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„Dune 2“-Kritik: Eine Sci-Fi-Fortsetzung, wie sie im Buche steht, aber...

„Dune 2“-Kritik: Eine Sci-Fi-Fortsetzung, wie sie im Buche steht, aber...
© Warner

Nach Villeneuves erstem Streich sind die Erwartungen an „Dune 2“ hoch. Ob die Fortsetzung dem gerecht wird, verraten wir in unserer Kritik.

Nach diversen Startverschiebungen und zweieinhalb Jahren Wartezeit ist es endlich soweit: „Dune 2“ ist ab sofort in den deutschen Kinos zu sehen. Nicht Wenige werden in den vergangenen Woche noch mal in den Büchern gestöbert oder einen Rewatch des ersten Teils absolviert haben, um sich optimal auf die 166-minütige Sci-Fi-Fortsetzung vorzubereiten. Nichtsdestotrotz kann die ein oder andere Einschätzung vor dem Kinobesuch vermutlich nicht schaden. Wie uns der Film gefallen hat, verraten unsere Redakteur*innen in nachfolgender Kritik. Aufwärmen könnt ihr euch ansonsten schon mal mit einem Interview, das unsere Kolleg*innen von desired mit dem Cast geführt haben:

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Andi: Viel besser geht es wohl nicht

Jahrzehntelang galt der Sci-Fi-Meilenstein „Dune“ von Frank Herbert als unverfilmbar, woran auch die Adaption von David Lynch von 1984 angesichts der eher schlechten Reaktionen nicht wirklich etwas änderte. Zu komplex, zu verkopft schien der Roman zu sein, um ihn in einen Film pressen zu können.

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Denis Villeneuve kam zum Glück ebenfalls zu diesem Schluss und traf die einzig richtige Entscheidung: Ein Film reicht nicht. Er entschied sich dafür, das erste Buch der Reihe auf zwei Kinowerke aufzuteilen, wodurch er deutlich mehr Raum hatte als Lynch; exakt doppelt so viel, könnte man sagen. Warum das so clever war, beweist jetzt „Dune 2“, der den von vielen bereits als Sci-Fi-Meisterwerk betitelten ersten Teil für mich übertrifft.

Wo der Auftakt uns noch mit den Figuren und der Welt vertraut machen musste, kann die Fortsetzung jetzt stärker in diese eintauchen. Paul Atreides‘ (Timothée Chalamet) innerer Konflikt, vielleicht der legendäre Messias zu sein und was das für Konsequenzen hätte, erhält deutlich mehr Gewicht. Das führt zu einem den Film tragenden Spannungsverhältnis, das auch seine Beziehungen zu den anderen Figuren wie Chani (Zendaya), seiner Mutter Lady Jessica (Rebecca Ferguson) und Fremen-Anführer Stilgar (Javier Bardem) bestimmt.

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Obwohl „Dune 2“ dadurch tiefergehende Charakterarbeit betreibt und das politische System, bei dem vor allem die Bene Gesserit die Fäden ziehen, mehr Raum einnimmt, bleibt der stärkste Grund, die Sci-Fi-Fortsetzung im Kino zu erleben, die schiere Bildgewalt. Denis Villeneuve ist schlicht ein Meister der opulenten Inszenierung. Seiner Ankündigung, dieser Teil sei deutlich mehr Kriegsfilm, lässt er beeindruckende Taten folgen. Dass die trotz alledem irgendwann eintönig wirkende Wüste optisch nicht völlig langweilt, ist sein Verdienst, was ich ihm gar nicht hoch genug anrechnen kann.

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Dennoch muss ich gestehen, dass ich mich an vielen Punkten fragte, inwieweit diejenigen Zuschauenden sich von alledem inhaltlich erschlagen und verwirrt fühlen, die die Vorlage nicht gelesen haben. Selbst bei zwei Filmen musste Villeneuve einiges an narrativem Kitt streichen, der einem ein besseres, tiefergehendes Gefühl für diese Welt und ihre Figuren vermittelt. Gerade Pauls Perspektive, zwischen der Gegenwart und der für ihn sichtbaren Zukunft hin- und hergerissen zu sein, kam mir einmal mehr deutlich zu kurz.

Im Medium Film drohen die Erklärungen des Buchs allerdings mehr zu langweilen als zu informieren. In all seinen Dimensionen bleibt „Dune“ also wohl unverfilmbar. Denis Villeneuve gelang es jedoch, diesen Sci-Fi-Koloss emotional greifbar zu machen, weswegen ich zu dem Schluss komme: Viel besser kann eine Verfilmung von „Dune“ wohl nicht aussehen.

Anne: Erwartungen absolut erfüllt

Nachdem Villeneuve mit dem ersten Teil bereits die eindrucksvollen Weichen gestellt hat, kann sich die Geschichte rund um „Dune“ nun vollends entfalten. Dabei setzt der Film auf Altbewährtes: dröhnender Sound, der für den ein oder anderen Nackenschauer sorgt, und die schiere Bildgewalt, die so manche Szene noch lange nachwirken lässt.

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Besonders begeistert hat mich die Fortsetzung aber mit der charakterlichen Entwicklung und den daraus entstehenden zwischenmenschlichen Spannungen der Protagonist*innen, die – ähnlich wie Pauls Visionen – bereits ihre Schatten voraus werfen und einen spannenden Trilogie-Abschluss andeuten. Zudem verhandelt der Film mehr denn je moralische, gesellschaftliche und kulturelle Fragen, die nicht nur die Leinwand-Held*innen spalten, sondern wahrscheinlich auch das Kino-Publikum.

