Evil Dead

  1. Ø 4.6
   2013

Evil Dead: Remake des klassischen Schockers von Sam Raimi, in dem fünf junge Menschen in einer einsamen Waldhütte von Dämonen attackiert werden.

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Filmhandlung und Hintergrund

Evil Dead: Remake des klassischen Schockers von Sam Raimi, in dem fünf junge Menschen in einer einsamen Waldhütte von Dämonen attackiert werden.

Fünf College-Twens ziehen sich in eine entlegene Waldhütte zurück. Dort wollen Eric, Olivia, Natalie und ihr Freund David die Drogensucht seiner Schwester Mia auskurieren. Als Eric im Keller ein uraltes Buch entdeckt und daraus Beschwörungsformeln zitiert, entfesselt er die Hölle auf Erden: Dämonen ergreifen Besitz von der labilen Mia, die daraufhin ihre Freunde attackiert. Von Hochwasser eingeschlossen, kämpft David um das Leben seiner Schwester, während sich die anderen in besessene Tote verwandeln.

Fünf junge Menschen entdecken in einer einsamen Waldhütte das Buch der Toten und entfesseln damit Dämonen. Remake des klassischen Schockers von Sam Raimi, das seine Schrecken noch expliziter entfaltet.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Splatterkino, als wäre es das erste Mal: Ein hyperbrutales und grundböses Remake der tanzenden Teufel – garantiert bluttriefend.
  • Von Sam Raimi produziertes und Diablo Cody geschriebenes, höllisch brutales Remake des wegweisenden Horrorfilmklassikers.

    Die Teufel, die Sam Raimi 1981 ins Leben rief, tanzen wieder. 32 Jahre, nachdem er mit “Tanz der Teufel” Film- und Zensurgeschichte schrieb, erklimmt er als Produzent des Remakes kurz nach “Die fantastische Welt von Oz” zum zweiten Mal 2013 die US-Chartspitze. Das die Frauenrollen betonende Drehbuch von Oscar-Gewinnerin Diablo Cody (“Jennifer’s Body“) setzt der Uruguayer Fede Alvarez als explizite Variation des einflussreichen Originals mit neuem Ende um. Darin dominiert ein perfektes Thrill-Stakkato zwischen Retro-Look und Torture-Porn-Ästhetik mit morbiden Anleihen bei “Texas Chainsaw Massacre” und “Der Exorzist”.

    Das Update tut bereits im Prolog alles, um die höchste Altersfreigabe zu rechtfertigen, wenn ein Vater mit Feuer und Schrotflinte seine eigene Tochter exorziert. Anschließend fahren fünf melancholische College-Twens in die einsame Waldhütte, um den Entzug der drogenabhängigen Mia (Jane Levy, “Fun Size“) zu überwachen. Vorwürfe belasten das Verhältnis zu ihrem entfremdeten Bruder David (Shiloh Fernandez aus “Red Riding Hood”), die Grundlage für ein Geschwister-Drama, das den emotionalen Anker bildet und aus einem Verzagten einen opferbereiten Kämpfer macht.

    Es fällt Lou Taylor Puccis (“Thumbsucker“) Figur zu, im von verwesenden Kadavern verhängten Keller das in Stacheldraht eingewickelte Totenbuch aus Menschenhaut zu entdecken und Beschwörungsformeln zu skandieren. Mit denen erwacht das Pandämonium im Wald und nimmt Mia in Besitz. Bis die Freunde die mordenden Teufel, die sie gerufen haben, wieder austreiben, der Bruder seine Schwester beerdigt und – mit einer Autobatterie – reanimiert, zieht Alvarez alle Register eines exzessiv blutigen Terrorerlebnisses, das wesentlich härter als das in Deutschland viele Jahre beschlagnahmte Original ausfällt. Dessen aus dem Mini-Budget geborene Kreativität ersetzt er durch die hocheffiziente Schockwirkung eines Thrill-Stakkatos, das sich durch Professionalismus auszeichnet: Mit fulminantem Einsatz von grellen Tönen, Akkord-Montage, modrigem Set-Design und einem düsteren Look entfalten die (meist ohne Computerhilfe) generierten Spezialeffekte ihre Wirkung.

    Wo Raimi augenzwinkernd die Marx Brothers zitierte und bereits das Comichafte der beiden Nachfolger andeutete, herrscht anno 2013 grimmige Humorlosigkeit: Mit einem der Pathologie entstammenden Naturalismus führt Alvarez seine “Saw”-Folterinstrumente vor – Haushaltsgeräte, Werkzeuge und natürlich die Kettensäge – um anschließend mit ultra-realistischen Selbst- und Fremdverstümmelungen der drastischen Art zu schocken. Dann werden Zungen zerschnitten, Arme abgesägt und Körper mit der Nailgun perforiert. Ein sagenhaftes Blutbad, das von Thrill zu Thrill jagt, dem Survival Horror huldigt und eine weithin sichtbare Wegmarke für Kino-Mutproben setzt.

    tk.
  • Mit "Tanz der Teufel", so der deutsche Filmtitel von "Evil Dead", gelang Regisseur Sam Raimi Anfang der Achtziger Jahre ein internationaler Erfolg sowohl im Kino als auch auf Video. Der wurde auch dadurch begründet, dass es unter Jugendlichen hip und eine Art Mutprobe war, den "härtesten Film aller Zeiten" gesehen zu haben. Jedoch sollte sich dieser Werbeslogan eher als geschickte Verkaufsformel entpuppten. Neben unfreiwilligem Humor aufgrund hausgemachter Spezialeffekte setzte Raimi schon bei seinem Low Budget-Splatter-Klassiker auf bewusst überspitzte Momente. Verstärkt baute er in den beiden Fortsetzungen "Tanz der Teufel 2" (1987) und "Armee der Finsternis" (1992) auf überdrehten Klamauk mit parodistischen Ansätzen.

