Inglourious Basterds (2009)

Inglourious Basterds Poster
Nicht mehr im Kino.
Userwertung (3)
  1. Ø 4.7
Kritikerwertung (2)
  1. Ø 4

Filmhandlung und Hintergrund

Inglourious Basterds: Quentin Tarantinos wahnwitziger Men-on-a-Mission-Weltkriegsfilm, in dem sich ein Trupp jüdischer US-Soldaten daran macht, in einem Pariser Kino die führenden Nazis zu töten.

Lt. Aldo Raine befehligt einen Trupp jüdischer Soldaten, “Bastards” genannt, die hinter feindlichen Linien auf französischem Boden Angst und Schrecken unter deutschen Soldaten verbreiten. Unter britischem Kommando lassen sie sich für ein Himmelfahrtskommando einspannen, führende Nazis bei einer Filmpremiere in einem Pariser Kino zu töten. Die Betreiberin des Kinos, die junge Jüdin Shosanna Dreyfuss, hat eigene Pläne für den Abend: Vor Jahren ist sie eher zufällig verschont worden, als der als “Judenjäger” berüchtigte Oberst Hans Landa ihre Familie massakrierte. Jetzt will sie Rache.

Videos und Bilder

Auf DVD & Blu-ray (6)

Kritiken und Bewertungen

So werten die User Ø
(3)
5
 
2 Stimmen
4
 
1 Stimme
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen
So werten die Kritiker (2 Stimmen)
5
 
1 Stimme
4
 
1 Stimme
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Der aktuelle Film von Quentin Tarantino heißt "Inglourious Basterds", mit extra "u" und extra "e" ausgestattet, damit man ihn nicht mit Enzo Castellaris "Inglorious Bastards – ein Haufen verwegener Hunde" verwechselt. Auf diese Idee käme aber vermutlich ohnehin niemand, denn auch wenn Castellaris Film für Tarantino nach eigenen Angaben ein Vorbild darstellte, so ist es doch nur eines unter vielen. Denn wie immer in seinen Filmen, greift Tarantino tief in die Kiste seiner Filmerinnerungen und montiert die unterschiedlichsten Genre-Versatzstücke und –Zitate so zusammen, dass am Ende ein Trash-Märchen mit Naziploitation-Elementen steht.

    Gedreht wurde "Inglourious Basterds" in Sachsen und in den Babelsberger Studios in Potsdam. Mit dabei war eine ganze Ansammlung deutscher Schauspieler in kleineren und größeren Rollen. Unter anderem Daniel Brühl, August Diehl und Till Schweiger. Doch ganz gleich, wer auch alles für den Film besetzt wurde, einer spielt sie alle an die Wand: Christoph Waltz. In der Rolle des ebenso gerissenen wie gefährlichen Nazis Hans Landa, der süffisant, genial und sadistisch seinem Spitznamen "Der Judenjäger" alle Ehre macht, erhielt Waltz in Cannes zu Recht den Darstellerpreis.

    Im Mittelpunkt des Films steht die blutige Rache an den Nazis. Und das gleich von verschiedenen Fronten aus. Einerseits ist da die junge Jüdin Shosanna, die den Mord an ihrer gesamten Familie durch die Hand Hans Landas mit ansehen musste, andererseits die an blutige Indianer-Klischees angelehnte Skalpjagd der Inglourious Basterds und zum dritten die politisch motivierte Arbeit des britischen Geheimdienstes. Sie alle haben am Ende ein Ziel und das heißt: Kino. Denn, es ist – metaphorisch gesehen – die Macht des Films, die den zweiten Weltkrieg endgültig beendet; 64 Jahre nach dem eigentlichen – und laut Tarantino viel zu unspektakulären und langwierigen Ende.

    Und dieses Ende ist tatsächlich um einiges spektakulärer als die Realität, allerdings nicht blutrünstiger. Denn auch wenn es sich um einen Tarantino-Film handelt, merkt man, dass Tarantino sein Thema durchaus ernst nimmt und er durch lange und ausgefeilte Dialoge, einen gewissen Abstand zu billigem Humor wahrt, der in diesem Film nur stören würde. Unterhaltsam geht es dabei natürlich trotzdem zu. Passend wäre wohl das Urteil des Darstellers Eli Roth (Donny Donnowitz), der zu "Inglourious Basterds" sagt: "Für mich als Jude ist das so etwas wie ein koscherer Porno."

    Der blutige Befreiungsschlag gegen Hitler und sein Gefolge wirkt angesichts so bleiern daherkommender Werke wie "Der Untergang" oder "Operation Walküre" geradezu befreiend. Auch wenn selbst die geballte Rache der Tarantinoschen Filmhelden nicht dazu imstande ist, sämtliche Nazis loszuwerden, hat man am Ende doch das Gefühl, endlich vom dunklen Geist des dritten Reichs erlöst worden zu sein.

    Fazit: Tarantino schenkt seinen Zuschauern ein handwerklich gelungenes popkulturelles Trashmärchen mit großem Unterhaltungswert und einem herausragenden Christoph Waltz in der Hauptrolle.
  • Man hat den Zweiten Weltkrieg im Kino noch nie so erlebt wie in Quentin Tarantinos wild fabulierender Mär über den Triumph des Kinos über das Böse.

