Filmhandlung und Hintergrund

Tragikomödie mit Dustin Hoffman, Ben Stiller und Adam Sandler als Familie eines exzentrischen Bildhauers, der das Leben seiner Kinder zur Hölle macht.

Seit einiger Zeit ist der alternde New Yorker Bildhauer Harold Meyerowitz (Dustin Hoffman) von seinem Vermächtnis besessen. Was wird von ihm bleiben nach seinem Tod? Inzwischen sieht es da gar nicht mehr so gut aus. Denn während die Konkurrenz gefeierte Einzelausstellungen im Museum of Modern Art bekommt, ist Harold hoch verschuldet und kaum angesehen. Als er sich bei dem Spaziergang mit seinem Hund Einstein den Kopf stößt und ins Krankenhaus eingeliefert wird, kommt die Patchworkfamilie seit langer Zeit wieder zusammen, um sich um den Vater zu kümmern.

Der Patriarch hat drei Kinder: Den erfolgreichen Matthew (Ben Stiller), der nach L.A. gezogen ist, um aus dem Schatten des Vaters zu treten, und dessen Halbbruder Danny (Adam Sandler), der gemeinsam mit seiner Schwester Jean (Elizabeth Marvel) in New York geblieben ist. Tatsächlich gearbeitet hat Danny noch nie. Stattdessen kümmert er sich um den immer schwieriger werdenden Vater. Doch wie steht er zu Matthews Erfolg, und warum haben die beiden nichts aus ihrem künstlerischen Talent gemacht? Und wie soll Danny sich zu den Ambitionen seiner Tochter Eliza (Grace Van Patten) verhalten, die experimentelle Softpornos dreht?

„The Meyerowitz Stories“ - Besetzung

Für die Netflix-Produktion „The Meyerowitz Stories“ hat Regisseur und Drehbuchautor Noah Baumbach („Frances Ha„, „Mistress America„) einen hochkarätigen Comdey-Cast vor der Kamera versammelt. Während sich die Kritiker vor allem für den Auftritt von Adam Sandler („Pixels„) begeisterten, der zwischenzeitlich für diese Rolle sogar als Oscarkandidat gehandelt wurde, können auch Dustin Hoffmann („Der Chor - Stimmen des Herzens„) und vor allem Ben Stiller („Zoolander No. 2„) ganz neue Facetten zeigen.

Abgerundet wird der Cast durch Stars wie Elizabeth Marvel („House of Cards„) oder Adam Driver („Logan Lucky„). Einen kleinen Gastauftritt hat darüber hinaus die Hollwood-Ikone Sigourney Weaver („Sieben Minuten nach Mitternacht„).

„The Meyerowitz Stories“ - Hintergründe

Uraufgeführt wurde die Tragikomödie „The Meyerowitz Sotries“ (ursprünglicher Titel: „Yeh Din Ka Kissa“) auf dem Filmfestival von Cannes 2017. Die Streamingplattform Netflix hatte sich zu dem Zeitpunkt bereits die Rechte an dem Film gesichert. In Cannes wurde Regisseur Noah Baumbach für die Goldene Palme nominiert.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • The Meyerowitz Stories: Tragikomödie mit Dustin Hoffman, Ben Stiller und Adam Sandler als Familie eines exzentrischen Bildhauers, der das Leben seiner Kinder zur Hölle macht.

    „The Meyerowitz Stories“ ist der beste Film des Netflix Original Labels seit „Beasts of No Nation„. Noah Baumbach liefert damit eine weitere dieser wunderbar schrulligen und neurotischen Big-Apple-Komödien mit unwiderstehlichem Humor in der Tradition von Woody Allen oder Elaine May, in der er Mitglieder eine seiner dysfunktionalen Familien aufeinanderprallen lässt - die Dustin Hoffman, Emma Thompson und vor allem Adam Sandler zu ihren besten Auftritten seit langen Jahren beflügeln.

    Im Ton erinnert das am ehesten an „Gefühlt Mitte Zwanzig„, aber der Humor hat diesmal eine zusätzliche Dringlichkeit, einen extra Biss, als wäre dieser Film seinem Macher besonders wichtig. Natürlich muss man an „Die Royal Tenenbaums“ denken von Baumbachs gutem Freund Wes Anderson, für den er die Drehbücher zu „Die Tiefseetaucher“ und „Der fantastische Mr. Fox“ mitgeschrieben hatte: Auch da geht es um einen übermächtigen Patriarchen, der in seiner unermesslichen Selbstsüchtigkeit nicht realisiert, dass er seine Kinder regelrecht erstickt. Aber vor allem scheint „The Meyerowitz Stories“ ganz direkt zu korrespondieren mit „Der Tintenfisch und der Wal“ von 2005, mit dem Baumbach seinen Durchbruch als Regisseur gefeiert hatte, ein zutiefst autobiographischer Film über Baumbachs Leben als Jugendlicher im Schatten seines Vaters, einem gescheiterten Schriftsteller, der sich von seiner Mutter, einer Filmkritikerin der Village Voice, scheiden ließ.

    Der Künstlervater ist diesmal ein unverbesserlicher Bildhauer, der vor langen Jahren einmal eines seiner Werke ans Whitney Museum verkaufen konnte und immer noch davon zehrt, obwohl er seither eigentlich in Vergessenheit geraten ist. Er ist zum vierten Mal verheiratet, diesmal mit einer Frau, die nur unwesentlich älter ist als seine drei Kinder und ihr Leben im dauerbetrunkenen Zustand verbringt. Als der Mann, der Fehler immer nur in anderen, nie aber bei sich selbst findet, nach einem Unfall beim Spaziergang mit seinem Hund ins Krankenhaus eingeliefert wird, finden sich drei Meyerowitz-Kinder erstmals wieder zusammen und konfrontieren die Jahrzehnte der Last und des Leids unter dem Vater, die sie zu dem gemacht haben, was sie sind. Danny hatte nie wirklich einen Job, sondern kümmerte sich um die Tochter und steht nun, nach der Scheidung und dem Abschied seines Mädchens aufs College, vor unendlicher Leere. Matthew war zwar immer der Liebling seines Dads, konnte sich aber erst freischwimmen, nachdem er sich nach Los Angeles abgesetzt und eine eigene Finanzberatungsfirma gegründet hatte. Und Jean zog sich als das unbeachtete Mädchen in die innere Emigration zurück - auf clevere Weise spiegelt der Film das, indem ihr Segment am Kürzesten ist, der New Yorker Theaterschauspielerin Elizabeth Marvel aber dennoch Platz für einen Monolog einräumt, der einem zu Herzen geht. Es ist ein bisweilen aberwitzig komischer, pointiert geschriebener Film. Wenn man sich von einem geliebten Menschen verabschiedet, heißt es in einer Broschüre im Krankenhaus, solle man sagen: „Ich liebe dich. Ich vergebe dir. Vergib mir. Auf Wiedersehen.“ Darum geht es. Und deshalb ist „The Meyerowitz Stories“ ein so großer Schritt, zwölf Jahre nach „Der Tintenfisch und der Wal“. ts.

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