Zugegeben, wer sich im Vorfeld nicht auf die Fortsetzung vorbereitet hat, wird mit der Fülle an Themen, Figuren, Konflikten und vorausgesetztem Wissen (beziehungsweise der Erinnerung daran) wahrscheinlich etwas überfordert sein. Mein Gesamteindruck konnte dadurch aber nicht getrübt werden. „Dune 2“ hat meine Erwartungen definitiv erfüllt, in Teilen sogar übertroffen. Und nun warte ich mehr als gespannt darauf, wo die Reise der Filmadaption noch hingeht.

Eileen: Es fehlt das gewisse Etwas

Überwältigend – das war das erste Wort, das mir nach meiner Sichtung von „Dune 2“ in den Sinn kam. Und das meine ich in zweierlei Hinsicht: Zum einen war der Film überwältigend aufgrund der Tatsache, dass er sehr viel war, was meinerseits allerdings kein wirklicher Kritikpunkt ist. Da ich das Ausgangsmaterial nicht kenne, fiel es mir an manchen Stellen etwas schwer, den Ereignissen und den vielen verschiedenen Charakteren zu folgen. Zum anderen war der Film absolut überwältigend hinsichtlich seiner Bildmacht: Wie auch beim ersten Teil faszinierte mich so gut wie jede Einstellung und ich hatte das Gefühl, durch diese Bilder (wieder) in die Welt eintauchen zu können. Auch das Sounddesign und die Filmmusik von Hans Zimmer sind an dieser Stelle eine wohlverdiente Erwähnung wert.

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Dennoch muss ich gestehen, dass ich mir noch nicht sicher bin, ob ich „Dune 2“ wirklich grandios oder einfach nur gut fand. Wie auch beim ersten Film rechnete ich während der Sichtung mit einem gewissen Wow-Faktor, von dem ich erwartete, dass dieser mich auch noch lange nach meinem Kinobesuch begleiten würde. Das Wow-Gefühl blieb zwar nicht ganz aus, jedoch war es im Vergleich zu seinem Vorgänger etwas unbefriedigend. Etwas fehlte für mich. Vermutlich hatte ich mir von den Charakteren etwas mehr erhofft.

Zwar war es durchaus spannend, Paul und seine Mutter Jessica wiederzusehen sowie beispielsweise Chani und Stilgar näher kennenzulernen, allerdings fehlte mir bei den Charakteren eine gewisse Entwicklung und Nahbarkeit. Besonders gespannt war ich auf die neuen Charaktere von Prinzessin Irulan Corrino (Florence Pugh), Lady Margot Fenring (Léa Seydoux) und Feyd-Rautha Harkonnen (Austin Butler), aber leider waren sie mir ein wenig zu oberflächlich.

Dennoch möchte ich nicht mit dieser negativen Note enden: Trotz allem hat „Dune 2“ mich durchweg mitgerissen – was kein Kinderspiel für einen Film mit einer Länge von 166 Minuten ist. Es ist ein Sci-Fi-Fantasy-Blockbuster par excellence, der auf jeden Fall Lust auf mehr macht. Außerdem kann ich mir durchaus vorstellen, dass ich dem Werk mit einer zweiten Sichtung noch mehr abgewinnen könnte.

Meinen allergrößten Wunsch konnte das Sequel schließlich erfüllen: weitere Wurm-Auftritte! Und wow, ich wurde absolut nicht enttäuscht.

Sadia: Ganz großes Kino – mit einem Kritikpunkt

„Dune 2“ ist ein echtes Kinoerlebnis, das Zuschauer*innen in die Sci-Fi-Welt reinzieht. Während der erste Teil für mich eher eine Exposition, ein Auftakt für die Konflikte war, nimmt „Dune 2“ richtig Fahrt auf. Epische Kampfszenen und diverse politische Komplotte ähnelten einem Sci-Fi-„Games of Thrones“.

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Der zweite Teil knüpft hervorragend an die Geschehnisse des ersten Teils an. Die Spannung, die sich im Vorgänger aufgebaut hat, entfaltet sich in der Fortsetzung. Paul Atreides (Timothée Chalamet) muss entscheiden, welche Rolle er im Kampf um das wertvolle Spice einnehmen möchte, gleichzeitig werden Stimmen lauter, die in ihm den rettenden Messia sehen. Die Graustufen zwischen dem, was moralisch Richtig ist, und seinem unheilvollen Schicksal sind erstaunlich gut umgesetzt.

Allerdings hat mich im Laufe des Films eine Sache gestört: Es gibt nur drei Optionen für Frauen, im zweiten Teil stattzufinden. Sie sind Teil der Bene Gesserit, bekommen Kinder oder sind Chani (Zendaya). Schauspielerisch werden diese Rollen zwar exzellent umgesetzt, jedoch wünsche ich mir mehr für die Frauen im „Dune“-Universum.

Ich habe das Buch nicht gelesen, deshalb drücke ich die Daumen, dass im nächsten Teil die Frauen noch andere Funktionen erfüllen, die wir dann auch auf der Leinwand sehen können. Das Ende von „Dune 2“ lässt mich auf jeden Fall hoffen, dass die weiblichen Rollen im dritten Teil einige Rechnungen begleichen werden.

Wie gut ihr euch wirklich mit dem Wüstenplaneten auskennt, könnt ihr jetzt im Quiz herausfinden:

„Dune“-Film-Quiz: Die volle Punktzahl erreichen nur wahre Fans

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