Slumdog Millionär (2008)

Originaltitel: Slumdog Millionaire
Slumdog Millionär Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (1)
  1. Ø 5
Kritikerwertung (3)
  1. Ø 4.5

Filmhandlung und Hintergrund

Slumdog Millionär: Herausragendes Drama im Bollywoodstil über einen aus ärmsten Verhältnissen stammenden indischen Jungen, der die Chance bekommt, bei "Wer wird Millionär?" den Jackpot zu knacken.

Es ist der größte Tag seines Lebens: Jamal (Dev Patel) steht bei der indischen Ausgabe der TV-Show “Wer wird Millionär?” vor der Jackpotfrage. 14 Mal hat er bereits richtig geantwortet, morgen winkt der Hauptgewinn. Doch der Moderator glaubt nicht, dass ein ungebildeter Armer, ein Slumdog aus Mumbai wie er, die Antworten wissen kann. Während ihn die Polizei brutal verhört, kennt Jamal nur ein Ziel: seine große Liebe Latika (Freida Pinto) wiederfinden.

Herausragendes Schicksalsdrama à la Bollywood um das Leben eines mittellosen Elends-Kids, das ingesamt acht Oscars einheimste. Die populäre Sendung dient Danny Boyle (“Trainspotting”) bei seinem großen Wurf nur als Rahmen für eine herzzerreißende Odyssee zur Armut, Liebe und der flirrenden Metropole Mumbai.

Bis zur 14. Frage ist Jamal bei der indischen Version von “Wer wird Millionär?” bereits gekommen – am nächsten Tag soll die letzte noch ausstehende Frage gestellt werden. Die Produzenten glauben nicht, dass der aus ärmsten Verhältnissen stammende Junge die Antworten tatsächlich selbst gewusst hat, und lassen ihn mit harten Methoden von der Polizei verhören. Den Beamten erzählt Jamal, dass er nicht geschummelt hat: Jede Frage hatte etwas mit seiner Lebensgeschichte zu tun, seiner Kindheit in Mumbai, dem Tod seiner Mutter, der Flucht mit seinem Bruder und seiner großen Liebe, die er mit dem Fernsehauftritt wiederzufinden hofft.

Bis zur 14. Frage ist Jamal bei “Wer wird Millionär?” bereits gekommen – am nächsten Tag soll die letzte Frage gestellt werden. Die Produzenten glauben nicht, dass der Junge die Antworten selbst gewusst hat, und lassen ihn mit harten Methoden von der Polizei verhören. Den Beamten erzählt Jamal, dass er nicht geschummelt hat: Jede Frage hatte etwas mit seiner Lebensgeschichte zu tun, seiner Kindheit in Mumbai, der Flucht mit seinem Bruder und seiner großen Liebe, die er mit dem Fernsehauftritt wiederzufinden hofft.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (2)

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Slumdog Millionär überzeugt mit neuen Ideen, wunderschönen Bildern und einer romantischen, traurigen und abenteuerlichen Geschichte!
  • Ein großer Wurf für Danny Boyle: Mit seinem berauschenden Drama über einen mittellosen indischen Jungen, der es bei “Wer wird Millionär?” bis zur letzten Frage geschafft hat, erzählt er die Geschichte der verzweifelten großen Liebe eines Lebens und entwirft en passant ein präzises Bild von grenzenloser Armut in Zeiten der Globalisierung.

    14 Fragen hat Jamal bereits beantwortet bei der indischen Ausgabe von “Wer wird Millionär?”. Eine richtige Antwort noch, in der Sendung am nächsten Tag, und der islamische Junge aus den Slums von Mumbai hat den Jackpot geknackt. Während Millionen vor den Bildschirmen mitfiebern, steht für die Verantwortlichen der Sendung fest: Jamal muss geschummelt haben, betrogen. Wie sonst sollte einer, der über keinerlei Bildung verfügt, all die richtigen Antworten aus den verschiedenen Wissensgebieten gewusst haben? Zwei hartgesottene Polizeibeamte sollen Jamals Geheimnis aus ihm herausprügeln.

    So handfest und abrupt steigt Danny Boyle ein in seinen Film, mit einer Flut an Bildern, Informationen und einem visuellen Einfallsreichtum, der seinem legendären “Trainspotting” Konkurrenz macht. Nur wenige Szenen braucht er, um die Figuren, ihre Welt und die Prämisse seiner Geschichte zu etablieren, die anschließend mit einer ebenso wilden wie unterhaltsamen, doppelt ineinander verschränkten Rückblendenstruktur einerseits Jamals abenteuerlichen Auftritt bei “Wer wird Millionär?” abspult und parallel aus seinem Leben erzählt. Der Clou des clever konstruierten Drehbuchs von Simon Beaufoy (“Ganz oder gar nicht”) ist, dass jede Frage unmittelbar etwas mit einem entscheidenden Moment in Jamals Leben zu tun hat: Zunächst fühlt man sich an eine in lebhaften Farben explodierende Bollywood-Version von “Oliver Twist” erinnert, wenn man das Elend der Slums sieht, die Ermordung von Jamals Mutter bei einem Überfall des aufgebrachten Mobs auf eine islamische Siedlung, die Versklavung Jamals und seines Bruders Salim, die bei einem skrupellosen Kinderhändler landen. Mit ihrer Flucht öffnen sich die Bilder, präsentiert sich ein atemberaubendes Indien zwischen Tradition und Moderne, in dem Reichtum immer auf dem Rücken der Armen erkauft wird. Und es beginnt eine bewegende, sehnsüchtige Liebesgeschichte, die schließlich Jahre später mit Jamals Fernsehauftritt kulminiert.

