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„Tatort: Wie alle anderen auch“ (Episode 1160): Kritik

„Tatort: Wie alle anderen auch“ (Episode 1160): Kritik
© WDR / Martin Valentin Menke

Nur zwei Monate nach ihrem 80. Dienstjubiläum kehren die Kölner Urgesteine Ballauf und Schenk auf den Bildschirm zurück. Ob auch ihr neuster Fall überzeugen kann, erfahrt ihr in Mareks Kritik zum „Tatort“ „Wie alle anderen auch“.

Poster Tatort Staffel 100

Welche Kommissare ermitteln im „Tatort“„Wie alle anderen auch“?

Endlich wieder die gute alte Currywurst mit einem Kölsch herunterspülen: Nachdem Max Ballauf zuletzt gar in einen dieser neumodischen Döner beißen musste, bleibt ihm nun zumindest der Griff zum Ayran erspart, denn die Wurstbraterei hat ihren Weg zurück ans Rheinufer gefunden.

Dabei dient die wohl bekannteste Imbissbude Deutschlands mittlerweile nur noch als Kulisse. Nach einem Schicksalsschlag hat das Betreiberpaar beschlossen, im echten Leben für immer zu schließen. Die traurigen Nachrichten färben auch auf den neusten Einsatz des alteingesessenen Duos ab, selten waren die Ereignisse betrüblicher als im mittlerweile 81. „Tatort“ von Ballauf und Schenk.

Dabei kommen Dietmar Bär und Klaus J. Behrendt zunächst gar nicht vor. Autor Jürgen Werner lässt sich viel Zeit, um uns die Nöte der Obdachlosen am Kölner Dom näher zu bringen, aus denen sich die Geschichte seiner Milieustudie speist. „Wie alle anderen auch“ ist mehr Drama als Krimi und gerade deshalb bei den Routiniers aus Nordrhein Westfalen am besten aufgehoben. Ballauf und Schenk sind mit ihrer unaufgeregten Art souverän genug, dem eigentlichen Fall den nötigen Raum zu gewähren und selbst in den Hintergrund zu treten.

Ballauf und Schenk dürfen in unserem Video der 11 beliebtesten „Tatort“-Teams natürlich nicht fehlen.

Worum geht es im „Tatort“„Wie alle anderen auch“?

Ella Jung ist nach eigenem Bekunden gut darin, Schlimmes zu ertragen. Irgendwann ist aber auch für sie der Punkt erreicht, an dem es nicht mehr weitergeht. In einem blutigen Kampf entreißt sie sich den Fängen ihres gewalttätigen Partners und landet auf der Straße. Ohne Aussicht auf einen echten Neuanfang freundet sie sich mit der Obdachlosen Monika an, die ihr mit einem ersten Rüstzeug zum Überleben auf der Straße aushilft.

Nachdem Ella beim Tellerwäscher eines einschlägigen Schnellrestaurants Unterschlupf erbettelt hat, verliert sie Monika aus den Augen. Zu einem Wiedersehen wird es allerdings nicht mehr kommen, denn die Freundin in der Not wurde vergiftet und anschließend verbrannt. Erst jetzt greifen Ballauf und Schenk ins triste Geschehen ein und machen sich auf die Suche nach Ella.

Mareks „Tatort“-Kritik: Glaubwürdige Milieustudie, die nichts ausspart

Erst vor einer Woche erzählte der „Polizeiruf 110“ von der Tristesse am Rande des Existenzminimums, nun richtet auch der „Tatort“ seinen Blick auf Menschen, die nur noch von der Hand in den Mund leben. Trotz ihrer ähnlichen Ausgangslage unterscheiden sich beide Filme allerdings wie Tag und Nacht. Diente das soziale Abseits in Rostock als Motiv für einen blutigen Amoklauf, greift in Köln niemand zur Waffe. Dazu sind die handelnden Figuren viel zu sehr aus dem echten Leben gegriffen, was dem Drama streckenweise fast schon einen dokumentarisch anmutenden Anstrich verleiht.

Vom passenden Kostüm bis hin zu den glaubhaften schauspielerischen Leistungen aller Beteiligten stimmt im neusten Kölner „Tatort“ jedes Detail, was seine Sichtung nicht gerade zu einem Vergnügen macht. Besonders die präzise Schilderung des konsequent unangenehm in Szene gesetzten Abhängigkeitsverhältnisses zwischen Ella und ihrem zwischenzeitlichen Gastgeber geht an die Nieren.

„Wie alle anderen auch“ taugt weder zum gemütlichen Möderraten auf der Couch, noch als Wohlfühl-Unterhaltung zum Ausklang des Wochenendes. Vielmehr beweist der brillante „Tatort“, dass es keines grellen Krawalls bedarf, um sein Publikum herauszufordern. Jütte geht es übrigens wieder gut.

Die „Tatort“-Episode „Wie alle anderen auch“ wurde am Sonntag, dem 21. März 2021 um 20:15 Uhr in der ARD ausgestrahlt und ist jetzt für sechs Monate in der Mediathek als Wiederholung im Stream verfügbar. Als nächstes geht es nach Wien zu Bibi Fellner und Moritz Eisner, der in der Folge „Die Amme“ sein 50. Dienstjubiläum feiert. 

„Tatort“-Quiz: Testet euer Wissen über Thiel, Boerne und Co.!

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