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Minari - Wo wir Wurzeln schlagen

Kinostart: 08.07.2021

Minari: Herausragendes Drama über eine Familie koreanischer Einwanderer und ihren amerikanischen Traum.

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„Minari - Wo wir Wurzeln schlagen“ im Kino

Aktuell sind keine Kinotickets in diesem Ort verfügbar.

Filmhandlung und Hintergrund

Herausragendes Drama über eine Familie koreanischer Einwanderer und ihren amerikanischen Traum.

Mit der Erfüllung des Amerikanischen Traums vor Augen zieht die vierköpfige Familie von Jacob (Steven Yeun) in den 1980ern von Los Angeles auf eine eigene Farm ins 2500 Kilometer entfernte Arkansas. Mitten im Nirgendwo will Jacob koreanisches Gemüse anbauen und gewinnbringend weiterverkaufen, dafür kaufte er günstig ein Gelände mit 5 Hektar Land. Mit seiner Frau Monica (Yeri Han), den Kindern Anne (Noel Kate Cho) und David (Alan S. Kim) leben sie in einem heruntergekommenen Wohnwagen umgeben von ihrem Hab und Gut, fernab der Zivilisation.

Während sich Monica von Tag zu Tag Sorgen macht, dass der Traum ihres Ehemanns die Familie ins Unglück stürzen könnte und sich sichtlich einsam in Ozark fühlt, schlägt Jacob vor, Monicas Mutter Soonja (Youn Yuh-Jung) von Korea in die USA zu holen. Erst einmal angekommen, soll sie gemeinsam mit dem jungen David in einem Zimmer schlafen. Das Kind ist von dieser Idee alles andere als begeistert, entspricht seine Großmutter nicht einer typischen amerikanischen liebevollen Großmutter, die den ganzen Tag nur Kekse backt. Soonja nimmt kein Blatt vor dem Mund, kann sich jedoch über kurz oder lang mit dem Jungen arrangieren.

Das Schicksal hat jedoch noch weitere Hiobsbotschaften für die Familie bereit. Der selbst freigelegte Brunnen gibt kein Wasser mehr, die Pflanzen drohen einzugehen und Soonja erleidet einen Schlaganfall, der sie bettlägerig werden lässt. Monica stellt ihren Ehemann vor ein Ultimatum: Entweder gibt er seinen Traum endgültig auf, oder sie zieht allein mit den Kindern zurück nach Los Angeles.

„Minari“ – Hintergründe, Besetzung

Die äußerst persönliche Geschichte von Regisseur und Drehbuchautor Lee Isaac Chung entwickelte sich aus Fragmenten seiner eigenen Kindheit auf einer Farm in Arkansas. Mit A24 gewann er ein renommiertes Indie-Produktionsstudio für sein Projekt.

Die Hauptrollen der koreanischen Familie wurden Koreanische oder Amerikanisch-koreanische Darsteller*innen besetzt. Besonders Steven Yuen kennt man hierzulande aus „The Walking Dead“, zuletzt sah man ihn im koreanischen Drama „Burning“.

„Minari“ – Kinostart, FSK

Die Uraufführung des Familiendramas fand auf dem Sundance Filmfestival 2020 statt, wo „Minari“ sowohl mit dem Publikumspreis als auch mit dem Großen Preis der Jury bedacht wurde. Die Golden Globes 2021 zeichneten „Minari“ für den besten fremdsprachigen Film aus, da mehr als 50 Prozent des Films in koreanischer Sprache gesprochen werden. Bei der Oscar-Verleihung 2021 ist „Minari“ sechs Mal als amerikanische Produktion nominiert, unter anderem für den Besten Film, Beste Regie und Besten Hauptdarsteller.

Deutsche Zuschauer haben ab dem 15. April 2021 die Chance, „Minari – Wo wir Wurzeln schlagen“ in den deutschen Kinos zu sehen. Das Familiendrama hat noch keine FSK-Einschätzung erhalten.

Welche acht Film 2021 um den Oscar als Besten Film konkurrieren, erfahrt ihr im Video:

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Minari - Wo wir Wurzeln schlagen: Herausragendes Drama über eine Familie koreanischer Einwanderer und ihren amerikanischen Traum.

    Herausragendes Drama über eine Familie koreanischer Einwanderer und ihren amerikanischen Traum.

