Chappie

  1. Ø 4.6
   2015
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Filmhandlung und Hintergrund

Chappie: Science-Fiction-Thriller um einen Polizeiroboter, der nach einer Umprogrammierung Gefühle und Bewusstsein entwickelt und in einem Außenseitertrio ungewöhnlichen Familienanschluss findet.

Jungingenieur Wilson hat Johannesburg sicher gemacht. Als einer der von ihm entwickelten Polizeiroboter ausrangiert wird, stiehlt er das Modell, bevor er von drei Kriminellen verschleppt wird. Jetzt muss er für das punkige Trio sein geplantes Experiment durchführen – die Umprogrammierung der Maschine zu einem Geschöpf mit Gefühlen und Bewusstsein. So betritt Chappie die Welt mit der Unschuld eines Kinds, das alles noch lernen muss. Auch Gewalt, denn die Punks wollen das neue Familienmitglied zum Gangsta-Roboter machen.

Nach Umprogrammierung entwickelt ein Polizeiroboter Gefühle und Bewusstsein und findet bei einem Außenseitertrio Anschluss. Science-Fiction-Thriller vom Macher von „District 9“, auf höchst ungewöhnliche Weise erzählt.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • "Chappie" ist so rührend wie "Nummer 5 lebt!" und dabei gleichzeitig so verstörend, wie es außer Neill Blomkamp nur wenige drauf haben. Jeder Sci-Fi-Fan, der auf epische Roboter-Battle steht kommt genauso auf seine Kosten, wie der passionierte Verschwörungstheoretiker. Intelligent, bildgewaltig und irgendwie verstörend schön zugleich ist "Chappie" jetzt schon einer der ganz starken Filme 2015 und als solcher absolut sehenswert.
  • Nach ausgegrenzten Aliens und Menschen engagiert sich Science-Fiction-Guru Neill Blomkamp für umprogrammierte Kampfroboter.

    Wie sein Erstling „District 9“ zeigt der dritte Kinofilm des Südafrikaners die Elendsseite von Johannesburg und Herz für Figuren ohne Lobby, die sich am Rand der Gesellschaft durchs Leben schlagen. Hier ist es eine schräge Kleinfamilie aus kriminellen Spätpunkern, die einen Roboter mit revolutionärem Potenzial, aber kindlich-unschuldiger Weltsicht prägen und „Chappie“ zu einem ungewöhnlichen Mix aus Action, Humor und Morallektion machen.

    Die Humanisierung der Maschine, künstliche Intelligenz und der Traum von Unsterblichkeit sind klassische Science-Fiction-Themen, die Blomkamp in eine recht grob gestrickte Geschichte mit deutlichen Downloads bei „Robocop“ bettet. Originalität ist aber in der Zeichnung der Titelfigur gegeben, die mit gelöschter Festplatte in eine unbekannte Welt voller Gewalt und Lügen hineingeworfen wird. „Chappie“ ist das Geheimprojekt des jungen Ingenieurs Wilson (Dev Patel), der seiner Chefin und ihrer Firma ein lukratives Geschäft eingebracht hat – mit kompromisslosen Polizeirobotern, die das Verbrechen in Johannesburg erfolgreich bekämpft haben. Dass diese Maschinen für ein oppressives Klima mitverantwortlich zeichnen, deutet der Film nur an, der den Fokus überraschend wechselt, als Wilson von einem Punkerpaar und dessen Freund entführt wird. Das Trio sieht in dem geplanten Experiment des Ingenieurs, der einen ausrangierten Polizeiroboter zu einem eigenständig denkenden und fühlenden Geschöpf umprogrammieren will, eine Chance, schnell zu Geld zu kommen. Denn dank noch unbespielter Platine ist Chappie so orientierungslos wie unverdorben, hinterfragt zunächst nichts und kann auf alles geprägt werden, wenn es ihm nur kindgerecht verkauft wird.

