Der Tintenfisch und der Wal

  1. Ø 3
   2004
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Der Tintenfisch und der Wal Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Der Tintenfisch und der Wal: Gleichsam komische und berührende Familiengeschichte, die bei Eltern und Kindern die Folgen einer Trennung beobachtet.

Nach erfolgreicher Karriere als Schriftsteller und der Erziehung der beiden gemeinsamen Söhne haben sich die Eheleute Joan und Bernard Berkman (Laura Linney und Jeff Daniels) außer giftigen Spitzen nicht mehr viel zu sagen. Nach der Trennung schlägt sich der ältere Sohn auf die Seite des Vaters, der jüngere auf die der Mutter. Als sich letztere in den Tennislehrer des Sohnes verliebt, kommt Bewegung in die festgefahrene Situation.

Noah Baumbach

Als sich Bernard und Joan trennen, solidarisiert sich der ältere Sohn Walt mit seinem Vater, der jüngere Frank mit seiner Mutter. Während beide Kids unterschiedlich auf die veränderte Familiensituation reagieren, flüchten ihre Eltern in Affären. Es kommt zu gegenseitigen Verletzungen. Auch von Walt, der die Verachtung für seine Mutter und die kritiklose Bewunderung für seinen Vater schließlich überwindet.

Die vierköpfige Familie Berkman steht vor dem Zusammenbruch. Nach einer langen Zeit der schleichenden Entfremdung ist es schließlich ein Tennisdoppel, das Vater Bernard und Mutter Joan den Rest gibt. Der ältere Sohn Walt hält zu Bernard, den sein Erfolg als Autor verlassen hat und der nun auf dem College Schreibkurse gibt, während sein Bruder Frank sich auf die Seite der Mutter schlägt. Joan und Bernard versuchen den Trennungsschmerz mit Affären zu betäuben und auch ihre Kinder haben es schwer, sich in der neuen Situation zurechtzufinden.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der große Wal im New Yorker „Museum of Natural History”, der gerade dabei ist einen Tintenfisch zu verschlingen, vielleicht steht er hier, in diesem Film, für die Furcht, von etwas größerem, unvorhergesehenem übermächtigt zu werden?

    Diese Angst gehört zu Walt, wenn er als Kind mit seiner Mutter dieses Riesentier besucht und sich dabei die Augen mit den Händen zuhalten muss. Nun ist er älter und vor was er Angst hatte, scheint eingetroffen zu sein. Am Ende aber kann er seiner Angst mit offenen Augen entgegentreten, weil er gelernt hat, dass der Tintenfisch nicht immer runtergeschluckt wird und damit überleben kann.

    Jede der Figuren bekommt Zeit, sich darzustellen, bekommt eine eigene Per-spektive. Nur richtig sympathisch ist die ganze Familie Berkman nicht. Der Vater manipuliert aus seiner verzweifelten Versagensangst heraus die Kinder dazu ihre Mutter zu hassen. Die Mutter ist nicht da, wenn der Sohn sie am dringendsten nötig hat und die Kinder selbst sind verwirrt und richten selbst Chaos in ihrem Umfeld an. Walt geht mit der einen aus, die ihn liebt und die er liebt schläft mit seinem Vater. Währendessen macht Frank erste Experimente mit Körperflüssigkeiten und auch mit alkoholischen.

    Jeder scheint verzweifelt auf der Suche nach der Erfüllung seiner Träume zu sein und keiner ist so richtig glücklich dabei.

    Der Film ist eine „Coming of Age“ Geschichte, aber nur zu dem Viertel das Walt gehört. Es ist auch eine Geschichte über den Beginn der Pubertät, aus dem Blickwinkel von Frank, der noch das Gesicht eines Kindes hat, aber ansonsten mit allen Fähigkeiten eines Mannes ausgestattet ist.

    Es ist eine Geschichte über Selbstverwirklichung und eine der Verzweiflung. Joan, die sich nach Jahren von ihrem egoistischen und allzu viel Raum einnehmenden Mann trennt und diesem, der ein Leben alleine kaum zustande bringt und sich neben seiner neuerdings erfolgreichen Exfrau nur umso kleiner vorkommt. Aber was den Film zusammenhält ist die gemeinsame, trau-matisierende Erfahrung vom Auseinanderfallen der Familie und dem individuellen Umgang damit.

