Filmhandlung und Hintergrund

Respektloser Horrorfilm nach einem Drehbuch von "Juno"-Autorin Diablo Cody, in dem Megan Fox den Ausdruck "Maneater" durchaus wörtlich nimmt und eine Kleinstadt terrorisiert.

Obwohl die aufreizend sinnliche Cheerleaderin Jennifer und die mausgraue Needy unterschiedlicher nicht sein könnten, sind die beiden Kleinstadt-Teenager von Kindesbeinen an beste Freundinnen. Needy lässt sich widerstrebend von Jennifer überreden, in einem verruchten Club ein Konzert ihrer Lieblingsband Low Shoulder zu besuchen. Danach verschwindet Jennifer mit der Band. Als sie am nächsten Tag wieder auftaucht, hat sie sich nicht nur verändert, es sterben auch nach und nach Jungs aus der Highschool, deren ausgeweidete Leichen gefunden werden. Die Stadt steht unter Schock. Und Needy befällt ein Verdacht…

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Okaye Horror-Unterhaltung, deren sabbernder Vehikel-Status mit unerwartet cleveren Dialogen und Charakteren vergoldet wird.
    2. Jennifer's Body - Jungs nach ihrem Geschmack: Respektloser Horrorfilm nach einem Drehbuch von "Juno"-Autorin Diablo Cody, in dem Megan Fox den Ausdruck "Maneater" durchaus wörtlich nimmt und eine Kleinstadt terrorisiert.

      Die Teenagerzeit ist der Horror, Highschool-Girls sind der Teufel, Megan Fox verschlingt Männer mit Haut und Haar. Sagt zumindest Diablo Cody in ihrem ersten Drehbuch seit ihrem Oscar-Gewinn mit ihrem sensationellen Debüt „Juno“.

      „Jennifer’s Body“ ist das Yin zum Yang von „Juno“. Beide entstammen unverkennbar der selben Feder, verfügen über den selben giftigen Humor, die selben raffiniert gedrechselten Einzeiler, in denen sich ein penibles Gespür für Nöte, Bedürfnisse und Sorgen von weiblichen Teenagern spiegelt: Keine Sekunde befällt einen Zweifel, Cody wisse nicht, worüber sie da, verpackt in popkulturelle Referenzen und markige Beobachtungen, schreibt: „Juno“ ist eine Komödie, aber auch ein ernstzunehmender Film über ungewollte Schwangerschaft und Abtreibung, der sich einfache Antworten schenkte. „Jennifer’s Body“ wiederum ist ein Horrorfilm, eine Mischung aus der legendären schwarzen Komödie „Heathers“ und „Carrie“, die die Cliquenwirtschaft in amerikanischen Highschools auf die Spitze treibt, ein Film über ungezügelte Sexualität, über ein sexy Luder, das von einem Dämon verflucht wird, ihre metaphorische Lust am Verschlingen von Männern fortan wortwörtlich zu nehmen und die Straßen einer Kleinstadt mit den Leichen attraktiver Jungs zu pflastern. Eine Traumrolle für „Transformers“-Star Megan Fox, die clever mit ihrem Image als verruchte Sexbombe spielt, als Cheerleader-Queen Jennifer Check, eine Kleinstadtausgabe der manipulativen „Queen B“ Blair Waldorf aus „Gossip Girl“, hinter deren aufreizendem Äußeren allerdings ein verunsichertes Mädchen steckt, wie sich im Verlauf des Films zeigen wird: Je mörderischer der Dämon in ihr, desto verlorener ist Jennifer.

      Stets zur Hilfe eilt ihr Needy, seit Kindestagen Jennifers beste Freundin und ihr exaktes Gegenteil: ein mausgraues Mädchen mit Brille und Zöpfen und einer ungelenken Art, die sie sofort als Verliererin markieren würde, hielte nicht Jennifer eine schützende Hand über sie. Dafür muss Needy alles mitmachen, was ihre Freundin will: Obwohl sie nicht gerade begeistert ist, begleitet sie Jennifer zu einem Rockkonzert der angesagten Low Shoulder in einem runtergekommenen Schuppen, der während des Auftritts niederbrennt. Im entstehenden Chaos fährt Jennifer mit den Rockern in deren Bus mit und kehrt verändert wieder. Sie ist blass und ausgezehrt, spuckt eine bizarre Flüssigkeit und fühlt sich nur dann so selbstsicher wie zuvor, wenn sie Jungs das Blut ausgesaugt hat. Needy wird als erste misstrauisch und zu Jennifers Feindin, als das Bad Girl Needys liebenswerten Boyfriend ins Visier nimmt.

