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„Jack Reacher 2: Kein Weg zurück“ – die Kritik

Alexander Jodl |

Jack Reacher: Kein Weg zurück Poster

Tom Cruise kämpft sich zum zweiten Mal als knallharter Ermittler durch ein Geflecht von Lügen. Dank weiblicher Begleitung menschlicher – dafür aber nicht mehr so knochentrocken wie im Vorgänger.

Als „Jack Reacher“ im Jahr 2012 zum ersten Mal auf der großen Leinwand für handfeste Gerechtigkeit sorgte, war sein Auftritt eine echte Überraschung: Nicht genug damit, dass sich Tom Cruise als wortkarger Ex-Militärpolizist mit überragenden Kampfähigkeiten erstaunlich gut machte. Auch die ganze Inszenierung des auf einem Roman von Lee Child basierenden Thrillers war äußerst gelungen: nüchtern, straight, reduziert – und gerade dadurch packend und für einen Action-Film dramaturgisch fast schon elegant. Kommerziell zwar kein riesiger Erfolg, aber doch mit recht solidem Ergebnis  – und dazu einem warmen Plätzchen im Herzen vieler Action-Fans.

Seine Rückkehr war somit nur eine Frage der Zeit. Und jetzt streunt Cruise erneut als einsamer Wolf durch die Straßen des offenbar von Gewalttaten jeglicher Couleur geplagten Amerikas. Doch das mit dem einsamen Wolf, würde Jack Reacher in „Kein Weg zurück“ eigentlich gerne ändern. Weshalb er einen Trip zu Major Susan Turner (Cobie Smulders) unternimmt, quasi seiner Nachfolgerin. Dumm nur, dass die bereits im Knast gelandet ist, als er dort ankommt – unter Umständen, die für den alten Ermittler-Fuchs zum Himmel stinken.

Doch auf Damenbegleitung muss der taffe Fighter in nächster Zeit dennoch nicht verzichten: Plötzlich hat er die 15-jährige Samantha (Danika Yarosh) am Bein – angeblich seine Tochter. Emotional und sozial überfordert macht Reacher das, was er am besten kann: Er bohrt sich weiter in die Ermittlungen. Dass er dabei auf der richtigen Spur ist, kann er ziemlich schnell an den einschlägigen Indizien ablesen: Kugeln, die auf ihn abgefeuert werden. Dummerweise bedrohen diese Geschosse auch das Leben seines Schützlings. Und da hört für den Nahkampf-Spezialisten schnell der Spaß auf. Vor allem, als er feststellen muss, dass diesmal jemand die Jagd auf ihn und Samantha eröffnet hat, der genau weiß, wie man Beute zur Strecke bringt…

„Und jetzt lassen wir es auch mal ein bisschen menscheln“,  hat sich Regisseur Edward Zwick offenbar gedacht, der Tom Cruise jetzt statt seines Kollegen Christopher McQuarrie durch die Fortsetzung hetzt. Und obwohl es weder an der taffen Vorstellung Cobie Smulders noch an der von Danika Yarosh als aufmüpfiger Teenagerin etwas auszusetzen gibt: Der Dramaturgie hat er damit eher keinen Gefallen getan: Das Plus an Emotionen bezahlt er mit einem Minus an genau der knochentrockenen Stringenz, die den Vorgänger ausgezeichnet hat.

Gut: Jack Reacher darf endlich seine menschliche Seite zeigen und nicht immer nur Knochenbrüche und Einschusslöcher produzieren. Die Frage ist aber, ob man das überhaupt sehen will. Der Nachfolger ist somit nämlich ein ganzes Stück Richtung Konvention gerutscht. Aber hier warten ja schon andere Action-Helden wie Jason Bourne, John Wick und nicht zuletzt Ethan Hunt – die andere Paraderolle von Tom Cruise, der auch diesmal den schlagkräftigen Helden mit sichtlichem Spaß an seiner charismatischen Figur verkörpert.

Puristen unter den Action-Fans, die gerade deshalb dem harten Hund Jack Reacher ihre filmische Freundschaft erklärt hatten, werden daher wohl etwas enttäuscht sein. Doch alle, die ihren Spaß an routiniert choreografierten Fights beim schrittweisen Aufklären von Verschwörungen haben, können sich die handwerklich sehr solide Killerhatz bedenkenlos gönnen. Auch wenn man sich für das nächste Abenteuer des Helden wünscht, dass die Parole „kein Weg zurück“ dramaturgisch vielleicht doch noch mal neu überdacht wird.

 Der Trailer zu „Jack Reacher 2: Kein Weg zurück“

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