Einer flog über das Kuckucksnest

  1. Ø 5
   1975

Einer flog über das Kuckucksnest: Mehrfach Oscar-prämiertes Drama mit Jack Nicholson über die Insassen einer psychiatrischen Anstalt, die systematisch gebrochen, statt geheilt zu werden.

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Filmhandlung und Hintergrund

Einer flog über das Kuckucksnest: Mehrfach Oscar-prämiertes Drama mit Jack Nicholson über die Insassen einer psychiatrischen Anstalt, die systematisch gebrochen, statt geheilt zu werden.

Als der Kleinkriminelle Randle Patrick McMurphy (Jack Nicholson) wegen der Verführung einer Minderjährigen verurteilt wird, sucht er nach einem Weg, die Gefängnisstrafe möglichst bequem abzusitzen. Kurzerhand gibt er sich deshalb als psychisch Kranker aus, ohne zu ahnen, wie bitter der Alltag in einer psychiatrischen Klinik wirklich ist. McMurphy wird tatsächlich eingewiesen. Ein Spaziergang im Wald wird sein Aufenthalt in der Psychiatrie jedoch nicht.

In der Anstalt trifft McMurphy nicht nur auf andere Insassen wie den taubstummen „Häuptling“ Chief Bromden (Will Sampson) oder den schüchternen Billy Bibbit (Brad Dourif). Vor allem bei dem Klinikpersonal, der diktatorischen Schwester Ratched (Louise Fletcher), macht sich der ungestüme McMurphy, der keine Regeln anerkennt, unbeliebt. Bald erkennt McMurphy, dass die Patienten gar nicht geheilt werden sollen. Stattdessen gilt es, den freien Willen zu unterdrücken.

„Einer flog über das Kuckucksnest“ — Hintergründe

Das bewegende Drama von Milos Forman ist aus vielerlei Hinsicht ein besonderer Film. Zum einen funktioniert das Drama nach dem gleichnamigen Roman von Ken Kesey als zu Tränen rührendes Kinoerlebnis, mit dem sich Hauptdarsteller Jack Nicholson endgültig als Hollywood-Ikone etablierte. Zum anderen ist der Film, der 1975 in den USA und Deutschland erschien, ein bitterer Kommentar zum damaligen Zustand der Psychiatrie, der eine gesellschaftliche Debatte entfachte und die Abschaffung der Lobotomie begünstigte.

Abgesehen von der gewaltigen Sogwirkung, die „Einer flog über das Kuckucksnest“ seinerzeit auf sein Publikum auswirkte, ist das Drama auch aus filmhistorischer Sicht überaus interessant. Nicht nur Jack Nicholson gelang der Durchbruch. Darüber hinaus gaben die heute weltberühmten Schauspieler Christopher Lloyd („Zurück in die Zukunft“), Danny DeVito („Twins“) und Brad Dourif („Der Herr der Ringe“) ihr Debüt in dem Drama. „Einer flog über das Kuckucksnest“ erweist sich damit im Nachhinein als echte Talentschmiede.

„Einer flog über das Kuckucksnest“ — Auszeichnungen

Politisch engagiert, aufwühlend und perfekt inszeniert — das Drama „Einer flog über das Kuckucksnest“ hat genau die richtige Mischung, um bei den Oscars auf Beutefang zu gehen. Kein Wunder, dass Regisseur Milos Forman einen Volltreffer landete. Bei der Oscar-Verleihung 1975 war Film in insgesamt neun Kategorien nominiert. Gewonnen hat „Einer flog über das Kuckucksnest“ die sogenannten Big Five: Bester Film, Beste Regie, Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Hauptdarsteller (Jack Nicholson) und Beste Hauptdarstellerin (Louise Fletcher). Davor ist das nur der Komödie „Es geschah in einer Nacht“ (1935) gelungen, danach dem Thriller „Das Schweigen der Lämmer“ (1992).

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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  • „Besonders wertvoll”

    Eine künstlerische Intensivierung der gesellschaftlichen Problematik, die nur durch das höchste Prädikat angemessen gewürdigt werden kann.

    Jurybegründung:

    Die schmale Grenze zwischen Normalität und Verrücktheit, die immer von gesellschafts- und gruppenbedingten Unwägbarkeiten abhängt, wird in diesem Film durch die Gestalt des McMurphy (Jack Nicholson) zur sinnbildlichen Darstellung jener befreienden Wirkungen, die ein unnormales, aus den Normen herausfallendes Verhalten für Kranke wie Normale haben kann. Im Gegensatz dazu repräsentiert der Widerpart der Oberschwester Ratched (Louise Fletcher) jene in formalistischen Regeln erstarrte, allein auf Bewahrung gesicherter Ordnung und anpassungsfähiger Macht bedachte Inhumanität, die psychisch Kranke nicht mehr gesund, wohl aber Gesunde krank und Kranke nur noch kränker machen kann.

    Der Ausschuß war sich darüber einig, daß dieser meist sehr ideologieträchtig abgehandelte Tatbestand hier in aller Konkretheit und Sinnenhaftigkeit auf der Ebene der Komik wie der Tragik überraschend zum Ausdruck kommt. Eine bis in die kleinsten Nuancen stimmige Drehbucharbeit und Regieleistung, eine dem adäquate Besetzung und Darstellung selbst noch in winzigen Nebenrollen und eine durch Unterordnung unter das Thema die gestalterische Einheit des Films vertiefende Arbeit von Kamera und Montage bewirken bei diesem Film, neben der milieugerechten Ausstattung und der Musik, eine künstlerische Intensivierung der gesellschaftlichen Problematik, die nur durch das höchste Prädikat angemessen gewürdigt werden kann.

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

Kritikerrezensionen

  • Mit dieser anrührenden Tragikomödie aus dem Horrorreich der Psychiatrie gelang dem Exil-Tschechen Milos Forman („Amadeus“) drei Jahre nach seinem wenig beachteten US-Debüt „Taking Off“ der große Durchbruch bei Publikum wie Kritik. Für die Produktion zeichnet Michael Douglas verantwortlich, der auch für die ideale Bestzung der Hauptrolle durch seinen Kumpel Jack Nicholson sorgte. Formans Drama geriet zum weltweiten Kassenhit, steht auf Platz 13 der erfolgreichsten US-Filme der 70er Jahre und erhielt fünf Oscars (bester Film, Regie, beide Hauptdarsteller, Drehbuch).

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