Die vielfach Emmy-ausgezeichnete Fantasy-Serie „Game of Thrones“ des US-amerikanischen Senders HBO ist ausgerechnet auf der Zielgerade immer mehr unter Beschuss geraten. Mittlerweile sind einige Fans so frustriert, dass sie zu neuen Mitteln der Kritik greifen, was nun sogar die Darsteller der Serie dazu bewegt hat, sich zu der scharfen Kritik an der finalen Staffel zu äußern.

– Achtung, es Folgen Spoiler zu Staffel 8 von „Game of Thrones“! –

Von der kaum sichtbaren, weil viel zu dunklen Schlacht um Winterfell in „The Long Night“, über die brutale Hinrichtung Missandeis (Nathalie Emmanuel), der einzigen verbliebenen relevanten dunkelhäutigen Frau der Serie, in „The Last oft he Starks“, bis hin zu der drastischen Entwicklung von Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) in der vorletzten Folge „The Bells“ – die Kritik an der finalen Staffel von „Game of Thrones“ wurde immer lauter und Fans zeigten sich zunehmend enttäuscht von der Serie und ihren Machern. Diese Kritik nahm auch mit der finalen Folge „Der Eiserne Thron“ nicht ab.

Hier könnt ihr euch die Reaktionen der Fans auf das Serienfinale anschauen:

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Enttäuschung & Dankbarkeit: Zuschauer reagieren auf das „Game of Thrones“-Finale

Die Produzenten David Benioff und D.B. Weiss, die ebenfalls für einen Großteil der Drehbücher verantwortlich zeichnen, hatten definitiv eine gewaltige Aufgabe mit der finalen Staffel zu meistern. Mittlerweile sind Fans aber so entrüstet über die Entwicklung der Story und Charaktere, dass sie eine Online-Petition eröffnet haben, in der sie den Sender HBO dazu auffordern, Staffel 8 noch einmal komplett neu zu verfilmen – und zwar ohne Benioff und Weiss.

Der User namens „Dylan D.“ meint in seinem Petitionstext, die Macher und Autoren wären absolut inkompetent, wenn sie keine gute Grundlage in Form der Bücher von G.R.R. Martin hätten, an der sie sich orientieren könnten. Seine Petition fordert demnach ein Remake mit „kompetenten Autoren“, da die Serie ein Finale verdient hätte, das Sinn ergebe.

HBO wird der Petition wohl kaum stattgeben

Zum Zeitpunkt, als dieser Artikel geschrieben wurde, hatten bereits über 1,3 Millionen Fans die Online-Petition unterzeichnet. Viele Fans scheinen die Meinung zu teilen, dass David Benioff und D. B. Weiss dem Ende von „Game of Thrones“ nicht gerecht geworden und ohne Vorlage als Drehbuchautoren zu inkompetent sind, sodass für ein Remake neue Autoren eingestellt werden müssen. Von der schriftstellerischen Leistung der Drehbücher, die in den ersten Staffeln noch in den Himmel gelobt wurden, scheinen diese aufgebrachten Zuschauer nicht mehr überzeugt zu sein.

Dass die finale Staffel der HBO-Serie jedoch tatsächlich völlig neu geschrieben und produziert wird, ist sehr unwahrscheinlich. Zum einen hat „Game of Thrones“ derzeit durchschnittlich 44 Millionen Zuschauer pro Folge und ist damit zumindest den Zahlen nach immer noch extrem erfolgreich. Selbst die über eine Million unzufriedenen Fans, die die Petition bisher unterzeichnet haben, sind davon nur ein schmaler Anteil. Zum anderen ist der logistische und finanzielle Produktionsaufwand jeder einzelnen Folge der erfolgreichsten Serie der Welt so enorm, dass der Sender kein Interesse daran haben dürfte, das ganze ein zweites Mal aufzuziehen.

„Game of Thrones“-Darsteller äußern sich zur Petition

Mittlerweile haben sich auch prominente Figuren zu der Fan-Petition geäußert, darunter Sansa-Darstellerin Sophie Turner und Bran-Darsteller Isaac Hempstead-Wright. In einem Interview mit der New York Times meinte Turner, dass sie über die giftigen Fan-Reaktionen zwar nicht überrascht sei, da die Zuschauer ja immer ihre eigenen Vorstellungen über den Verlauf der Story hätten und dann eben rebellieren würden, wenn dieser nicht ihren Wünschen entspreche. Sie finde solche Petitionen allerdings respektlos gegenüber der Crew, den Autoren und den Machern der Serie, die über zehn Jahre hart an „Game of Thrones“ gearbeitet haben. Eine ähnliche Meinung teilt ihr Serien-Bruder und neuer König von Westeros, Isaac Hempstead-Wright, der die Petition in einem Interview mit The Wrap „kindisch“ und „unsinnig“ nannte.

Der Konsens der Darsteller ist, dass jeder Zuschauer natürlich das Recht auf eine individuelle Meinung hat und diese auch äußern darf. Allerdings kann man ihren Aussagen entnehmen, dass die Zuschauer, die beispielsweise in einem schnellen Tweet ihrer Frustration über die Serie Luft machen, keine Anerkennung für die Arbeit haben, die in die Planung und Produktion von „Game of Thrones“ gesteckt wurde. Diese Haltung äußerte Jon-Darsteller Kit Harington bereits zu Beginn der finalen Staffel in einem Interview mit dem Esquire. Auf die Frage, wie er mit den hohen Erwartungen der Leute umgehe, gab der Schauspieler zu, dass er den Kritikern gegenüber recht trotzig sei. Da diese eben keine Vorstellung von der Mühe hätten, die alle Beteiligten in die Serie gesteckt haben, könnten sie sich seiner Meinung nach „verpissen“. Klare Worte.

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