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Sieben Minuten nach Mitternacht (2016) Film merken

Originaltitel: A Monster Calls
Sieben Minuten nach Mitternacht Poster
 

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Filmhandlung und Hintergrund

Sieben Minuten nach Mitternacht: Fantasyfilm von Juan Antonio Bayona ("The Impossible") über einen Jungen, der Trost bei einem Baummonster findet. Mit Sigourney Weaver und Felicity Jones.

Der 13-jährige Connor (Lewis MacDougall) kann nachts nicht schlafen. Während er in der Schule Opfer von Mobbing-Attacken wird, muss er sich in seinen heimischen vier Wänden mit der schweren Krankheit seiner Mutter (Felicity Jones) auseinander setzen. Da sein Vater (Toby Kebbell) ebenso überfordert ist mit der Situation, soll er schon bald zu seiner strengen Großmutter (Sigourney Weaver) ziehen. Kein Wunder also, dass Connor in den Nächten mit Albträumen aufschreckt. Eines Nachts bemerkt er, wie der alte gigantische Baum vor seinem Fenster zum Leben erwacht. In ihm ruht ein Monster (im Original Liam Neeson), welches behauptet, Connor habe ihn zu sich gerufen. Er schlägt Connor einen Handel vor: Jede Nacht erzählt er ihm unterschiedliche Geschichten, in denen Connor die Wahrheit herausfinden soll. Im Gegenzug muss Connor die bislang schwerste Aufgabe meistern: Er soll die Wahrheit in seinem Leben entdecken. Ein schwere Prüfung wartet auf den Jungen, die die Grenzen zwischen Fantasie und Realität verschwimmen lässt.

„Sieben Minuten nach Mitternacht“: Hintergrundinformationen

Der gleichnamige Roman aus dem Jahr 2011 vom Amerikaner Patrick Ness basiert auf einer Idee der britischen Autorin Siobhan Dowd. Bevor diese jedoch die Idee zu Papier bringen konnte, verstarb sie an ihrem Krebsleiden. Nichtsdestotrotz begeisterte die Kindergeschichte nicht nur die Jüngsten, sondern wurde auch mit zahlreichen Kritikerpreisen überhäuft. Für die Verfilmung wurde der Spanier J.A. Bayona nach dem Tsunami-Drama „The Impossible“ als Regisseur engagiert. Während die ältere Garde um Sigourney Weaver („Chappie“), Felicity Jones („Rogue One: A Star Wars Story“) und Liam Neeson („96 Hours“) mit großen Namen auftrumpft, war der Jungdarsteller Lewis MacDougall bislang nur in der Neuinterpretation von Peter Pan – „Pan“ – 2015 zu sehen. Der Fantasyfilm enthält neben aufwendigen CGI-Effekten wunderschöne Sznenen, die mit Aquarellbildern animiert wurden.

