco (Robert Duvall) Handlungsbedarf für eine Imagepolitur und Nick als seine beste Waffe im Kampf gegen die Anti-Raucher-Hysterie. Auf einem Businesstrip nach Kalifornien soll er nicht nur den echten, todkranken Marlboro-Mann zur Annahme von Schmerzens- und Schweigegeld bringen, sondern auch mit Hilfe eines Poweragenten Rauchen im Hollywoodkino wieder populär machen. Auf dieser Geschäftsreise wird der Advokat des Teufels von Fundamentalisten entführt, von einer skrupellosen Journalistin manipuliert, aber auch von seinem Sohn, der ihn begleitet, moralisch geläutert. Versöhnlich wird “Thank You For Smoking” damit aber noch längst nicht. Das beweist die ungebrochene Sympathie für alle drei gezeigten Lobbyisten und nicht zuletzt auch der Finalsatz, der mühelos zwischen der Hauptfigur, Michael Jordan und Charles Manson Gemeinsamkeiten entdeckt. kob.

Darsteller und Crew

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