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 |  | | Geburtstag: 04.10.1956 | Geburtsort: Wien (Österreich)
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IM KINO

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FOTOSHOW
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Portrait
Cannes alles!
In 33 Karrierejahren hat der Wiener, der seit Jahren in London lebt, alles gespielt: Romantische Ritter, verstörte oder verliebte Großstädter, Kinderschänder und Mörder.
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Spielt in "Inglourious Basterds" alle an die Wand: Christoph Waltz (Foto: Universal) |
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Sein kantiges Gesicht mit dem extrem betonten Kinn ist schurkentypisch, als hätte ihn der Stift eines Comiczeichners geboren. Sein Sonnyboy-Charme dagegen suggeriert Freundlichkeit, die aber auch nur Tarnung sein könnte. Mensch und Monster, Verletzlichkeit und Kälte, hat der Schauspieler als Paarungen perfektioniert und sich mit dem Teufel in ihm arrangiert.

Ganz Komödie war dagegen die künstlerische Ausrichtung seiner Mutter Elisabeth Urbanic, oft unter der Regie von Spezialist Kurt Hoffman. Sie, wie auch der früh verstorbene Vater Johannes, waren Bühnen- und Kostümbildner - in einer Familie, deren Theatergene bis zu den Urgroßeltern zurückreichen.

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Geht als "Kommissar Stolberg" den Dingen auf den Grund (Foto: ZDF) |
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In die Wiege gelegt

Mit 19 stand Waltz als Mozart erstmals auf der Bühne, lernte den Beruf am Max-Reinhardt-Seminar in Wien und bei Lee Strasberg in New York. Dort lernte er die Amerikanerin Jacqueline kennen. Eine Psychotherapeutin, die ihm in 17 Jahren Ehe drei Kinder schenken sollte.

Wie Landsmann Arnold Schwarzenegger träumte er amerikanisch, ging aber auf Anraten einer Hollywood-Ikone nach Europa zurück. Dort schlug er sich nach dem Debüt im Psychiatriedrama "Kopfstand" als Tristan ritterlich, doch wie die Liebe zu Isolde war auch sein Film "Feuer und Schwert" dem Untergang geweiht. Das Kino wusste mit den Qualitäten des Bühnenprofis nie etwas anzufangen.

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Mit seinen Kollegen schaut sich Christoph Waltz den "Tatort" genauer an (Foto: MDR) |
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Kein Partner für romantische Stunden

Hauptrollen als esoterischer Kommissar auf Werwolfjagd in "Sieben Monde" oder als erfolgloser Autor, der am letzten Lebenstag spätes Glück mit Ferrari und Frauen fand ("Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit"), blieben ohne Sogwirkung. Im Fernsehen aber fand der Mann mit der sanften Stimme, der den Rummel scheut, deshalb Weihnachten, diesen "Exzess der Marktwirtschaft", hasst, seine Heimat - mit eng gesteckten Grenzen.

Leichtes wie Komödien oder Romanzen schlug ihm oft auf den Magen. Schwer Verdauliches bekam ihm besser, die zwielichtigen, seelisch oder moralisch kaputten Typen, die ihn als Schauspieler ernährten: Amokläufer ("Tag der Abrechnung"), Frauenmörder ("Der Tourist"), abgestürzte Idole ("Du bist nicht allein - Die Roy Black Story"), arrogante Soziopathen ("Der Tanz mit dem Teufel - Die Entführung des Richard Oetker") und Kinderschänder ("Das Geheimnis im Wald").

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Außergewöhnliche Rollen wie die eines Kinderschänders in "Geheimnis im Wald" fordern Christoph Waltz heraus (Foto: ZDF) |
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Karriere als Nazi

Obwohl er gestand, dass "Psychopathen auch irgendwann fad werden", war es diese verdorbene Vita, die Quentin Tarantino auf den London-Emigranten aufmerksam machte, dessen langjährige Lebensgefährtin Judith Holste, auch sie Bühnenbildnerin, mit der fünfjährigen Tochter in Berlin lebt.

Waltz' Facettenreichtum und sein virtuoser Umgang mit Sprache, den er auch auf Englisch, Französisch und Italienisch demonstriert, prädestinierten ihn für die Rolle des Judenjägers und SS Obersten Horst Landa in "Inglourious Basterds". Charisma, Grabeskälte, Intelligenz, Selbstverliebtheit, Verschlagenheit - mit diesem Charaktercocktail sicherte sich Waltz den Respekt Tarantinos, den Darstellerpreis in Cannes sowie einen Golden Globe

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Die Schauspieler aus "Inglourious Basterds" freuten sich in Cannes über Christoph Waltz′ Darstellerpreis (Foto: Kurt Krieger) |
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Doch noch in Hollywood erfolgreich

Für ihn keine Wiedergeburt, aber eine künstlerische Aufladung, hat er doch "Dinge wiedergewonnen, die ihm sehr wichtig waren, aber im Begriff war, aus der Hand gleiten zu lassen." Pure Ironie, dass ausgerechnet ein Nazi ihn auf den Karrieregipfel bringt.

30 Jahre nachdem ihm Agent Paul Kohner, ein Hollywood-Urgestein, von der Traumfabrik abgeraten hatte, weil er als Österreicher den Rest seines Lebens nur durch den Bildhintergrund rennen und "Heil Hitler" schreien würde.
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