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„Die Simpsons“ trickste Zensur aus: Serien-Geheimnisse nach 30 Jahren erstmals verraten

Author: Andreas EngelhardtAndreas Engelhardt |

© Imago / Everett Collection / 20th Century Studios

John Swartzwelder gab jetzt erstmals ein Interview zu seiner Arbeit als „Die Simpsons“-Autor der ersten Stunde und verriet dabei einige Interna.

Seit 1989 läuft Die Simpsons im US-Fernsehen und brachte es in dieser Zeit auf 32 Staffeln und über 700 Folgen. Auch wenn die Glanzzeit der gelben Chaos-Familie schon ein wenig zurückliegt, ist sie zweifellos Kult. Entscheidenden Anteil am Erfolg von „Die Simpsons“ hatte auch der zurückgezogen lebende Autor John Swartzwelder, der die Serie vor gut 20 Jahren verlassen hatte. Bei den glorreichen Anfängen war er aber dabei und ihm verdanken wir unter anderem Zitate wie: „Auf den Alkohol. Die Ursache und die Lösung aller Probleme.“

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Über seine Zeit mit Homer und Co. sprach er jetzt in einem seltenen Interview mit The New Yorker. Dabei plauderte Swartzwelder, der in der ebenfalls kultigen Show „Saturday Night Live“ seine Comedy-Anfänge feierte, aus dem Nähkästchen. So verriet der Autor, dass der zuständige US-Sender Fox keinerlei Mitspracherecht bei „Die Simpsons“ hatte. Dies verdankte die Serie einem Deal, den Produzent Jim Brooks ausgehandelt hatte.

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„Die Simpsons“-Autor*innen tricksten die Zensurbehörde aus

Zwar mussten sie dennoch auf die Zensurbehörde Rücksicht nehmen, aber selbst an dieser Front ließen sich die Schreiberlinge einen Trick einfallen: Die oftmals brutalen Cartoons von Itchy und Scratchy wurden in „Die Simpsons“ stets zuerst den Kindern wie Bart und Lisa gezeigt. Laut Swartzwelder konnte man so deutlich machen, dass es falsch ist, solche Gewaltszenen Kindern zu zeigen. Das reichte als Moral aus, weswegen sie sie eben ohne größere Probleme mit brutaleren Szenen davonkamen.

Ansonsten konnte das von vielen fast schon vergötterte Autor*innenteam aber quasi machen, was es wollte und das tat es laut Swartzwelder auch. Auf die Frage, ob „Die Simpsons“ bewusst für Kinder und Erwachsene gleichermaßen geschrieben wurde, antwortete er:

„Weder noch. Wir haben nur versucht, uns selbst, die jeweils andere, zum Lachen zu bringen. Comedy-Autor*innen. Das war unsere Zielgruppe. Zum Glück mochten viele andere, Kinder und Erwachsene gleichermaßen, dieselben Witze, die wir mochten.“

Und anscheinend mochte das Autor*innen-Team es auch, die Zukunft vorherzusagen:

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„Game of Thrones“ & Co.: 9 Folgen, in denen „Die Simpsons“ die Zukunft richtig vorausgesagt haben

Der langwierige Prozess hinter jeden einzelnen „Die Simpsons“-Folge

Der Prozess, bis es ein Witz in die Sendung schaffte, war allerdings durchaus beschwerlich: Ein*e Autor*in arbeitete im Autor*innen-Raum mit den anderen für zwei Tage an einer Geschichte, wobei alle dabei halfen, die Handlung zu skizzieren und Witze zu entwickeln. Der/die Autor*in werkelte dann alleine daran, alles zu ordnen. Danach ging es zurück in den Raum mit allen, wobei Vorschläge zu weiteren Änderungen, mehr Witzen und dergleichen folgten. Anschließend schrieb der/die Autor*in den ersten Entwurf des Drehbuchs, bevor erneut alle diesen Entwurf überarbeiteten. Bei den Aufnahmen der Sprecher*innen und dem Animationsprozess selbst kam es gerne zu weiteren Veränderungen. „Es gab vielleicht weitere Überarbeitungen, die ich vergessen habe. Wenn ein Witz all das übersteht, ist er vermutlich richtig gut“, sagte Swartzwelder.

Zudem musste man damit zurechtkommen, dass die eigene Folge sechs bis acht Monate in der Produktion steckte. Während dieser Zeit half man zugleich jederzeit bei gut sechs Folgen den Kolleg*innen. Um möglichst schnell zu sein, fand Swartzwelder einen Trick: Er schrieb zuerst ein richtig schlechtes Drehbuch runter, das Dialoge wie „Homer, ich will nicht, dass du das tust“ gefolgt von „Dann tue ich es nicht“ enthielt. Die Geschichte war aber grob vorhanden und am nächsten Tag überarbeitete er diese lausige Version, polierte die Sätze und ergänzte richtige Witze.

Selbst ein „fertiges“ Drehbuch war aber nicht wirklich fertig. Angeblich blieben von der Arbeit eines/einer Autor*in nur gut 25% übrig, der Rest wurde vom Team ersetzt. Swartzwelder reagierte auf Änderungen aber laut eigener Aussage derart wütend und schockiert, dass es bei ihm deutlich mehr Passagen in die fertige Episode schafften.

Dennoch stand offenbar stets der Spaß im Vordergrund. Das wird auch durch Swartzwelders Ratschlag an angehende Autor*innen deutlich: „Schreibt, was euch zum Lachen bringt. Wenigstens ihr werdet darüber lachen können.“

Jetzt seid ihr gefragt: Wie gut kennt ihr die Kultfamilie aus Springfield? Beweist euch in unserem Quiz:

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