    “Slumdog Millionaire” ist unter schwierigsten Umständen vor Ort in Indien mit Laiendarstellern entstanden. Der Einsatz hat sich ausgezahlt: Keinen Moment zweifelt man die Authentizität der Bilder an, die Boyle in den tollsten Farben eines westlichen Films über Indien seit Renoirs “Der Fluss” malt. Es wäre eine bittere Ballade über Armut und Elend, Verrat und Ausnutzung, über den Preis, der für die Globalisierung zu zahlen ist, wenn die brodelnde und unmittelbar eingefangene Energie des Landes und seiner Menschen den Film nicht immer unnachgiebig, regelrecht lustvoll vorantreiben würden, begleitet von einem elektrisierenden Soundtrack, der auch als kluger Kommentar eingesetzt wird: “Paper Planes” von M.I.A. beispielsweise hat nicht nur einen treibenden asiatisch angehauchten Rhythmus, sondern erzählt eben auch von der vermeintlichen Bedrohung der Besitzenden durch die Besitzlosen. Dazu zeigt Boyle in einer Montage, wie die Brüder amerikanische Touristen am Tadsch Mahal ausnehmen. Im gleichen Maße, wie in diesem bemerkenswerten Lied ein Sample der Clash (“Straight to Hell“) das Fundament bildet und Erste unmittelbar mit Dritter Welt in Verbindung gebracht wird, nutzt Boyle wiederum Dickens als Grundlage, um aus der Sicht des Westlers eine zutiefst indische Story zu erzählen: Ost und West treffen sich hier nicht einfach, sie verschmelzen ineinander, während sich der Regisseur als brillanter Geschichtenerzähler erweist, der genau weiß, wie er tragische mit witzigen Momenten ausbalancieren muss. Mit der Präzision eines Uhrwerks streben alle angelegten Konflikte auf den Moment zu, an dem Jamal die entscheidende Frage gestellt bekommt. Mit ihrer Antwort erfüllt sich das Schicksal aller Beteiligten. Wieder liegen Triumph und Untergang nah beisammen. Und lösen sich zum Ausklang in einer leidenschaftlichen Tanznummer am Bahnhof auf. Ein bisschen Bollywood zum Abschluss muss sein. Sonst wäre es nicht Indien. Und nicht Danny Boyle. ts.
  • Die Handlung des Films ist haarsträubend: die Geschichte eines Jungen aus den Slums, der am Ende dank der indischen Version von „Wer wird Millionär“ 20 Millionen Rupien gewinnt; der sein Leben lang seine verloren gegangene Liebe sucht, die er in zartem Kinderalter verloren hat; eine Brudergeschichte von dem Guten, der sich ein reines Herz bewahrt hat, und einem Bösen, der zum brutalen Handlanger eines Gangsterbosses wird. Ein Märchen also, eine Fantasie des Kinos über den Weg vom Tellerwäscher zum Millionär, über ewige Liebe und das Schicksal, dem man folgen muss? Ein Traum-Film, der mit der Realität nichts zu tun hat?

    Danny Boyle und sein Autor Simon Beaufoy („Ganz oder gar nicht“) wollen genau dies erzählen; und zugleich schaffen sie es, das Hanebüchene, das Klischeehafte zu vermeiden. Wonach sie streben, das ist der Spagat, in mehrfacher Hinsicht. Und der gelingt auch. Weshalb die Golden Globes, die der Film gewonnen hat, ganz in Ordnung gehen.

    Da ist der Preis für die Musik. Danny Boyle setzt in seinen Filmen regelmäßig Popsongs ein, um Innerliches auszudrücken, und zeigt dabei ein bemerkenswertes Gespür für den richtigen Ton. Hier nun setzt er einerseits auf politische Aussagen in den verwendeten Songs, unterlegt zudem seinen Film mit der Musik des international bekannten indischen Soundtrack-Komponisten A.R. Rahman – die perfekte Melange zwischen westlichen und indisch-asiatischen Klängen, die sich vollkommen einfügt in den Film, der das Leben in Mumbai durch die Folie der Außensicht von Danny Boyles wahrnimmt.