Kritiken und Bewertungen

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    Das Leben des jungen Conor ist alles andere als sorglos: Seine Mutter ist ständig krank, er muss deshalb bei seiner unnahbaren Großmutter wohnen, und in der Schule verprügeln ihn die großen Jungs. Kein Wunder, dass er jede Nacht Albträume bekommt. Doch dann wird alles anders: Als er wieder einmal schweißgebadet - um punkt sieben Minuten nach Mitternacht - aufwacht, hat sich der alte Baum vor seinem Fenster in ein riesiges Monster verwandelt und spricht zu ihm. Ist das noch der Traum - oder ist es Realität? Das Monster beginnt, ihm Geschichten zu erzählen. Fortan kommt sein ungewöhnlicher Freund jede Nacht und seine Erzählungen führen Conor auf den Weg zu einer überwältigenden Wahrheit. Juan Antonio Bayona hat mit SIEBEN MINUTEN NACH MITTERNACHT ein bildgewaltiges und tief berührendes Fantasymärchen geschaffen, das auf der gleichnamigen Romanvorlage von Patrick Ness basiert. Die fantastischen Bilder voller kreativer Einfälle lassen den Zuschauer in die Fantasiewelt eines heranwachsenden Jungen eintauchen, der mit existenziellen Problemen kämpfen muss. Lewis MacDougall ist als Conor eine absolute Entdeckung. Verschlossen und unnahbar wirkt sein Gesicht. Doch die große Verletzlichkeit einer kindlichen Seele ist in seinem Blick und in seinem Verhalten spürbar, wenn er sich verzweifelt und kämpferisch gegen das unausweichliche Schicksal stellt. Dann führt er pointiert geschriebene Rededuelle mit dem Monster, der als Figur großartig animiert ist und durch die Erzählungen und Unterhaltungen mit Conor fast "lebendig" wirkt. Die Geschichten des Monsters sind meisterlich in Szene gesetzt und erwecken ein fast schon nostalgisch anmutendes Gefühl einer fremden und faszinierenden Märchenwelt. Dazu gesellen sich weise Botschaften, die auch für ein jüngeres Publikum identifikationsstiftend und gut nachvollziehbar sind. Themen wie der Umgang mit Trauer, Abschied und dem Loslassen einer geliebten Person werden sensibel behandelt und konsequent aus der Sicht eines heranwachsenden Kindes erzählt. Doch auch die Gefühle der anderen Figuren, die von einem gut ausgewählten Cast, u.a. Sigourney Weaver und Felicity Jones, überzeugend gespielt werden, sind stets nachvollziehbar und wahrhaftig. Sämtliche Gewerke beeindrucken, von der fantastischen Kamera über dynamische Montage, die perfekte Ausstattung, bis hin zum stimmungsvollen Score, der die aufgewühlten Gefühle von Conor, seine Trauer und seine Wut, wiederspiegelt und dennoch auch die stillen Momente wunderbar einfängt. SIEBEN MINUTEN NACH MITTERNACHT ist ein bezauberndes und bewegendes Kinoabenteuer. Eine filmische Reise in das Reich der kindlichen Fantasie.

    Jurybegründung:

    Das Fantasydrama SIEBEN MINUTEN NACH MITTERNACHT erzählt packend und bildgewaltig aus der Sicht des 13jährigen Conor über den Umgang mit dem Tod. Der spanische Regisseur Juan Antonio Bayona hat die Romanvorlage von Patrick Ness, der auch das Drehbuch verfasst hat, kongenial umgesetzt.

    Das Leben des Jungen ist schwer: Seine Mutter ist schon lange krank, in der Schule wird er von Mitschülern gequält, und er muss zu seiner strengen Großmutter ziehen als seine Mutter ins Krankenhaus kommt. In seinen Albträumen erlebt er wie die Erde bebt und alles zu verschlingen droht. Seine Situation ändert sich als er sieben Minuten nach Mitternacht aufwacht und sich der alte Baum vor seinem Fenster in ein riesiges Monster verwandelt, das zu ihm spricht. Das weise Monster wird ihm drei Geschichten erzählen, die die Wahrheit in sich tragen und er fordert von ihm die vierte Geschichte - Conors Geschichte.

    Der Film stellt ganz die Emotionalität des Jungen ins Zentrum, der nicht akzeptieren will, dass seine Mutter sterben wird. In ihm steckt rasende Wut und Verzweiflung. So spornt er einmal das Monster an, alles kurz und klein zu schlagen - in der Wirklichkeit ist es Conor selbst, der das Wohnzimmer der Großmutter zerstört. SIEBEN MINUTEN NACH MITTERNACHT erzählt mit Würde und Respekt von den Qualen des Jungen bis er die bittere Wahrheit akzeptieren und seine Mutter loslassen kann.

    Die Rollen sind durchweg ausgezeichnet besetzt. Der junge Hauptdarsteller Lewis MacDougall liefert eine beeindruckende Leistung neben so bekannten Schauspielern wie Sigourney Weaver als Großmutter, Felicity Jones als Mutter und Liam Neeson als Monster. Die Bauten und visuellen Effekte rund um das Baummonster sind großartig, aber nie zu gruselig. Neben der tollen Kamera und einem phantastischen Lichtkonzept überzeugen Schnitt, Ausstattung, Sounddesign und der kluge Einsatz von Musik und Stille. Sehr gelungen fand die Jury die sorgfältige Synchronisation mit einer gut gewählten Synchronstimme für den Jungen. Auch wenn der Film an einigen Stellen kleine Längen hat, bleibt der Gesamteindruck als einfühlsam erzähltes bildgewaltiges Fantasydrama, das ein großes Publikum verdient hat. Die Jury vergibt das Prädikat "besonders wertvoll".

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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