    Nichts davon (außer einem ironischen Insider-Gag nach dem Abspann) findet man im Remake "Evil Dead", für das Koproduzent Raimi den aus Uruguay stammenden Fede Alvarez als Regisseur gewinnen konnte, der als Talentprobe zuvor lediglich vier Kurzfilme vorlegte. Jedoch erwies sich Genre-Fan Alvarez als ideale Wahl. Sein drastisches, bluttriefendes Kammerspiel verleugnet das Vorbild nicht und bleibt der vertrauten Handlung weitgehend treu, während Alvarez den Plot gleichzeitig um neue Aspekte wie einen Exorzismus-Prolog erweiterte.

    Es zählt zu den notwendigen Prüfungen zahlreicher Protagonisten im Genrekino, neben den äußeren Gefahren gleichzeitig einen inneren Dämon bezwingen zu müssen. In diesem Sinne erweist sich Protagonistin Mia als doppelt besessen: Neben ihrer Drogenabhängigkeit ergreift das Böse bald ebenso von ihrem Körper Besitz. Wie schon mitunter im Original angelegt, erweist sich die Gewalt streckenweise als sexuell konnotiert. Zahlreiche blutige Attacken sind als sexuelles Eindringen in die Körper der Opfer angelegt, was auch ohne die lüsternen Flüche des Dämons deutlich geworden wäre.

    Dabei machen sich die finsteren Mächte die Schwächen ihrer Beute zunutze, wie sie etwa die Spannungen der Geschwister für seelische Treffer verwenden: Mia wirft ihrem Bruder David vor, die sterbende Mutter im Krankenhaus allein gelassen zu haben. Neben dem Aufreißen physischer und psychischer Wunden zielt ein weiterer Angriff bewusst auf die Augäpfel als Vernichtung der visuellen Wahrnehmung. Die Zersetzung der Sehfähigkeit gehört zu den etablierten Motiven des "Body Horrors", der sich auf Verletzung, Deformation und Verstümmelung des menschlichen Körpers konzentriert – etwas, das Sam Raimi mit seiner "Evil-Dead"-Trilogie wesentlich mit begründete. Das ausgeschlagene "fliegende Auge" aus "Evil Dead 2" als derber Splatter-Gag wirkt wie eine Parodie auf die "entfesselte Kamera", die Raimi als Bestandteil des filmischen Horrorkanons im ersten "Evil-Dead-"Teil etablierte.

    Natürlich greift Regisseur Alvarez in seinem Remake auch die "entfesselte Kamera" auf: Wie schon im Original liefert sie die Perspektive des herbeirasenden Dämons. Alvarez verbeugt sich noch vor weiteren Einfällen des Originals:. Neben dem Zitat des legendären Filmplakats mit der heraus schnellenden Monsterhand aus dem Waldboden verweisen die Illustrationen im "Buch der Toten", das die Freunde im Keller finden, auf die Handlung des Vorläufers. Der Auftritt des 1973 Oldsmobile Delta 88, das in den meisten Raimi-Filmen erscheint, ist ein weiterer Insider-Einfall für Kenner – im Original fuhren die Freunde mit diesem Wagen zur Hütte.

    Selbstverständlich fielen die drastischen Spezialeffekte mit Litern an Kunstblut, verstümmelten Leibern und abgetrennten Körperteilen wesentlich realistischer aus als in Sam Raimis (offiziellem) Langfilmdebüt. Erfreulicherweise baute man weniger auf CGI-Einlagen denn auf handgemachte Effekte zwischen gruseligem Makeup und Prothesen. Das kinderleichte Absäbeln des eigenen Arms aus Gründen der Selbsterhaltung kann man jedoch keineswegs ernst nehmen.

    Lou Taylor Pucci ("Beginners") ist der bekanntester Darsteller aus der Besetzungsliste, und er erweist sich gleichzeitig als überzeugendster Akteur. Aber ebenso stattet "Final Girl" Jane Levy ihre Figur der süchtigen Mia mit der notwendigen Ambivalenz aus. Nur der Werbeslogan "Der schockierendste Film, den Du jemals sehen wirst" erweist sich erneut als hochstaplerische Verkaufsparole. Und das hat sie ebenso mit dem Vorbild gemein.

    Fazit: Inhaltlich bringt das "Evil Dead"-Remake wenig neue Aspekte, erweist sich allerdings als harter, dicht inszenierter, ernsthafter "Body Horror"-Vertreter mit zahlreichen Reminiszenzen an das Vorbild.
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