      Lustvoll spielt „Jennifer’s Body“ mit den Konventionen des Horrorfilms, stellt dabei sozusagen „Twilight“ auf den Kopf, ist aufreizend und lässt sich seine Protagonistinnen lange und intensiv küssen, macht sich lustig über Rockbands, die ihre Seele dem Teufel verkaufen, und beobachtet die aufgesetzte Betroffenheit in amerikanischen Kleinstädten, in denen Tragödien passieren. Es ist ein Stoff, der auf sehr sympathische Weise immer leicht neben ausgetrampelten Storypfaden marschiert. Nicht immer findet Karyn Kusama in ihrem ersten Kinofilm seit „Aeon Flux“ die richtige Textur für den ironischen Ton des Drehbuchs: Bisweilen scheint sie sich selbst nicht sicher zu sein, welcher Weg der richtige für ihren Film ist: ernster Horror oder satirischer Kommentar aufs Genre? Dass ausgerechnet die Regisseurin von „Girlfight“ so hilflos ist, aus Jennifer und Needy mehr zu machen als Schachfiguren, die durch die Handlung geschoben werden, macht es einem nicht immer leicht, die smarte Story so sehr zu mögen, wie sie es verdient hätte. Zum Glück bewegen sich Megan Fox und „Mamma Mia!“-Entdeckung Amanda Seyfried souverän auch durch die nicht so gelungenen Szenen des Films - so souverän, dass man immer Appetit auf die coolste Maneaterin der Filmgeschichte behält. ts.
      1. Nach dem Erfolg ihres Oscar gekrönten Drehbuchs zu „Juno“ entschied sich Diablo Cody für eine High School-Horrorkomödie, da für sie nach eigenen Angaben Mädchen das gruseligste seien, das sie sich vorstellen kann. Wie im Vorgänger geht es wieder um die Schwierigkeiten, erwachsen zu werden, den richtigen Lebensweg, den richtigen Jungen und die richtige Musik zu finden, um (Mädchen-)Freundschaften sowie das problematische Verhältnis zu Lehrern und anderen merkwürdigen Erwachsenen. Nur wird der Weg von der Kindheitsperiode ins Erwachsenenleben dieses Mal als makabere Teufelskomödie mit zwei gänzlich verschiedenen Protagonistinnen aufgelegt – der grauen Maus Neely und ihrer besten Freundin, der heißen, allseits umworbenen Schulschönheit Jennifer Check, die nichts anbrennen lässt.

        Bevor die High School-Queen eine wahre Blutspur hinterlässt, wird ihr Schicksal in einer langen Rückblende enthüllt. Zu Beginn trifft man die einst so brave Anita, nun eine aggressive Schwerverbrecherin, in einem Frauenknast. Während Amanda Seyfried in „Mama Mia“ als Meryl Streeps penetrant fröhliche Filmtochter reichlich nervte, überzeugt sie hier im Part der biederen Schülerin, die wider Willen zur Dämonenjägerin mutiert. Von Sexsymbol Megan Fox wird dagegen selbst als bleicher, besudelter Subkubus wenig mehr als ein stets attraktives Auftreten gefordert. Jedoch bleibt die verschämt angedeutete lesbische Liebesbeziehung zwischen den beiden jungen Frauen auf einen verbotenen Kuss beschränkt. Schließlich soll das junge, Mainstream gewohnte Publikum nicht allzu sehr verschreckt werden.

        Gleiches trifft auf die Horroreinlagen zu. Meistens werden die Morde im Off abgewickelt, weshalb die deutsche 18er-Freigabe ein wenig überrascht. Im „Saw“-Zeitalter ist man längst ganz andere Schockeinlagen gewohnt. Nicht einmal die Verwandlungseffekte, etwa mit einer an „Alien“ gemahnenden, hervor tretenden Bissprothese, kommen über Durchschnitt hinaus. Maskenspezialist Greg Nicotero (zuletzt „Last House on the Left“ & „Drag me to Hell“) erweist sich zwar ganz in seinem Element, liefert jedoch eher Routine ab.

        Immerhin lässt sich an den witzigen Dialogen durchaus Diablo Codys Handschrift erkennen. Trotz durchgehender popkultureller Anspielungen ist sie jedoch von Quentin Tarantinos Qualität noch weit entfernt. Dafür wirkt der Plot zu vorhersehbar und überraschungslos. Zumindest J.K. Simmons, mit Kraushaarperücke und Hakenprothese erst auf den zweiten Blick zu erkennen, sorgt als verständnisvoller Lehrer ohne Durchblick für manche Pointe. Wie Produzent Jason Reitman und weitere Teammitglieder war er schon an Codys Durchbruch „Juno“ beteiligt. Bleibt zu hoffen, dass sie kein „One-Hit-Wonder“ bleibt wie Regisseurin Katyn Kusama, der nach „Girlfight“ nichts vergleichbares mehr glückte.

        Fazit: Ironische Satanskomödie mit jugendfreiem Sex und wenigen Highlights.

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