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Erstmals nach 16 Jahren: Netflix gewährt Einblick in die Streamingzahlen von über 18.000 Titeln

Erstmals nach 16 Jahren: Netflix gewährt Einblick in die Streamingzahlen von über 18.000 Titeln
© Netflix

Ungewohnt transparent zeigt sich der Streamingdienst Netflix. Das Unternehmen gewährt nun einen verblüffenden Einblick in das erste Halbjahr 2023.

Es gab einmal eine Zeit, in der Platzhirsch Netflix keinerlei Zahlen vorlegte – teilweise nicht einmal den Verantwortlichen der zahllosen Serien und Filme, die exklusiv als Inhalt über die Streaming-Plattform den Abermillionen rund um den Globus zur Verfügung gestellt werden. Kalkül im Wettbewerb, mutmaßten die einen, Entzug einer wichtigen Verhandlungsbasis gegenüber den Filmschaffenden und ihrer Gewerkschaften, kritisierten die anderen.

Mittlerweile hat sich das geändert. Das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen Los Gatos bietet wöchentlich aktualisierte Listen, mit denen in Erfahrung gebracht werden kann, welche Produktionen so richtig beim Publikum wo auf der Welt Anklang finden. Dabei wird unterteilt in englischsprachige und nicht englischsprachige Titel. Zur besseren Vergleichbarkeit werden neben den reinen gestreamten Stunden auch die Views eingeführt. Dabei werden die geschauten Stunden durch die Länge der betreffenden Produktion geteilt. Das Ergebnis sind die Views.

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Doch nun beweist Netflix eine ungewöhnliche Transparenz seit dem Start des Streamingdienstes in 2007: So wurde just ein Report mit dem Titel „What We Watched“ („Was wir geschaut haben“) veröffentlicht, der die weltweiten Streamingzahlen von über 18.000 (!) Produktionen offenlegt – und zwar für den Zeitraum Januar bis Juni 2023. Dieses neue Format will das Unternehmen von heute an für jedes Halbjahr zusammenstellen und damit zweimal im Jahr einen detaillierten Blick in das Tagesgeschäft des Streamingdienstes gewähren.

Vielleicht ist das ein Schritt, zu dem sich die Verantwortlichen bei Netflix nach den beiden Hollywood-Streiks der Gewerkschaften Screen Actors Guild-American Federation of Television and Radio Artists (SAG-AFTRA) und Writers Guild of America (WGA) entschlossen haben. So soll besser nachvollzogen werden können, wie sich die Eigenproduktionen und Lizenzen im Laufe der Zeit entwickeln, wie das Unternehmen in der entsprechenden Pressemitteilung wissen lässt:

„Dies ist ein großer Schritt nach vorn für Netflix und unsere Branche. Wir glauben, dass die Informationen in diesem Report – in Kombination mit unseren wöchentlichen Top-10- und ‚Most Popular‘-Listen – den Filmschaffenden und unserer Branche tiefere Einblicke in unser Publikum und in das gewährt, was bei ihm ankommt.“

In dieser Liste seien alle auf Netflix im betreffenden Zeitraum verfügbaren Produktionen (Filme, Serien, Shows und Dokumentar-Produktionen) gelistet mit der Anzahl an gestreamten Stunden zwischen Januar und Juni 2023 (ab mindestens 50.000 Streamingstunden), dem Veröffentlichungsdatum sowie der Information darüber, ob sie weltweit zur Verfügung stehen. Herunterladen kann man sie direkt über Netflix. Und falls ihr nun wissen wollt, welche Film-Highlights euch 2024 auf Netflix erwarten, dann werft einen Blick in unser Video.

Was kann man diesem neuen Netflix-Report entnehmen?

Mit diesem Report will Netflix aber keineswegs eine weitere Methode zur bloßen Ermittlung nackter Streamingzahlen anbieten:

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„Erfolg auf Netflix hat viele Gesichter und wird nicht allein durch die Anzahl der gestreamten Stunden bestimmt. Es gibt enorm erfolgreiche Filme und Serien, die sowohl weniger als auch mehr Views aufweisen. Es kommt darauf an, ob ein Film oder eine Serie das Publikum begeistert – und wie groß dieses Publikum im Verhältnis zur Wirtschaftlichkeit des Titels ist.“

Dass „The Night Agent“ mit über 812 Millionen gestreamter Stunden das erste Halbjahr 2023 anführt, dürfte nicht überraschen, wohl aber, dass sich „Ginny & Georgia“ Staffel 2 den zweiten Platz mit 665 Millionen gestreamter Stunden gekrallt hat. „Ginny & Georgia“ zeigt zudem, dass eine fortlaufende Produktion das Interesse an vorherigen Episoden oder Filmen neu entfachen und das Publikum erweitern kann. So wurde Staffel 1 der Drama-Serie weitere 302 Millionen Stunden gestreamt. Staffel 3 ist bereits abgenickt. Auch Platz 3 dürfte so manche überraschen: Da steht die südkoreanische Serie „The Glory“ mit 622 Millionen Streamingstunden. Diese Platzierung beweist zum einen, dass Netflix die richtige Entscheidung getroffen hat, verstärkt in den südkoreanischen Markt zu investieren, und zum anderen, dass nicht englischsprachige Produktionen ebenso Erfolg haben können.

Was die Wirtschaftlichkeit einer Produktion betrifft, kann man hier die beiden Serien „Shadow and Bone“ sowie „Sweet Tooth“ gegenüberstellen: Während erstere Fantasy-Serie nach Staffel 2 abgesetzt wurde, hat die Verfilmung des DC-Vertigo-Comics grünes Licht für eine finale Staffel 3 erhalten. Und das, obwohl beide mit 192 respektive 182 Millionen gestreamter Stunden eine ähnliche Performance abgeliefert haben. Die Kosten dürften hier ausschlaggebend gewesen sein. Während diese bei „Sweet Tooth“ nicht bekannt sind, soll „Shadow and Bone“ Staffel 2 um die 88 Millionen US-Dollar gekostet haben (via CBR).

Serien sind definitiv das treibende Element für das Netflix-Publikum. Nichtsdestotrotz gehören auch Filme zum Gesamterlebnis dazu. Und hier konnte der Actionthriller „The Mother“ mit Jennifer Lopez überzeugen (249 Millionen Stunden), gefolgt von „Luther: The Fallen Sun“ (209 Millionen Stunden) und der Komödie „You People“ mit Eddie Murphy und Jonah Hill (181 Millionen Stunden). Dass „Tyler Rake: Extraction 2“ mit 201 Millionen Stunden erst an vierter Stelle rangiert, liegt daran, dass die Actionfortsetzung erst am 16. Juni 2023, also zum Ende des ersten Halbjahrs 2023 veröffentlicht wurde.

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Insgesamt wurde das Angebot auf der Plattform rund 100 Milliarden Stunden lang in Anspruch genommen.

Die größte englischsprachige Netflix-Serie ist „Wednesday“ mit Jenna Ortega. Wie gut kennt ihr diese Produktion von Tim Burton? Testet euer Wissen:

„Wednesday”-Quiz: Wie gut kennt ihr die Welt des Netflix-Hits?

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