    2020 nahm „Minari“ das Sundance-Festival im Sturm, erhielt den Großen Preis der Jury und den Publikumspreis noch dazu. Anders als andere vormalige Gewinner des wichtigsten Independentfestivals der Welt ist die vierte Regiearbeit des koreanisch-stämmigen Filmemachers Lee Isaac Chung seither nicht verglüht. Wenn überhaupt, leuchtet der Stern des Films jetzt noch heller, er wird mittlerweile als Oscaranwärter in der einen oder anderen Hauptkategorie gehandelt, eine Nominierung als bester Film gilt als gesichert. Zu Recht. Weil Chung mit seinem kleinen Film ein großer Wurf gelungen ist, ein amerikanisches Epos, erzählt als intime Erinnerung. Eine Ode an harte Arbeit und den amerikanischen Boden, an die Liebe zu Familie und das Vertrauen auf eine Zukunft, die mit den eigenen Händen geformt werden soll und doch anders sein wird als erwartet, wie „Früchte des Zorns“ oder „Tage des Himmels“. Aber eben auch ein Tagebuch über das Großwerden in einer Welt, die jeden Tag aufs Neue wieder ein Wunder ist, wenn man sie durch Kinderaugen sieht.

    „Minarii“ - so heißt ein koreanisches Gewürz, dessen außergewöhnliche Eigenschaft es ist, zu gedeihen und Wurzeln zu schlagen, wo immer man es auch anbauen mag - ist so besonders, weil er sich anfühlt, als würde sich das wahre Leben über die sorgfältig komponierten Kinobilder legen.

    Was im Grunde auch der Fall ist: Mit seinem Film verarbeitet Lee Isaac Chung seine eigene Kindheit auf einer Farm im ländlichen Arkansas und lässt diese Memoiren explodieren mit jener Art von Freude und Kummer, wie sie nur Kinder verspüren - es ist eine Entdeckungsreise durch eine dem Zuschauer fremde Welt, die Chung einem erscheinen lässt als hätte man sie schon immer gekannt, angefüllt mit kleinen Momenten und Details und Ausschmückungen, die man förmlich zu greifen glaubt.

    Zu Beginn sieht man die koreanischen Eheleute Jacob und Monica mit ihren beiden Kindern, wie sie Mitte der Achtzigerjahre mit ihrem Auto und einem gemieteten Laster ankommen in den Ozarks, auf einem einsamen Fleckchen Land mit einem heruntergekommenen Wohnwagen. Zehn Jahre haben sie in Kalifornien geschuftet, als „chicken sexer“, haben in einer Fabrik am Fließband festgestellt, ob frisch geschlüpfte Küken männlich oder weiblich sind und haben die unnützen Männchen aussortiert. Jetzt will sich Jacob den Traum erfüllen von einer eigenen Farm mit koreanischem Gemüse und Obst, um den Kindern eine Zukunft in der neuen Heimat Amerika zu sichern. Durch die Augen des kleinen David, ein kränkelnder Junge mit einem schwachen Herzen, erlebt man mit, wie die Spannungen zwischen den Eheleuten in der Einöde so sehr wachsen, dass Jacob sich bereiterklärt, auch Monicas Mutter aus Südkorea in den Familienverband aufzunehmen. Für David eine Katastrophe: Die Dame mit dem schadlosen Schandmaul und den schlechten Manieren riecht nicht nur alt, sondern wird auch noch in Davids Zimmer untergebracht. Wie sich aus ihrer Feindschaft langsam eine liebevolle Freundschaft entwickelt, erzählt Chung mit einer lustvollen Leichtigkeit, während die Fron auf der Farm die Familie immer wieder auf eine harte Probe stellt.

    Was es auch sein mag, das dieser Clan koreanischer Einwanderer mitmacht, um sich seinen ganz eigenen amerikanischen Traum zu erfüllen, als Zuschauer ist man immer in Einklang mit der Geschichte und ihren Figuren, die so zärtlich und liebevoll zu Leben erweckt werden, wie man es sich immer wünschen würde im Kino. Alle Schauspieler sind wundervoll: The Walking Dead-Star Steven Yeun überzeugt mit Tiefgang als Mann, der sich selbst etwas beweisen will; als Großmutter ist die koreanische Filmlegende Youn Yuh-jung eine Wucht; und der kleine Alan S. Kim erobert als David die Herzen der Zuschauer im Sturm. Was für ein wunderbares Kind. Nie fühlt man sich hier manipuliert, nie wirkt die Geschichte bemüht. Einzig ein Brand gegen Ende des Films mag forciert erscheinen - und doch ist das Bild der Familie in den Trümmern seiner Existenz, aus denen etwas Neues entstehen kann, absolut stimmig und essenziell. Weil es ein stimmiger und essenzieller Film ist, im Spannungsfeld zwischen John Ford und François Truffaut und doch immer einzigartig. ts.
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