    Die Szenen, in denen Chappie zum Robo-Gangsta angelernt wird, gehören zu den witzigsten des Films, der vor allem jedoch auf Rührung setzt, aber auch knallharte Action-Highlights mit Splattertouch serviert. Dabei braucht man anfangs Toleranz, unterbelichtete Hirne mit Aggressionsschüben als Sympathiefiguren und eine atmosphärische Fusion von „Mad Max 2“ und Kindergarten zu akzeptieren. Aber in der zweiten Hälfte, in der Chappie sein begrenztes Leben reflektieren und darauf zu reagieren lernt, findet der Film sein Zentrum, entwickelt er Mitgefühl für Maschine und Menschen. Emotionalität und dynamische Effektsequenzen sind seine stärksten Waffen, während dem von Hugh Jackman gespielten Antagonisten eine subtilere Programmierung als die des Standardmodells gut getan hätte. kob.
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  • Neill Blomkamp ist auf dem besten Wege, in die Fußstapfen von M. Night Shyamalan zu treten. Die Vita der eigentlich so unterschiedlichen Filmemacher liest sich nämlich ziemlich ähnlich – beiden gelang mit ihrem Debüt ein Überraschungserfolg sondergleichen, von denen „The Sixth Sense“ für sechs, „District 9“ für vier Oscars nominiert wurde. Beiden Regisseuren gelang es darauf nicht, den Erfolg des Vorgängers zu wiederholen. Im Falle von Shyamalan und seinen Filmen „Signs – Zeichen“, „Unbreakable“ und „The Happening“ geriet dieser Prozess des sinkenden Marktwerts schleichend. Neill Blomkamp brauchte indes nur einen Film, um die Gunst der Kritiker auf Anhieb zu verlieren. Sein Science-Fiction-Actioner „Elysium“ ließ ähnlich „District 9“ zwar überdeutlich Bezüge zum aktuellen, politischen Weltgeschehen erkennen, ließ über die lohnenswerten Ansätze jedoch jedwedes Gespür für Subtilität vermissen und kam über ein grobes Schwarz-Weiß-Bild der Gesellschaft nicht hinaus. Mit „Chappie“, einer Ansammlung diverser Klassikerzitate des modernen Sci-Fi-Kinos, setzt Neill Blomkamp nun fort, womit er sich mit „Elysium“ bereits anschickte. Von der genauen Beobachtungsgabe und der treffsicheren Brachialität seines Erstlingswerks hat die Geschichte um einen nach und nach zum Menschen werdenden Roboter kaum mehr etwas. Stattdessen erzählt Blomkamp einen klassischen Bandenkrieg-Thriller, der im Laufe der zwei Filmstunden jedoch durch allerhand skurrile Nebenstränge verwässert wird und die eigentliche Thematik dadurch fast vollkommen aus dem Auge verliert.

    „A.I. – Künstliche Intelligenz“, „RoboCop“ oder demnächst das fantastische Kammerspiel „Ex Machina“: All diese Filme widmen sich der Faszination der Verschmelzung von Mensch und Maschine. „Chappie“ nimmt sich da nicht aus, geht jedoch noch einen Schritt weiter und erzählt gar so etwas wie eine Coming-of-Age-Story – also eine Geschichte vom Erwachsenwerden eines Roboters, was in dieser Kombination durchaus Raum für neue Ansätze schafft. Doch Neill Blomkamp macht wenig aus dieser Prämisse. Stattdessen entwerfen er und sein Co-Autor Terri Tatchell („District 9“) ein altbekanntes Zukunftsszenario, irgendwo zwischen nahender Apokalypse und eskalierendem Jetzt. Im Mittelpunkt stehen die Roboter-Cops – und nicht nur die Abkürzung dieser im Film als „Scouts“ bezeichneten Wesen lässt einen unweigerlich an den Actionklassiker „RoboCop“ denken, der erst 2014 ein Remake erfuhr.

    Chappie selbst, dessen Erwachsenwerden wie das eines auf die schiefe Bahn geratenen Kindes abläuft, funktioniert derweil nur bedingt als Dreh- und Angelpunkt einer Geschichte, in der sämtliche Nebenfiguren fragwürdigen Idealen folgen, im Falle von Bösewicht Hugh Jackman („Les Misérables“) aber auch schlicht kaum nachvollziehbare Beweggründe besitzen. Jackmans Darbietung sitzt – und doch beschränkt sich sein Dasein auf das Herunterbeten einiger halbgarer Argumentationsversuche, die nie erkennen lassen, was ihn zu seinen Schandtaten bewegte. Auch die Geschehnisse, die dazu führen, dass Chappie von einem harmlosen Roboter zur brutalen Killermaschine wird, begründen sich auf diversen Zufällen. Da braucht es schon viel guten Willen, um bei all den Schwächen innerhalb der inneren Filmlogik nicht das Interesse an der Handlung zu verlieren. Leider verhindern auch diverse andere Ebenen das Aufkommen etwaiger Sympathiewerte. Lange Zeit ist Chappie nicht mehr als ein Roboter – und lässt es das trockene Skript dann endlich zu, dass humane Ansätze durchscheinen, ist aus der einst so zurückhaltenden Figur ein echter Badboy

    Fazit: Die CGI-Animationen der Roboterfiguren sind makellos. Auch der passionierte Score von Hans Zimmer, sowie die Performance von Dev Patel oder Hugh Jackman sind tadellos. Alles darüber hinaus liegt vom Unterhaltungswert jedoch klar unterhalb der beiden Blomkamp-Vorwerke - und weist dem Filmemacher einen unschönen Weg Richtung kreativer Randnotiz in den Annalen Hollywoods.
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