„Die Royal Tenenbaums“ im Kino

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Filmhandlung und Hintergrund

Exzentrische Dramödie über eine Familie von ehemaligen Wunderkindern und den entfremdeten Vater, der sich mit ihnen versöhnen will.

„Die Royal Tennenbaums“ von Wes Anderson ist eine Tragikomödie aus dem Jahr 2001 und erzählt die so groteske wie Schillernde Geschichte der Familie Tennenbaum.

Einst verließ Royal Tennenbaum (Gene Hackman) seine Frau Etheline (Anjelica Huston) und die gemeinsamen Kinder. Jahre später bereut der Patriarch seinen Entschluss und möchte wieder Teil der Familie werden. Doch das ist nicht so einfach, wie es sich der notorische Lügner vorgestellt hat und in der Zwischenzeit ist viel passiert. Sein Sohn Chas Tennenbaum (Ben Stiller) ist mittlerweile Witwer und kann den Tod seiner Frau nicht verarbeiten, was ihn zu einem übervorsichtigen Vater seiner Kinder macht. Dauernd führt er mit seinen genervten Söhnen Feueralarmübungen durch und kleidet sie und sich in lächerlicher Jogging-Kleidung im Paar-Look.

Adoptiv-Tochter Margot (Gwyneth Paltrow) ist ebenfalls reichlich verstört, war einst eine berühmte Schriftstellerin, verlor bei einem mysteriösen Unfall einen Finger und schließt sich oft Stunden lang im Badezimmer ein, um heimlich zu rauchen. Schließlich ist da noch Sohn Richie (Luke Wilson), der in Margot verliebt ist und einst ein gefeierter Tennis-Star war, bevor er nach einer denkwürdigen Niederlage dem Sport den Rücken gekehrt hat.

Royal Tennenbaum braucht eine List, um die Liebe seiner Familie wiederzugewinnen und denkt sich kurzerhand aus, er sei unsterblich krank. Die Familie glaubt ihm und er darf kurzfristig wieder in das Familienanwesen ziehen. Doch das bedeutet nicht, dass Etheline wieder das Bett mit ihrem Mann teilen möchte, sie ist inzwischen drauf und dran, ihren Steuerberater Henry Sherman (Danny Glover) zu heiraten, was dem kauzigen Royal natürlich missfällt. Es dauert nicht lange und sein Schwindel fliegt auf.

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Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Die Royal Tenenbaums: Exzentrische Dramödie über eine Familie von ehemaligen Wunderkindern und den entfremdeten Vater, der sich mit ihnen versöhnen will.

    Der Glanz des Hauses Tenenbaum ist verblasst, seit die drei genialen Kinder vom Leben in die Normalität zurückgestoßen wurden und nun enttäuscht über nicht eingehaltene große Erwartungen in einem Zustand stiller Isolation und seelischer Erstarrung verharren. Wie man aus dieser frustrierenden Selbstwahrnehmung kollektiven Versagens ein sanftes und charmant verrücktes Familiendrama machen kann, das trotz ernsthafter Beobachtungen zwischenmenschlicher und psychologischer Dynamik mit lakonischem Witz brilliert, zeigt dieser Film, der wie seine Protagonisten jede Umarmung verdient.

    Die Tradition dieser exzentrischen Dramödie ist literarisch. Es gibt einen personalen Erzähler, eine Strukturierung in Kapitel, einen thematischen Faden (Versagen und Vergeben) und schillernde Charaktere, die die Aufmerksamkeit trotz der zentralen Position des Patriarchen Royal (Gene Hackman) auf mehrere Personen verteilen. Hackmans Figur, gelebte Verantwortungslosigkeit und Egoist im Ruhestand, ist die treibende Kraft der Handlung. Denn er verließ zwei Söhne, Adoptivtochter und Frau (Anjelica Huston) früh und bemüht sich nun spät um Versöhnung und Eingliederung in eine Familie, zu der er in seinen Augen nie wirklich gehörte. Weil er bei seinem Comebackversuch nicht mit großer Euphorie rechnen kann, simuliert er den Todkranken und zieht in das alte Heim, wo Ehefrau Ethel mittlerweile alle Kinder wieder um sich geschart hat. Was sich dem lebenslustigen Schlitzohr dann präsentiert, sind gequälte Existenzen, die gestern brillierten, aber heute stagnieren. Finanzgenie Chas verachtet seinen Vater und ist gerade dabei, seine jungen Söhne zu verängstigten Früherwachsenen zu machen. Bruder Richie leidet unter seinem Einbruch als Tennischamp (verlor gegen Court-Legende Gandhi!) und seiner unerfüllten Liebe zu Adoptivschwester und Ex-Starliteratin Margot (Gwyneth Paltrow), die nach zahlreichen Affären mit Männern und Frauen schließlich ehelich bei Bill Murray landete, was vielleicht zwingend erklärt, warum sie ihr restliches Leben im Schutz ihres Badezimmers verbringen will. So exzentrisch diese Figuren mit ihren Ticks auch wirken, hat ihr Verhaltensknick doch einen ernsten Kern. Die größte Leistung von Regisseur Wes Anderson, der wie schon bei „Rushmore“ mit Akteur Owen Wilson das Drehbuch schrieb, ist das Einhalten einer harmonischen Balance zwischen verspielt und ernsthaft, komisch und tragisch. Immerhin gibt es in „The Royal Tenenbaums“ einen Selbstmordversuch, den Tod und die Unmöglichkeit einer Liebe, einen abgehackten Finger, Drogensucht und die frustrierende Erkenntnis, dass ein chronischer Trauerkloß wie Paltrows Margot selbst bei engagierten lesbischen Französinnen kein Glück finden kann. Man versteht das Leid dieser Figuren, aber man leidet nicht – darin besteht wohl das Geheimnis dieses prominent besetzten Films, der seine Versöhnung mit dem Leben in einen märchenhaften Raum platziert, in dem New York mit falschen Straßennamen und anderen Realitätsverzerrungen konsequent eingepasst ist. Sowohl im Sentiment als auch seiner Komik ist Andersons Film ein Triumph in Understatement, der vielleicht nicht massentauglich ist, aber ohne Plakatives viel stärker nachwirkt. Unvergesslich, wie Chas ungerührt Zeitung liest, als Hackman von seinem Krebs erzählt, Paltrow nach ihrer echten Familie sucht und Zivilisationsadel Marke „Deliverance“ vorfindet, wie Richie mit seinem Stirnband stets die Vergangenheit im Gesicht trägt oder Hackman mit dem umwerfenden Hausdiener Pagoda Cocktails im Schrank einnimmt. „The Royal Tenenbaums“, Wettbewerbsbeitrag auf der Berlinale, ist Kino gepflegter Ausgefallenheit, wirkt versponnen, doch sichtbar von klaren, klugen Köpfen kreiert. kob.

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