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„Tatort: Parasomnia“ (Folge 1144): Kritik

Author: Marek BangMarek Bang |

© MDR / MadeFor / Daniela Incoronato

Die Dresdner Kommissarinnen Gorniak und Winkler konnten zuletzt mit starken Auftritten punkten. Ob ihr neuster Fall den Trend bestätigen kann, erfahrt ihr in Mareks „Tatort“-Kritik zur Episode „Parasomnia“, die am Sonntag, dem 15. November 2020 um 20:15 Uhr in der ARD ausgestrahlt wurde.

Welche Kommissare ermitteln im „Tatort“„Parasomnia“?

Zwei Wochen nach Halloween entdeckt die ARD den Horrorfilm als Inspirationsquelle für ihren neusten „Tatort“. Damit die mit einigen Mystery-Elementen gespickte Geschichte nicht komplett an Bodenhaftung verliert, dürfen die Dresdner Kommissarinnen Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) die Ermittlungen übernehmen. Die haben seit Jahren einen Lauf und konnten erst vor wenigen Monaten mit dem fiebrigen Geiseldrama „Die Zeit ist gekommen“ überzeugen.

Das Duo rechtfertigt das Vertrauen mit konzentrierter Polizeiarbeit und dem nötigen Fingerspitzengefühl, schließlich steht in „Parasomnia“ ein traumatisierter Teenager im Vordergrund, der in Leonie Winkler eine Seelenverwandte sieht. Im Zusammenspiel mit dem Mädchen erfahren wir erstmals mehr über die bewegte Vergangenheit der Kommissarin. Zum Glück ist dieser Ausflug wohl dosiert und sinnvoll in die Geschichte des Krimis eingeflochten, sodass nichts vom eigentlichen Geschehen ablenkt. Das hat es nämlich ganz schön in sich.

Die beliebtesten Kommissarinnen und Kommissare der „Tatort“-Geschichte findet ihr im Video.  

Worum geht es im „Tatort“„Parasomnia“?

Die 14-jährige Talia zieht mit ihrem Vater in eine sanierungsbedürftige Villa irgendwo am Dresdner Stadtrand und inspiziert die maroden Gemäuer im ersten Stock. Dann sieht sie, wie jemand einen Handwerker ersticht und die Flucht ergreift. Den eingetroffenen Kommissarinnen erzählt sie etwas von umgefallenen roten Farbdosen und einem Familienalbum. Dann entschwindet sie in ihre eigene Welt, in die sie sich seit dem Unfalltod ihrer Mutter regelmäßig zurückzieht.

Ihrem Vater ist die Anwesenheit der Polizei ein Dorn im Auge. Er fürchtet, seine Tochter könnte sich wieder in einen Wahn stürzen und selbst verletzten. Doch scheinbar aus dem Nichts fasst Talia plötzlich Vertrauen zu Leonie Winkler und bittet die Kommissarin, zu bleiben. Die sträubt sich zwar zunächst gegen ihre neue Aufgabe, taucht dann aber auch in die Welt des Mädchens ein und stößt dabei auf ein weitaus größeres Verbrechen, das einst in den Archiven der Staatssicherheit verschwinden musste.

Mareks „Tatort“-Kritik: Hochspannung mit toller Hauptdarstellerin

Autor Erol Yesilkaya und Regisseur Sebastian Marka gehen mit ihrem „Tatort“ ein hohes Risiko ein. Wer sich am Sonntagabend nach gemütlichem Mörderraten auf der Couch sehnt, der wird mit „Parasomnia“ mitunter wenig anfangen können. Dafür folgt der Thriller viel zu sehr den klassischen Horror-Motiven von Spukhäusern, Dämonen und bösen Geistern, die arme Kinderseelen quälen.

Wer sich allerdings auf die Schauermär einlässt, den erwartet einer der spannendsten „Tatorte“ des Kalenderjahres, dem es am Ende entgegen aller Vermutungen doch noch gelingt, den Bogen zurück in weltliche Gefilde zu spannen. Zwar findet „Parasomnia“ keine wirklich überzeugende Antwort auf die Frage, warum das arme Kind weiter in dem Horrorhaus ausharren und sich selbst das kleinste Bisschen Nähe zu ihrem Vater regelrecht erbetteln muss, dafür entschädigt der Thriller mit einigen unerwarteten Schock-Momenten, die normalerweise nicht an einem Sonntagabend im „Tatort“ zu sehen sind.

Dennoch sollte hinter all den hübschen Effekten nicht übersehen werden, dass die 20-jährige Schauspielerin Hannah Schiller mit ihrer gefühlvollen Darstellung der gepeinigten Talia das Herzstücks des „Tatort“ bildet und die kindliche 14-Jährige zu jeder Zeit absolut glaubhaft verkörpert. Da ist es auch zu verkraften, dass sich der zuletzt immer mehr ins Zentrum rückende Polizei-Chef Peter Schnabel (Martin Brambach) diesmal wieder in der zweiten Reihe anstellen muss. Warum „Parasomnia“ nicht direkt an Halloween ausgestrahlt wurde, bleibt hingegen ein Geheimnis der Programmplaner der ARD.

Die „Tatort“-Episode „Parasomnia“ wurde am Sonntag, dem 15. November um 20:15 Uhr in der ARD ausgestrahlt und ist danach in der Mediathek für sechs Monate als Wiederholung im Stream verfügbar. In dieser Woche geht es zum eigenwilligen Kommissar Murot und der Episode „Die Ferien des Monsieur Murot“.

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