    So wird dieser Film, der auf den echten Kindheitserfahrungen des Regisseurs Noah Baumbach beruhen soll, zu einer Geschichte, wie sie heutzutage tausendfach passiert. Die Absurdität, wenn sich eine Familie nach einer Tren-nung plötzlich verabreden muss und die Sympathien der Kinder an die Eltern nicht immer gleichmäßig verteilt werden, wird mit einer unglaublichen Empathie und Genauigkeit dargestellt.

    Dieses physische Miterleben als Zuschauer, liegt vor allem an den hervorragenden Schauspielern. Es gibt nicht sehr oft den Moment wo man sich ganz sicher ist, dass die Figur auf der Leinwand eine Person aus dem wahren Leben sein muss. Wenn man glaubt, dass der Schauspieler „in Echt“ ganz genauso sein muss. Genau das passiert, wenn man Jeff Daniels als Bernard Berkman sieht. Diesen muffeligen und sich selber als ewig zu kurz gekommenen Menschen sehenden Mitvierziger, verkörpert er mit großer Überzeugungsfähigkeit.

    In einem frühsommerlichen New York angesiedelt, herrscht in diesem Film eine luftige Stimmung vor, die einen die Depression der Figuren nicht vergessen lässt, aber so mit einer erträglichen Distanz erscheint.

    Fazit: Ein Film über ein schweres Thema, der mit einer unglaublichen Leichtigkeit gemacht ist und dabei eine unglaubliche Schaulust weckt.
  • Wie zwei Brüder in den Trümmern der elterlichen Ehe nach Orientierung suchen, erzählt Noah Baumbachs vierte Regiearbeit mit glänzender Gratwanderung zwischen Drama und Komödie.

    Das autobiografisch gefärbte Drehbuch Baumbachs, Koautor von „Die Tiefseetaucher“, war unlängst für den Oscar nominiert. Mit gutem Grund, gelingt es doch dem Skript, die Klimavergiftung in einer Ehe, die Neuordnung der Hierarchie und die Unsicherheiten des Heranwachsens gleichgewichtig souverän zu porträtieren und dabei schrullig-komische mit ernsthaften Tönen zu harmonisieren. Nicht erfasst vom Radar der Academy wurden jedoch die nuancierten Darstellungen von Jeff Daniels und Laura Linney, die mit sympathischen und unangenehmen Zügen helfen, die Desorientierung der Kids zu verstehen. Nachdem die Disharmonien bei einem giftigen Tennismatch verdichtet zu Tage treten, trennt sich Joan (Linney) von Bernard (Daniels). Der ehemals gefeierte Autor und Intellektuelle zieht aus, bildet mit seinem 16-jährigen Sohn Walt eine Einheit, während sich der jüngere Sohn mit der Mutter solidarisiert. Die Spaltung der Familie findet ihre räumliche Entsprechung, als Walt zu seinem Vater zieht. Beide Söhne reagieren auf die veränderte Situation mit Verunsicherung. Der Jüngere sucht ein Ventil für seinen Zorn, der Ältere kopiert die arrogante Überlegenheit seines Vaters und sabotiert so die Beziehung zu seiner ersten Freundin, die er stellvertretend für seine Mutter demütigt.

    Baumbach beobachtet ohne Überzeichnung und lässt beide Elternteile in eine Affäre flüchten, die ihre Persönlichkeit spiegelt. Joan sucht Trost bei einem Tennislehrer und zeigt Reife, Bernard schläft mit einer Studentin und gibt das trotzige Kind, das sein Ego wiederaufrichten muss, weil ihn Frau und Erfolg verlassen haben. Linney hat als angespannte Verantwortungsträgerin die undankbarere Rolle, während Daniels zwischen frustriertem Egomanen und coolem Kindskopf die heiteren Akzente setzt. Die Positionierungskämpfe der Eltern nach dem Bruch porträtiert Baumbach souverän wie die Zerrissenheit der Kinder. Am Ende reiht sich „Der Tintenfisch und der Wal“ mit Alan Parkers „Du oder beide“ in die besten Trennungsfilme Hollywoods ein, gerade weil Baumbach auf Parkers Intensität eine entspanntere Antwort findet, ohne wichtige Aussagen zu verwässern. kob.

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