    Da ist der Preis fürs beste Drehbuch: Der Film ist in der Tat clever konstruiert. Er verknüpft Verhörsituation mit dem Fernseh-Millionenquiz, um davon ausgehend in Rückblenden eintauchen zu können, die Schlaglichter werfen auf das Leben eines Slumdogs, eines Jungen aus ärmsten Verhältnissen in Bombay, das dann später zu Mumbai wurde. Der in seinem achtzehnjährigen Leben schon einen so reichen Erfahrungsschatz gewonnen hat, dass er zu den Fragen des Quizmasters immer die rechte Erinnerung in irgendeiner Ecke seiner Lebenserfahrung auffinden kann. Wobei Beaufoy geschickt Episoden, die vielleicht wirklich passiert hätten können, umgestaltet in kleine Stücke verschiedener Genres, vom Jugenddrama zum Schelmenroman und Komödie bis zu Gangsterstory. Und damit eine filmische Abstrahierung erreicht, die dem Film zugute kommt, als Folie, die über die Slum-Realität gelegt wird, die englische Ausländer ohnehin nie authentisch hätten beschreiben können. Mit seiner komplexen Struktur, dass die Fragen des Quiz mit den Erfahrungen von Jamal korrespondieren, erreicht der Plot einen schnellen Drive, eine Dynamik, die das Märchenhafte mit der Realität verbindet.

    Diesen Drive nimmt Boyle in seiner ebenfalls preisgekrönten Regie auf, er geht mitten hinein in die Stadt mit seinen Darstellern, einer Digitalkamera und kleinem Team, so dass die Passanten oft gar nicht mitbekamen, dass hier ein Film gedreht wird. Und erzeugt zugleich eine visuelle Stilisierung mit ausgeklügelten Kamerawinkeln und hoher Schnittfrequenz. Immer wieder gibt es im jungen Leben von Jamal Verfolgungsjagden, häufig ist er auf der Flucht, mal komödiantisch, mal hoch dramatisch: vor der Polizei, vor einem radikalen Mob, der im Slum wütet, vor einem Kinderfänger, der die Slumkids mit Cola anlockt, um sie zu Bettlern und Nutten zu machen, um sie seelisch und körperlich zu verstümmeln. Dabei spielt Boyle in seinem Slum-Drama immer wieder auf westliche Kultur an, auf Oliver Twist und die drei Musketiere; und weiß doch immer genau die indischen Lebenssituationen einzufangen, die Energie der Mulitmillionenstadt ebenso wie die Bemühungen der Bewohner, wenigstens ein kleines bisschen nach oben zu kommen.

    Boyle erzählt im stets richtigen Rhythmus, mal schnell und dynamisch, mal ruhig und romantisch. Und er benutzt die Schauplätze, die Indien bietet, um ein vielschichtiges Bild des Landes zu zeichnen, setzt den Taj Mahal gegen Slums, zeigt Zuglinien, die Lebensadern Indiens, ebenso wie en künstlichen Glamour eines TV-Studios; lässt eine Szene, den dramatischen Wendepunkt im Verhältnis der Brüder Jamal und Salim, in einem Hochhaus-Rohbau spielen, weil das einerseits beeindruckend aussieht, weil es zugleich den Wandel der Stadt repräsentiert, wenn ganz schnell Wolkenkratzer entstehen, wo zuvor der Slum war. Und lässt bei all dem einen Jungen den Traum leben, der Menschen aus allen Schichten vereint vor den Fernsehschirmen im Wunschtraum von einem anderen und hoffentlich besseren Leben.

    Lediglich der Preis für den besten Film scheint eher der Eigendynamik des großen Gewinnerfilms bei der Golden Globe-Kür geschuldet zu sein und weniger einer wirklich durchgehenden Qualität des Films. Denn was in der ersten Hälfte mit hohem Tempo, mit komplexer Struktur, mit raffinierter Vermengung von westlicher und östlicher Sichtweise, von Märchen und Realität begonnen hat, lässt sich in der zweiten Hälfte schlicht nicht steigern. So dass eine Art Gewöhnungseffekt einsetzt, so dass der Film nun etwas ruhiger, gleichmäßiger, auch langatmiger erscheint. Zumal die große Liebesgeschichte, die jetzt dominiert, eben doch nur durch den seidigen Faden einer lang vergangenen Kinderfreundschaft motiviert ist, der viele, viele Jahre unterschiedlicher Erfahrungen von Latika und Jamal folgten, die beide, so ist zu vermuten, zu sehr unterschiedlichen Menschen hat reifen lassen. Wodurch das große getanzte Happy End, auf das alles zusteuert, etwas – auch für ein Märchen – allzu Unwirkliches hat.

    Fazit: Danny Boyle erzählt visuell beeindruckend ein Märchen, das in den Realitäten der indischen Slums angesiedelt ist.
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