    “Es war einmal… in Frankreich unter Besatzung der Nazis”, kündigt eine Schrifttafel das erste von vier Kapiteln von “Inglourious Basterds” an. Mehr muss man nicht wissen, um sich im nunmehr sechsten Spielfilm von Quentin Tarantino zurechtzufinden: Es ist eine Verbeugung vor den Arbeiten von Sergio Leone ebenso wie ein Verweis darauf, dass man sich fortan im Reich des Märchens bewegt eine Art “Anti-,Walküre’” (O-Ton Tarantino) im Gewand eines Spaghettiwestern, in dem sich zwar Hitler und Goebbels als grob karikierte Stichwortgeber tummeln, aber historische Genauigkeit nicht das primäre Anliegen des Filmemachers ist. Im Gegenteil: Hier wird wild und fiebrig fabuliert, dass es eine Art hat. Hier sind marodierende US-G.I.s am Werk, die hinter Feindeslinien Nazis skalpieren oder mit Hakenkreuzen auf der Stirn brandmarken. Jüdische Mädchen leiten inkognito Kinos in Paris, die Filme von G.W. Pabst im Programm haben, und sinnen auf Rache an ihren Peinigern. Und SS-Offiziere delektieren sich daran, dass man sie ehrfurchtsvoll als “Judenjäger” tituliert, und gefallen sich darin, in drei – und wenn nötig vier – Sprachen Angst und Schrecken zu verbreiten. Ihnen allen räumt Quentin Tarantino entsprechend viel Platz ein in bis zum Knackpunkt lang gezogenen Szenen, die sich nach bewegten Wortgefechten, wiederholten Liebeserklärungen ans europäische Kino und ein paar gewalttätigen Einsprengseln entladen in einem Showdown, der ebenso dreist und ungeheurlich wie mitreißend ist. Nie zuvor hat es jemand so wortwörtlich genommen mit seinem unerschütterlichen Glauben daran, dass das Kino das Böse auslöschen kann.

    Dabei gelingt es der beharrlich ihre Todesmelodie summenden Pulp Fiction, ständig die Erwartungen zu unterlaufen: Die eigentlichen Helden sind wütende Berserker ohne Gnade, der Bösewicht ein eleganter, faszinierender Schöngeist, die deutsche Diva arbeitet für den Widerstand, der sympathische deutsche Soldat ist ein narzisstischer Schlimmfinger. Und “Inglourious Basterds” tut so, als sei er ein Kriegsfilm, während er doch tatsächlich viel mehr Cinema Paradiso la Tarantino ist. Mit Hitler eben. Und hohem Blutzoll. Damit muss man erst einmal zurecht kommen, erwartet man sich doch den eigentlich angekündigten Men-on-a-Mission-Weltkriegsfilm im Stil von “Das dreckige Dutzend” der schließllich noch nicht einmal einmal ein Remake von Enzo G. Castellaris “Ein Haufen verwegener Hunde” aus dem Jahr 1978 ist, von dessen US-Verleihtitel sich der Titel ableitet. Diese “Inglourious Basterds” toben sich erst einmal nur ziemlich zu Beginn des Films aus, und ihr Anführer Brad Pitt kommt mit viel Glück auf vielleicht eine halbe Stunde Leinwandzeit, während Til Schweiger an seiner Seite sprach- und konturlos bleibt wie seine Gefährten, darunter Eli Roth als Baseballknüppel schwingender Bear Jew und Gedeon Burkhard in einem dennoch charismatischen Auftritt.

    Viel mehr Augenmerk wird auf SS-Oberst Hans Landa gelegt, den Christoph Waltz so entwaffnend diabolisch mit teuflischem Genuss spielt, dass er schon jetzt einen Ehrenplatz in der Ahnengalerie denkwürdiger Kinoschurken sicher hat und das allein schon nach seinem ersten Auftritt in der ersten, sehr langen Szene des Films, geradewegs entlehnt bei Leone, in der er einem französischen Bauern mit leichter Hand entlockt, wo sich geflohene Juden versteckt halten. Auch die anderen deutschen Akteure glänzen, allen voran Daniel Brühl als cineastisch bewanderter Kriegsheld Zoller, August Diehl als blitzschlauer Gestapomann und Diane Krüger als Filmdiva Bridget von Hammersmark. Sie alle spielen tragende Rollen in dieser mit großer Geste servierten “Operation Kino” (Titel des dritten Kapitels), das sich immer wieder Auszeit von seinem Plot gönnt, um in zahllosen Referenzen an das italienische Genrekino, die Nouvelle Vague, den Film des Dritten Reichs, “Winnetou”, Edgar-Wallace-Krimis (“Der rote Kreis) und nicht zuletzt Truffauts “Die letzte Metro” zu schwärmen. “Das könnte mein Meisterwerk sein”, ist der letzte Dialogsatz des Films, gesprochen von Brad Pitt, der sein blutiges Werk betrachtet. Große Worte, aber ganz unrecht hat Quentin Tarantino damit nicht. ts.
  • Kaum Parallelen zu Mr. Tarantino, doch dafür ein saftiges Actionsteak aus klassischer italienischer Exploitation-Aufzucht.
Alle ansehen

Darsteller und Crew

News und Stories

Kommentare

Liebe Nutzer, wir überarbeiten unser Kommentarsystem um es in Zukunft noch nutzerfreundlicher und weiter zugänglich zu machen. Bitte habt noch etwas Geduld mit uns, wir werden es euch dann bald an dieser Stelle zur Verfügung stellen.