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Nach 30 Jahren: Kult-Sendung auf RTL wurde eingestellt

Author: Marek BangMarek Bang |

Helge Schneider Poster
© dctp / RTL

Am 2. Mai 1988 strahlte der Privatsender RTL um 22:50 Uhr ein Kulturmagazin mit dem passenden Namen „10 vor 11“ aus, das erste dieser Art im deutschen Privatfernsehen. Zwar wurde das Programm mit den Jahren immer tiefer in die Nacht versetzt, doch es hielt sich erstaunliche 30 Jahre. Jetzt ist Schluss. 

Alexander Kluge gibt Sendung aus Altersgründen auf

Zur sogenannten „Sicherung der Meinungsvielfalt“ müssen Privatsender laut Rundfunkstaatsvertrag Sendezeit für unabhängige Programmveranstalter zur Verfügung stellen. Die Verantwortlichen von RTL kamen dieser Forderung mit der Ausstrahlung des Magazins „10 vor 11“ nach. Dahinter steckte bis jetzt die Produktionsfirma dctp, die von Regisseur Alexander Kluge Ende der 1980er Jahre gegründet wurde. Kluge selbst gilt als bedeutender Vertreter des Neuen Deutschen Films und schaffte es, immer wieder den Zuschlag für die Drittsendelizenzen zu erhalten.

„10 vor 11“ unterschied sich von so ziemlich allem, was RTL ansonsten im Programm zu bieten hatte. Frei und ohne den Zwang eines roten Fadens entstanden Reportagen, Dokumentationen über die Arbeit an der Berliner Volksbühne oder groteske Mockumentarys, in denen der Komödiant und Musiker Helge Schneider in unterschiedlichste fiktive Rollen schlüpfte, etwa die eines Großstadtförsters von New York oder die von Silvio Berlusconis vermeintlichem Chirurgen.

In der Nacht von Montag, dem 25. Juni 2018 auf Dienstag, den 26.  Juni 2018 wurde nach 30 Jahren die letzte Folge von „10 vor 11“ ausgestrahlt. Der mittlerweile 86 Jahre alte Alexander Kluge, der als Interviewer stets alle Fragen aus den Interviews der Sendung selbst stellte, bewarb sich nicht mehr für eine weitere Drittlizenz. Zum Abschied statteten neben Helge Schneider auch Thomas Gottschalk, Olli Schulz und Hannelore Hoger der Sendung einen Besuch ab.

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Seitens des Senders RTL gibt es keine Anstalten, die Sendung fortzuführen, schließlich handelt es sich um keine eigene Produktion des Senders. Auch mit Wiederholungen kann nicht gerechnet werden, schon in der kommenden Woche wird der Sendeplatz mit dem gewohnten Programm von RTL gefüllt. Eine sanfte Absetzung also, die nicht nach den harten Regeln des Marktes erfolgt ist.

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