Nina Hoss

Schauspielerin • Sprecherin
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Leben & Werk

Die „Coolschaft“. Sie wurde über Nacht zum Star, als im Dezember 1996 über neun Millionen Zuschauer „Das Mädchen Rosemarie“ auf dem Bildschirm verfolgten. Zehn Jahre später sorgte sie 2005 als „Die weiße Massai“ für den erfolgreichsten deutschen Kinofilm des Jahres. Nina Hoss, blonde zarte Schönheit mit auffallend breiten Lippen und durchdringenden Augen, spielt energiegeladen, kraftvoll, zielstrebig, mit viel Entschlossenheit und sogar Härte, die ihr, als sie 2005 die Rolle der Buhlschaft in der „Jedermann“-Aufführung übernahm, den Spitznamen „die Coolschaft“ einbrachte. Dabei verbirgt die Unnahbarkeit die Verletzlichkeit von Hoss‘ Frauen, die sich stets in völlig anderen Lebensumständen einfinden müssen oder gezwungen sind, auf extreme Situationen von der Geiselnahme („Die Geiseln von Costa Rica“) bis zum Tod des Sohnes („Wolfsburg“) oder permanente sexuelle Herausforderungen („Nackt“, „Die weiße Massai“, „Elementarteilchen“) zu reagieren.

Nina Hoss wurde 1975 in Stuttgart als Tochter der Schauspielerin und Intendantin Heidemarie Rohwedder und von Willi Hoss, Mitbegründer der Grünen, geboren. Sie war als Baby mit auf dem Theater, sprach als Siebenjährige in Hörspielen und nahm als Jugendliche drei Jahre Gesangsunterricht, gab den Plan, Opernsängerin zu werden, auf. Hoss entschied sich für eine Schauspielausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin, die sie 1997 begann und 2001, als sie schon bekannte Film- und Theaterschauspielerin war, erfolgreich abschloss.

Noch als Abiturientin wurde Nina Hoss von Josef Vilsmaier als lebenshungrige Marilli in der Hauptrolle des mit Schauspielschülern besetzten Dramas „Und keiner weint mir nach“ besetzt. Dort fiel sie Bernd Eichinger auf, der sie vom Fleck weg engagierte und als Edelhure Rosemarie Nittribit in „Das Mädchen Rosemarie“ zum Star machte. Hoss verfolgte parallel ihre Theaterkarriere weiter, wurde in klassischen („Don Carlos“, „Minna von Bernhelm“) wie modernen Bühnenrollen („Happy End“, „Black Rider“) gefeiert und ist seit 1998 regelmäßig im Deutschen Theater Berlin und im Berliner Ensemble zu sehen.

Hoss‘ ersten Kinofilmen wie die Klaus-Mann-Verfilmung „Der Vulkan“ (1998, als 1937 im europäischen Exil lebende Berliner Sängerin Marion von Kammer), oder das Hölderlin-Drama „Feuerreiter“ blieb der Publikumserfolg versagt. Erst Doris Dörries skurriler Seelenstriptease „Nackt“ (2002), wo sie mit Alexandra Maria Lara, Mehmet Kurtulus und Jürgen Vogel mit verbundenen Augen nackt auf einem Tisch tanzt, brachte die Wende. In jenen Jahren arbeitete Hoss zwei Mal mit Regisseur Christian Petzold, der sie in „Wolfsburg“ als Mutter einsetzt, die nach dem Unfalltod des Sohnes über sich selbst hinaus wächst, und in „Toter Mann“ als Frau, die nach dem Mörder ihrer Schwester sucht. Für beide Filme erhielt Hoss den Adolf-Grimme-Preis. Mit Petzold drehte sie 2006/07 die Produktion „Yella“.

Nina Hoss wurde für „Der Vulkan“ als Beste Darstellerin in Montreal und für „Die weiße Massai“ mit dem Bayerischen Filmpreis 2006 ausgezeichnet. 2005 gehörte die poltisch engagierte Schauspielerin zur Jury des Amnesty-International-Filmpreises der Berlinale. Hoss über Politik: „Da guckt man, dass Dinge nicht aus der Balance geraten, da hat man die Verantwortung, die Augen offen zu halten.“ Ihre Lebensmaxime: „Wo Gefahr ist, wächst die Kraft.“

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