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Warum ist „Star Trek Picard“ plötzlich so gut? Staffel 3 macht unerwartete Wendung

Warum ist „Star Trek Picard“ plötzlich so gut? Staffel 3 macht unerwartete Wendung
© Trae Patton/Paramount+/Viacom

Die dritte Staffel von “Star Trek Picard“ wirft die ersten beiden Staffeln über Bord und liefert endlich das, worauf die Fans seit der ersten Ankündigung gehofft hatten: eine neue, spannende Geschichte mit der originalen „Next-Generation“-Crew. Dabei startet das Serienfinale noch holprig - bis die Handlung ab Folge vier Fahrt aufnimmt, hat man sich schon einige Male an den Kopf gegriffen. Aber dann wird es packend und bewegend wie zu besten „Star Trek“-Zeiten.

In meinem Freundeskreis war es zu einem Running Gag geworden, immer wenn es um „Picard“ ging zu sagen: „Aber die erste Folge war ganz gut.“ Das war sie auch, mit allen Erwartungen und der Freude, Patrick Stewart wieder in seiner ikonischen Rolle zu sehen. Insgesamt konnte die Serie aber in den ersten beiden Staffeln nicht die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen. „Picard“ war umstritten, auch und vor allem bei langjährigen „Star Trek“-Fans. Und einiges dieser Kritik muss sich auch die dritte Staffel anhören - nimmt dann aber Kurs in die Herzen der Fans.

Vielleicht vorneweg: Staffel 3 ist auch ohne Vorwissen von Staffel 1 und 2 sehr gut verständlich, nur in zwei Nebensätzen spielen die vorherigen Ereignisse im „Picard“-Finale eine Rolle. Genauso wenig muss man alle Staffeln und Filme der zweiten „Star Trek“-Generation gesehen haben, um hier mitzukommen - auch ein gesundes Halbwissen von einzelnen Episoden reicht. Was nicht heißen soll, dass „Star Trek“-Insider bei der dritten „Picard“-Staffel nicht auf ihre Kosten kommen - ganz im Gegenteil.

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Von den neu eingeführten “Picard“-Nebenfiguren hat es nur eine in die dritte Staffel geschafft (und nicht unbedingt die überzeugendste). Dafür sind nahezu alle wichtigen Charaktere aus “Star Trek - das nächste Jahrhundert“ zurück - und spielen sich gegenseitig an die Wand. Es ist ein Genuss, Jonathan Frakes (Riker) und Patrick Stewart (Picard) in Interaktion zu sehen, genauso Gates McFadden (Dr. Crusher), Michael Dorn (Worf), LeVar Burton (Geordi La Forge).

Und auch die neu hinzugefügten Charaktere sind vielversprechend - ein kommendes Spin-Off mit dem schlecht gelaunten Captain Shaw sowie Geordis Tochter Sidney La Forge würde ich mir ansehen - und auch die mysteriöse Figur von Jack Crusher ist mindestens interessant.

Ein holpriger Start mit einigen Klischees

Dabei sind die Vorzeichen der dritten Staffel zunächst auch nicht so gut. Warum müssen die 60- bis 80jährigen Hauptdarsteller*innen unbedingt in Action-Szenen beweisen, dass sie noch gut dabei sind? Wo Action sowieso nie der Kern von „Star Trek“ war? Warum hat man bei dem Plot das Gefühl, dass er eher auf ein Ziel zusteuert und von hinten gedacht ist, statt sich aus den Handlungen der Figuren zu entwickeln? Und auch wer sich Hoffnungen gemacht hat, „Picard“ würde zu dem Prinzip abgeschlossener Einzel-Episoden zurückkehren (wofür TNG geliebt wurde), wird enttäuscht - und muss dann eben das tolle „Star Trek Strange New Worlds“ sehen. Auch die dritte Staffel „Picard“ ist eher ein langer Kinofilm, der in 10 Teilen gezeigt wird.

Von den zwei Handlungssträngen, die am Anfang aufgemacht werden, ist einer deutlich schwächer. Er spielt sich in wechselnden Cyberpunk-Hintergründen ab, die man schon deutlich interessanter gesehen hat. Überhaupt, Klischees: Warum muss die Bösewichtin aussehen wie ein Bond-Gegenspieler der 70er und ein gezacktes, insektenartiges Raumschiff haben, das mit dröhnender Klang-Dissonanz angekündigt wird? Schon Staffel 1 und 2 fühlten sich an wie Szenarien, die man aus früheren Folgen „TNG“ schon kennt - nur ausgewälzt auf zehn Folgen. Und so unternimmt auch Staffel 3 zunächst einen großen Griff in die „StarTrek“-Serien-Trickkiste - eine Anomalie, der Regelbruch als Bestätigung der Regeln, der Hilferuf und die persönlichen Beziehungen, die genialen Science-Manöver, die Bedrohung, bei der es ums Ganze geht.

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Der Blick nach vorne

Ab Folge drei, spätestens vier macht einem das aber schon nichts mehr aus, und die Episoden 5 bis 6 führen dann die Fäden zusammen und werfen den Blick nach vorne: Jetzt wird nicht mehr die Vergangenheit aufgefüllt, sondern die Geschichte des „Star Trek“-Universums wirklich weitererzählt. Mit einer Bedrohung, die sich real anfühlt und einem Geheimnis, das gelüftet werden muss. Nach den ersten sechs Folgen, die uns vorab zur Verfügung standen, ist man drin und möchte wissen, wie es bis zum Finale in Folge 10 weitergeht - eine Überraschung nach den halbgaren ersten beiden Staffeln.

So ist die Empfehlung für Fans und Nicht-Fans: Die dritte Staffel von „Picard“ lohnt sich, es gibt Bekanntes und Unbekanntes zu sehen, die Reunion ist auf einem guten Weg. Vielleicht ist es aber ein guter Tipp, die ersten Folgen direkt hintereinander zu sehen, am besten sogar bis in die Mitte der Staffel, um ganz drin zu sein. Wer die Serie im kostenlosen Probezeitraum bei Paramount+ komplett sehen will, muss sich noch bis zum 21. April 2023 gedulden, wenn mit der 10. Folge das „Picard“-Finale eingeläutet wird. Bei dieser unerwarteten Wendung freut man sich sogar über die Spekulationen über eine mögliche vierte Staffel.

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